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FSV Frankfurt Signal an den Kader

Nach Trainer Möhlmanns Vertragsverlängerung stehen beim FSV Frankfurt die Vertragsgespräche mit den Profis an.

14.12.2012 21:04
Von Sebastian Rieth
Fühlt sich wohl in Bornheim: Benno Möhlmann. Foto: dpa

Hin und wieder erlaubt sich Benno Möhlmann einen Scherz. Meistens, wenn die Dinge für ihn klar auf der Hand liegen und er nicht all das noch einmal wiederholen möchte, was ohnehin schon so oft gesagt wurde. Dann bemüht sich der 58-Jährige um einen grimmigen Blick, zieht die Lippen zusammen und begründet seine vorzeitige Vertragsverlängerung beim FSV Frankfurt bis zum Juni 2014 erfrischend ehrlich: „Sie haben mich mit Geld zugeschüttet.“

Der Flachs war freilich schnell enttarnt und auch Möhlmanns Gesichtszüge lockerten sich. Der Trainer fühlt sich wohl in Bornheim, hier kann er gestalten, etwas aufbauen, hier habe er eine Vereinsführung, die zwar mit bescheidenen Mitteln, aber dafür umso emsiger am stetigen Fortschritt arbeite. Möhlmann und der FSV Frankfurt – das passt zusammen. Seit seinem Amtsantritt im Januar holte der Zweitligist satte 48 Punkte aus 33 Spielen, beim das Kalenderjahr abschließenden Gastspiel gegen die Hertha in Berlin könnten heute drei weitere Zähler hinzu kommen. Schon jetzt ist das eine stolze Bilanz. Geht es so weiter und schafft man es endlich, zwei ähnlich starke Saisonhälften aneinanderzureihen, steuert der Verein auf sein bestes Ergebnis in der Zweiten Bundesliga zu. Doch Sportchef Uwe Stöver warnt, sagt, dass man vor einem Einbruch „nie gefeit“ sei. „Im Fußball passieren merkwürdige Dinge.“ Aber eigentlich ist die Mannschaft dafür zu gefestigt, sie ist spielerisch wie kämpferisch zu stark besetzt und hat sich von ihren zwei kleinen Schwächephasen während der Hinserie schnell wieder erholt.

Die Vertragsverlängerung Möhlmanns ist auch ein Signal an den Kader. Beim FSV setzt man auf Kontinuität, der eingeschlagene Weg soll weiter geführt werden, das Personal erhalten bleiben. Viel Arbeit für Stöver, denn von der aktuellen Stamm-Elf laufen im Sommer gleich sieben Verträge aus. Die Zeiten, in denen der FSV vielen Spielern nur als Durchgangstation diente, sollen vorbei sein. Nach der tollen Hinrunde und dem aktuell sechsten Tabellenrang ist die Wertschätzung des Klubs deutlich gestiegen, das ist auch Stöver nicht entgangen. „Wir werden anders wahrgenommen“, sagt er. Nach dem Trainer soll zunächst das defensive Mittelfeld an den Klub gebunden werden. Mit Manuel Konrad stehe man derzeit in Vertragsverhandlungen, mit Yannick Stark wolle man während der Wintervorbereitung sprechen. Bei Michael Görlitz oder Jutae Yun besitzt die Vereinsführung eine Option. „Da haben wir überhaupt keinen Druck“, erklärt Stöver.

Heitmeier zurück auf die Bank

Dass in Bornheim derzeit vieles zusammen läuft, liegt aber längst nicht nur an den ersten Elf auf dem Platz. Auch die Reservisten tragen ihren Teil dazu bei, machen keinen Stunk, sondern bereiten sich auf ihre Chance vor. Bezeichnend ist die Situation im Mittelfeld, wo Möhlmann in dieser Saison kein einziges Mal hintereinander die gleiche Aufstellung wählte. Beim 3:1-Sieg gegen Sandhausen spülte Konrads Gelbsperre Marc Heitmeier in die Startformation. Seine Sache machte der in den sieben Einsätzen zuvor nicht gerade glücklich agierende Abräumer diesmal ganz ordentlich. Und doch wird er in Berlin wieder nur auf der Bank sitzen. Heitmeier gesteht: „Die anderen haben es sich einfach verdient.“

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