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FSV Frankfurt Kein Weltuntergang

Gegen den Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken stößt der FSV Frankfurt an seine natürlichen Grenzen.

FSV Frankfurt - FC Saarbruecken, RL
Eine der wenigen Chancen: FSV-Akteur Vito Plut gegen Saarbrückens Torwart Daniel Batz. Foto: Pressehaus

Ganz am Ende hat sich Alexander Conrad dann doch ein wenig geärgert. Die letzte Spielminute war bereits angebrochen, die Niederlage des FSV Frankfurt gegen den 1. FC Saarbrücken schon besiegelt, da leistete sich der Frankfurter Innenverteidiger Nestor Djengue den letzten von vielen Fehlpässen an diesem frostigen Freitagabend und lud den eingewechselten Pierre Fassnacht förmlich dazu ein, aus einem 0:2 noch ein 0:3 zu machen. Die FSV-Kicker schienen gedanklich schon in der Kabine, ihren Trainer wurmte das. „Das 0:3 hat mich geärgert“, betonte Conrad. „Im Lauf der Saison haben wir immer wieder mal ein Tor gefressen, das unnötig war.“

Erste Niederlage 2018

Ansonsten hielt sich der Frust am Bornheimer Hang jedoch ziemlich in Grenzen. Beim FSV wussten sie die Niederlage gegen den weit enteilten Tabellenführer – zehn Zähler haben sich die Saarländer nun schon von den zweitplatzierten Offenbacher Kickers abgesetzt – sehr wohl einzuordnen. Spiele gegen die Spitzenteams der Liga gehören sicher nicht zu jenen Partien, in denen der insolvente FSV seine Punkte sammeln muss. Wenn es gelingt, wie vorige Woche beim Dritten Waldhof Mannheim (1:0) – schöne Sache. Wenn nicht – auch kein Weltuntergang.

„Die Enttäuschung hält sich in Grenzen“, bestätigte Mittelfeldspieler Mateo Andacic nach der Niederlage gegen den Ligaprimus. Der FCS habe eine „super Mannschaft“, die Spieler seien „erfahrener und älter als wir“, so der 20-Jährige. „Sie stehen verdient ganz oben. Gegen die kann man mal verlieren.“ Auch Coach Conrad lobte anerkennend: „Saarbrücken hat das phasenweise überragend gespielt. Daher geht der Sieg in Ordnung.“
 

Die erste Frankfurter Pflichtspielniederlage des Jahres 2018 wurde auch dadurch abgemildert, dass sie, tabellarisch gesehen, nicht allzu wehtat. Die Bornheimer behielten ihren zwölften Tabellenplatz und besitzen mit drei Punkten Vorsprung weiterhin ein kleines Polster auf die möglichen Abstiegsränge. Erreicht ist freilich noch nichts, doch die Auftritte seit der Winterpause machen Mut. Im Vergleich zur ersten Saisonhälfte wirkt die Mannschaft selbstbewusster, torgefährlicher und, klammert man den hektischen Auftritt gegen Saarbrücken mal aus, auch defensiv stabiler. „Wir sind enger zusammengerückt“, sagte Andacic. „Am Anfang der Saison war das ein bisschen schwieriger, wir mussten uns erst mal kennenlernen.“ Im Gegensatz zum Trainingsauftakt im Juni des vergangenen Jahres, als der FSV vor einer ungewissen Zukunft stand und gerade einmal fünf Spieler unter Vertrag waren, konnte Conrad seine Mannschaft im Januar einen ganzen Monat lang in Ruhe auf die Restsaison vorbereiten. Das hat den Schwarz-Blauen spürbar gut getan. „Die Chemie stimmt jetzt“, so Andacic.

Mittlerweile formulieren sie beim Fußballsportverein sogar vorsichtig etwas höhere Ziele. Der befürchtete dritte Abstieg in Serie, der während der Hinrunde noch wie ein Damoklesschwert über dem Bornheimer Hang baumelte, ist ein wenig in den Hintergrund gerückt. „Wir kriegen das schon hin“, sagte Andacic. „Ich denke, dass wir noch Luft nach oben haben und uns ein bisschen weiter oben festsetzen können.“ Spielerisch gehört der FSV sicher zu den schwächeren Teams. Doch die Mannschaft wirkt intakt, die Mentalität stimmt. „Wir müssen weiter die Kräfte bündeln, mit Leidenschaft spielen“, fordert Conrad.

Das wird in den kommenden Wochen auch vonnöten sein, denn: Vier der nächsten fünf Kontrahenten der Bornheimer rangieren derzeit in der oberen Tabellenhälfte. Schafft es der FSV, auch hier einige Zähler mitzunehmen, könnte er aus dem Gröbsten raus sein. Auch Andacic glaubt: „Wenn wir da punkten, wird es reichen.“

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