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FSV Frankfurt Ein Frankfurter für die Bornheimer

Roland Vrabec soll den Drittligisten FSV als Trainer in ruhiges Fahrwasser führen. Der 42-Jährige hat sich in Luzern zuletzt mit Markus Babbel überworfen.

Neuer Mann am Hang: Roland Vrabec. Foto: imago

Heute Nachmittag will der in die dritte Liga abgestiegene FSV Frankfurt ein Geheimnis lüften, das gar kein richtiges mehr ist: Um 15 Uhr stellt der Traditionsklub vom Bornheimer Hang in einer Pressekonferenz den Nachfolger des glücklosen Falko Götz vor. Es handelt sich dabei um Roland Vrabec, 42 Jahre alt, ein waschechter Frankfurter, der einst bei der Spielvereinigung Oberrad und Croatia Frankfurt kickte und als Jugendtrainer seine Sporen beim FSV verdiente. Nun kehrt er zurück – als Chefcoach.

Vrabec ist sicherlich nicht die große Nummer, eher ein unbeschriebenes Blatt – zumindest auf den ersten Blick. Wer sich näher mit dem Fußballlehrer beschäftigt, erkennt schnell, dass er alles andere als ein Novize ist, sondern auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Er arbeitete sechs Jahre als B- und A-Jugendtrainer beim FSV, ehe ihn Jürgen Klopp nach Mainz holte. Später assistierte er beim DFB Horst Hrubesch und Christian Ziege, schließlich startete er beim FC St. Pauli groß durch.

Nach dem Rauswurf von Michael Frontzeck übernahm er das Amt des Cheftrainers und führte den Kiezklub in der zweiten Liga anfangs weit nach oben, bis auf den Relegationsrang. Das war im Dezember 2013. Neun Monate später wurde der Familienvater am Millerntor entlassen. Das Verhältnis zur Mannschaft soll nicht mehr das beste gewesen sein, was der Coach vehement bestritt.

Vrabec, der an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität Psychologie und Sportwissenschaften studierte, gilt als Fachkraft, zudem als ehrgeizig, temperamentvoll und kommunikativ, er trifft oft den richtigen Ton, kann eine Mannschaft begeistern. Er soll aber auch viel fordern und sehr wohl klare Kante zeigen. Das kam nicht immer und überall gut an.

„Hat mich hintergangen“

Zuletzt arbeitete er als Assistent von Markus Babbel in der Schweiz beim FC Luzern, merkte jedoch rasch, dass es ihn wieder in die erste Reihe zieht. Die Co-Trainer-Schiene „entspricht nicht meinem Naturell“, sagte er. „ Ich will meine Spielphilosophie mit viel Ballbesitz vermitteln und Verantwortung tragen.“

In Luzern kam für ihn nach turbulenten Wochen das Aus. Er soll sich mit Chef Babbel überworfen, beide sollen kaum mehr ein Wort mehr miteinander gewechselt haben. Für den früheren Luzerner Sportchef Rolf Fringer war klar, wer die Strategie vorgab, er wollte Vrabec zum Chefcoach machen. „80 Prozent des Erfolgs gehören ihm – und nicht Markus Babbel“, sagte er dem „Blick“. Kurze Zeit später wurden Fringer und Vrabec beurlaubt. Das war im Februar dieses Jahres. Kurz darauf rechnete Babbel mit seinem damaligen Assistenten im selben Blatt ab, warf ihm vor, gegen ihn gearbeitet zu haben: „Roland hat mich menschlich schwer enttäuscht. Ich hatte ihn geholt, ihm geholfen. Er hat mich hintergangen.“

Beim FSV schlägt Vrabec nun ein neues Kapitel auf. Es gibt leichtere Jobs. Bisher hat der Klub nur drei Spieler unter Vertrag, in Alexander Huber sagte ein Führungsspieler ab, schlug das FSV-Angebot aus. Auf Vrabec und den FSV warten intensive Wochen und knifflige Aufgaben.

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