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FSV Frankfurt – FC-Astoria Walldorf Positiver Abschluss für die Bornheimer

Regionalligist FSV Frankfurt verabschiedet sich als Fünfzehnter in die Winterpause. Finanziell gibt es noch Lücken.

FSV Frankfurt - Astoria Walldorf, RL
Puh war der gut: Leon Bell Bell feiert sein 1:0. Foto: Reinhard Roskaritz

Am Samstagabend bewegte sich der Tross des FSV Frankfurt dann noch ein paar Meter westlich in Richtung Berger Straße. Vom Stadion am Bornheimer Hang ist es ja nur ein Katzensprung hinüber auf die berüchtigte Gastromeile, und so ließ es sich die Mannschaft des Regionalligisten nicht nehmen, den letzten Arbeitstag des Jahres gemeinsam mit Familie und Freunden in einem Restaurant gemütlich ausklingen zu lassen. Auch Trainer Alexander Conrad zeigte sich gnädig mit seinem kickenden Personal: Das obligatorische Auslaufen am nächsten Morgen ließ der Coach großzügigerweise ausfallen.

Am Samstagnachmittag hatte der FSV das Fußballjahr 2017 zu einem versöhnlichen Ende gebracht, im letzten Punktspiel vor der Winterpause besiegten die Bornheimer vor heimischer Kulisse den FC-Astoria Walldorf mit 2:1 (1:0) und sicherten sich nach zuletzt fünf sieglosen Spielen mal wieder drei Punkte. „Das war sehr wichtig für die Moral“, befand Leon Bell Bell.

Nur 836 Zuschauer am Hang

Der 21-jährige Stürmer war beim Heimerfolg vor nur 836 Zuschauern an beiden Treffern direkt beteiligt: Erst tanzte er mit einem sehenswerten Solo die komplette Walldorfer Hintermannschaft aus und traf aus 18 Metern zum 1:0 (20.), dann bediente er am Ende eines perfekt vorgetragenen Konters den mitgelaufenen Robert Schick, der zum 2:0 erhöhte (67.). „Heute haben endlich mal wir das Spielglück gehabt“, freute sich Conrad. Fußballerisch war seine Mannschaft den Gästen nämlich klar unterlegen. Während die Baden-Württemberger jedoch eine Großchance nach der anderen versiebten, nutzte der FSV seine wenigen Gelegenheiten erstaunlich kaltschnäuzig. Der Walldorfer Rechtsaußen Nico Hillenbrand schaffte es nach 38 Minuten sogar, den Ball übers leere Tor zu schießen, der Anschlusstreffer von Innenverteidiger Philipp Strompf kam schließlich viel zu spät (88.).

Somit verabschieden sich die Bornheimer als Tabellenfünfzehnter in die knapp zwei Monate lange Winterpause. Toll ist das nicht, aber auch kein Beinbruch. „Wir sind in Schlagdistanz“, stellte Conrad fest. In der Tat beträgt der Rückstand auf Rang elf gerade mal drei Zähler. Die sportliche Rettung des so tief gefallenen Stadtteilklubs scheint weiterhin machbar, zumal die Mannschaft bewiesen hat, dass sie an guten Tagen mit fast allen Gegnern mithalten kann. Der Grundstein für eine erfolgreiche Restsaison soll ab dem 3. Januar gelegt werden, wenn der FSV das Training wieder aufnimmt. Als Testspielgegner konnte Conrad bislang den 1. FC Erlensee, die SG Bornheim, den SC Hessen Dreieich und die zweite Mannschaft von Mainz 05 gewinnen. Ein Trainingslager ist indes nicht geplant.

Doch wie geht es an der finanziellen Front weiter? Auf einen Großteil der Stadionmiete von Frankfurt Universe wartet der FSV nach wie vor. Der Posten ist jedoch im Insolvenzplan eingetragen. Ein Ende des im Juni eröffneten Verfahrens ist daher weiterhin nicht in Sicht. Auch einen neuen Namensgeber für das Stadion am Bornheimer Hang suchte man bislang vergeblich, weshalb der Etat für die laufende Saison einige Lücken aufweist. Möglicherweise wird der Fußballsportverein im neuen Jahr wieder einmal darauf angewiesen sein, dass private Gönner mit ihrem Geld aushelfen.

Der Abschied in die Winterpause ist für den Klub somit auch ein Schritt ins Ungewisse. Die Spieler versuchen, sich nicht allzu viele Gedanken über das Thema zu machen, wie Bell Bell verriet. „Wir wollen einfach den Klassenerhalt schaffen.“ Viel mehr können die Kicker ohnehin nicht beeinflussen.

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