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FSV Frankfurt Kampfschwein mit Vorzügen

Fanol Perdedaj ist eine unverzichtbare Größe im Spiel des FSV Frankfurt – auch am Samstag in Paderborn.

Zweikampfstark: Fanol Perdedaj (rechts). Foto: Christian Klein

Einen wie ihn, möchte jeder lieber in den eigenen Reihen wissen. Fanol Perdedaj ist ein Kämpfer, ein Malocher. Der Mann arbeitet Fußball. Nicht selten bewegt er sich kurz über der Grasnarbe, grätscht und zerrt. Und er weiß ganz nebenbei auch noch eine Menge mit dem Ball anzufangen. So einen wie Perdedaj nennt man für gewöhnlich ein Kampfschwein – mit besonderen Vorzügen. „Solche Spieler hat jeder Trainer gerne“, sagt Tomas Oral und ist hörbar zufrieden, denn er habe gleich zwei dieser Typen im Kader. „Shawn Barry ist auch so einer.“ Dynamisch, flexibel und geil auf Erfolg.

Am vergangenen Dienstag im Pokal gab Perdedaj gegen Hertha BSC (1:2) einen guten Rechtsverteidiger. Das erste Mal in der Saison. Dafür rückte Alexander Huber auf die Bank. Ob der vielseitig einsetzbare Deutsch-Kosovare nun am Samstag im Ligakick beim SC Paderborn wieder in der Viererkette steht, wollte Oral gestern auf der Pressekonferenz nicht bestätigen. Warum auch? „Ich lasse mir den Freiraum“, sagt Oral. Erst am Samstagmorgen wird er der Mannschaft sagen, wie seine erste Elf aussieht. Sicher sei er sich nur, erzählt Oral, dass André Weis im Tor stehe. Vorausgesetzt er wird nicht noch krank oder verletzt sich.“

Perdedaj ist das ohnehin einerlei. „Wenn der Trainer sagt, du spielst da, dann mache ich das“, sagt der in Berlin aufgewachsene 24-Jährige. Wichtig ist ihm nur, dass er überhaupt spielt. Und das war bislang immer der Fall. In den ersten zwölf Ligaspielen bildete er zusammen mit Kapitän Manuel Konrad eine bedeutende Achse im defensiven Mittelfeld. Er ist zweifellos einer der Leistungsträger im Team. „Ich kann auf vielen Positionen spielen, in der Mitte aber auch auf der Acht, in der Nationalmannschaft spiele ich rechts.“ Und immer erfüllt er seine Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit. Einer wie er muss sich keinen Kopf machen. Ein Mann seiner Güte ist gesetzt. Notfalls, sagt Perdedaj, „gehe ich auch ins Tor, wenn der Trainer das will.“

Dass er mit dem FSV ausgerechnet gegen seine große sportliche Liebe Hertha aus dem Pokal geflogen ist, schmerzt ihn natürlich. „Das war schon sehr bitter“, sagt der Mann, der zwischen 2009 und 2014 selbst das Trikot der Berliner trug. „Von meiner Seite hätte ich auch das ganze Leben bei Hertha gespielt“, gesteht Perdedaj. Natürlich war er auch deshalb hochmotiviert in die 120 Minuten gegangen. Er wollte es sich, aber auch all den Herthaner beweisen, dass er das Zeug für höhere Aufgaben besitzt. Deshalb war er am Ende nicht unzufrieden, auch wenn er es war, der mit seinem Foul an Kalou den entscheidenden Elfer in der Verlängerung verwirkte. „Ich habe den Laden hinten dichtgehalten. Wir sind alle zufrieden mit der Leistung, aber natürlich nicht mit dem Ergebnis.“
Zurück in die Bundesliga

Als dann alles rum war, sagte er noch: „Man sieht sich im Leben immer zweimal.“ Mit anderen Worten: die zweite Liga soll für Perdedaj nur eine Durchlaufstation sein. „Nächstes Jahr werde ich 25, dann würde ich gerne in der Bundesliga sein, am liebsten mit dem FSV“, sagt er. Letzteres musste er so formulieren. Das gehört sich einfach. Schließlich besitzt er noch bis 2017 einen Vertrag beim Fußballsportverein. Perdedaj drängt aber zurück ins Oberhaus. Aus dem Jahr 2012 stehen acht Erstligaeinsätze zu Buche. „Ich weiß, dass ich es drauf habe – ohne arrogant klingen zu wollen.“ Das ist er ganz sicher nicht. Wohl aber selbstbewusst.

Der 1,73 Meter große Perdedaj ist eben ein waschechter Berliner. Er trägt sein Herz auf der Zunge. „Von uns Berlinern heißt es ja, wir haben eine große Fresse. Das stimmt wohl auch“, sagt er mit einem Lächeln. Seine Maxime: Immer mit offenem Visier. Im Leben wie auf dem Platz. Das kann dann auch mal wehtun. Ihm aber meist deutlich weniger, als seinen Gegenspielern.

Die Vorstellung des FSV gegen Hertha soll nun als Blaupause für die Restsaison herhalten und in Paderborn die nächsten Punkte in der Fremde eingesammelt werden. Perdedaj ist sich sicher, dass der FSV das Zeug dazu hat, einen weiteren Schritt nach vorne zu gehen. „Wenn wir so weiter machen wie zuletzt gegen Hertha“, sagt er, „haben wir eine gute Saison vor uns.“

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