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FSV Frankfurt Ein Spion aus Düsseldorf

Aufregung im Trainingslager: FSV-Trainer Falko Götz bricht das Training ab, weil der Düsseldorfer Chefscout Mark Ulshöfer in Kaiserau kiebitzt.

Da geht’s lang: Denis Epstein, Florian Ballas, Lukas Gugganig, Ehsan Haji Safi und Shawn Barry auf dem Weg zum Training. Foto: www.bild-pressehaus.de

Am vergangenen Freitag wünschten Clemens Krüger und Mark Ulshöfer einander vor den Ligaspielen ihrer Klubs noch viel Glück. Vergeblich: Der FSV Frankfurt verlor gegen Kaiserslautern (1:4), Fortuna Düsseldorf in Duisburg (1:2). Der Geschäftsführer des FSV und der Chefscout der Fortuna waren sich im Vip-Raum des Stadions am Bornheimer Hang begegnet. Man kennt sich, man schätzt sich – selbst im Abstiegskampf. „Das nenne ich Fairplay“, sagte der FSV-Boss vor einer Woche. Gestern Vormittag war davon nicht mehr viel übrig.

Ulshöfer gab beim Vormittagstraining des FSV in der etwa eine Autostunde von Düsseldorf entfernten Sportschule Kaiserau den Spion, stand am Spielfeldrand. FSV-Coach Falko Götz brach umgehend das Training ab. Krüger und Teammanager Mikayil Kabaca verwiesen Ulshöfer sodann lauthals des Platzes. „Finden Sie es nicht frech und respektlos, hier zu stehen? Verlassen Sie sofort das Gelände!“, wird Kabaca von „Bild“-Online zitiert. Ulshöfer konterte: „Ich wollte doch nur wissen, welcher Kader hier ist.“ Kabaca: „Das können Sie auch in der Zeitung lesen!“

Die FR berichtete bereits am Freitag von der Degradierung der Profis Dani Schahin, Besar Halimi, Zsolt Kalmar, Joel Gerezgiher und Denis Mangafic. Das Quintett durfte nicht nach Kaiserau mitreisen. Dort bereitet sich die Mannschaft seit Donnerstag auf das vorentscheidende Spiel am Sonntag (15.30 Uhr) beim punktgleichen Konkurrenten Fortuna Düsseldorf vor. „In diesem Spiel geht es um alles oder nichts“, sagt FSV-Mittelfeldspieler Denis Epstein. Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Beide Klubs haben 29 Zähler auf dem Konto. Wegen der deutlich schlechteren Tordifferenz stehen die Hessen allerdings auf Relegationsplatz 16. Während Götz die verbliebenen 19 Profis für das „Sechs-Punkte-Spiel“ (Götz) präpariert, trainieren die Ausgemusterten unter der Anleitung von Fitnesstrainer Bastian Kliem am Bornheimer Hang.

Fortuna ein gutes Omen?

Die Stimmung in der Mannschaft sei positiv, sagt Kapitän Manuel Konrad. „Aber eben auch angespannt.“ Jeder wisse, worum es am Sonntag gehe. Es gibt keine Ausreden mehr. Nur ein Sieg hilft dem FSV. Denn Schlusslicht SC Paderborn und der Tabellen-17. MSV Duisburg lauern nur mit einem Punkt Rückstand auf den nächsten Fehlversuch der schlechtesten Rückrundenmannschaft der zweiten Liga. Die Statistik des FSV liest sich ernüchternd: Seit zehn Spielen ist der Klub ohne Sieg, die letzten fünf Partien gingen allesamt verloren. Ein gutes Omen gibt es aber: In der vergangenen Saison gelang der Mannschaft des damaligen Feuerwehrmanns Tomas Oral am letzten Spieltag ausgerechnet in Düsseldorf der erhoffte Befreiungsschlag. Ein verdienter 3:2-Sieg sicherte dem FSV die Klasse.

„Natürlich haben wir untereinander darüber gesprochen und uns daran zurückerinnert“, so Konrad. Das pusht, das motiviert. „Wir wissen, dass es uns schon einmal gelungen ist.“ Dieses positive Gefühl teilt er mit sieben weiteren aktuellen FSV-Lizenzspielern, die vor fast genau einem Jahr dabei waren, als Edmond Kapllani (2) und Zlatko Dedic die Treffer zum Last-Minute-Sieg am Last-Minute-Spieltag schossen. Neben den beiden Angreifern und Captain Konrad standen damals auch Alexander Huber, Marc-André Krusta und Denis Epstein in der Startelf, Ersatzkeeper Sören Piston und Florian Ballas saßen auf der Bank.

Wer am Sonntag in Düsseldorf in der Startelf stehen wird, hält Falko Götz natürlich geheim. Sonst könnte Mark Ulshöfer wirklich alle Informationen tatsächlich in der Zeitung lesen. Nur ein Tipp: Der zuletzt angeschlagene Fanol Perdedaj dürfte wieder in die erste Elf zurückkehren.

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