Lade Inhalte...

FSV Frankfurt Leckie ist bereit für die Startelf

Die Gladbacher Leihgabe Mathew Leckie möchte kein Bankdrücker mehr sein und nach langer Verletzungspause endlich wieder für den FSV Frankfurt stürmen.

17.10.2012 22:09
Sebastian Rieth
Mathew Leckie ist bereit für die Startelf. Foto: Bongarts/Getty Images

Die Gladbacher Leihgabe Mathew Leckie möchte kein Bankdrücker mehr sein und nach langer Verletzungspause endlich wieder für den FSV Frankfurt stürmen.

Ein wenig verdutzt schaut Mathew Leckie auf den weißen Umschlag in seinen Händen. Mit Schönschreibfüller und blauer Tinte ist sein Name darauf gekritzelt, auf der Rückseite klebt ein grün-schwarzer Fußball. Von einem Fanklub, der es mit dem Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hält, habe er eine Einladung zur Weihnachtsfeier bekommen, berichtet der 21-Jährige. Er ist verwundert. Zwar steht der Angreifer noch immer am Niederrhein unter Vertrag, sein erstes Jahr verlief dort aber nicht gut. Nur neunmal wurde er eingewechselt. Leckie war ein Bankdrücker, ein Mann der dritten Reihe, der stets zwischen Bundesliga- und Regionalligakader pendelte.

"Ich hatte nicht viel Glück."

Das konnte ihn nicht zufrieden stimmen, deshalb ließ sich der Australier für ein Jahr in die zweite Liga zum FSV Frankfurt ausleihen. Nun ist er überrascht, dass man ihn in Gladbach noch kennt. „Sie haben mich wohl nicht vergessen“, sagt er. In seinen Worten schwingt ein wenig Genugtuung mit. Denn es war nicht immer einfach für den Kicker aus Baccus Marsh. Leckie weiß: „Ich hatte nicht viel Glück.“

In der Vorbereitung behinderte ein Knochenödem den spurtstarken Offensivspieler, dem zu Saisonbeginn nur die Rolle des Jokers blieb. Doch Leckie nahm seine Aufgabe an, erzielte wichtige Tore gegen Hertha BSC und in Großaspach, biss sich nach seinen Einwechslungen in die Partien und spielte sich so unter die ersten Elf. Zumindest kurz. Kaum hatte er den Sprung von der Bank auf den Rasen geschafft, musste er am dritten Spieltag in Ingolstadt verletzt vom Feld.

Feine Faserrisse im Bereich der Hüftmuskulatur ließen ihn wochenlang pausieren, erst seit 16 Tagen ist Leckie wieder im Trainingsbetrieb. „Ich bin so gut drauf gewesen“, sagt er. „Aber jetzt komme ich langsam wieder zurück.“ Mit jeder Einheit werde es besser, gegen Paderborn vor zwei Wochen wurde er bereits eingewechselt. Winkt nun am Sonntag bei Union Berlin die Startelf? „Das wird eine schwierige Entscheidung für den Trainer“, mutmaßt Leckie, der gleichermaßen als Spitze oder im linken Mittelfeld eingesetzt werden könnte. Ihm gefallen beide Positionen. „Ich bewege mich genauso gerne in der Gefahrenzone und habe Torchancen, wie ich auf der Außenbahn das Eins gegen Eins suche.“

Möhlmann sieht Trainingsrückstand

Auf links spielte zuletzt der Koreaner Jutae Yun, aber auch Odise Roshi macht sich nach seinem 1:0-Siegtor für Albaniens Nationalmannschaft über Slowenien samt anschließender Verwarnung wegen Trikotausziehens Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an. Leckie erklärt, er werde jede Entscheidung akzeptieren, „aber ich bin bereit.“

Sein Trainer glaubt daran nicht, Benno Möhlmann sieht bei dem Australier noch Trainingsrückstand. „Er kann die letzten 30 Minuten spielen, aber auch die ersten 60.“ Über die volle Distanz kam der Mann mit dem eingebauten Turbo bereits am Samstag in der Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz – und erzielte gleich zwei Tore. „Er ist ein Spieler, der Lücken reißen kann“, sagt Sportchef Uwe Stöver.

Leckie freuen solche Worte; vor allem dann, wenn er wie am Dienstag in seiner neu bezogenen Wohnung am Riedberg den Fernseher einschaltet und der australischen Nationalmannschaft zuschaut. Einmal dort zu spielen, sei immer noch ein großer Wunsch, sagt er. Bis dahin stünden aber vorher noch einige Dinge an. Eine Weihnachtsfeier zum Beispiel.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum