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FSV Frankfurt - 1860 München Der Heimnimbus ist dahin - endlich

Der FSV Frankfurt dominiert gegen 1860 München, trotzdem reißt die Erfolgsserie am Bornheimer Hang. Trainer Benno Möhlmann kann dem 0:1 gegen 1860 München aber auch positives abgewinnen.

11.11.2012 16:58
Ingo Durstewitz und Jörg Hanau
Am Boden: Manuel Konrad (l) und Moise Bambara. Foto: dpa

Der FSV Frankfurt dominiert gegen 1860 München, trotzdem reißt die Erfolgsserie am Bornheimer Hang. Trainer Benno Möhlmann kann dem 0:1 gegen 1860 München aber auch positives abgewinnen.

Der Heimnimbus ist Geschichte, die schöne Serie gerissen. Erstmals nach fast einem Jahr und der 0:2-Schlappe gegen den VfL Bochum hat es den FSV Frankfurt am heimischen Bornheimer Hang mal wieder erwischt, zwölf Partien waren die Schwarzblauen ungeschlagen geblieben, doch am Sonntagmittag machte der TSV 1860 München diesen Lauf mit einem humorlosen 1:0 (1:0)-Sieg zunichte. Und doch kann man nicht unbedingt behaupten, dass FSV-Trainer Benno Möhlmann darob besonders traurig wäre, ganz im Gegenteil: „Das ist das Einzige, was mich freut“, sagte er allen Ernstes: „Das ganze Gelaber darüber konnte ich nicht mehr hören.“

Viel hätte nicht gefehlt und der erfahrene Fußballlehrer hätte noch sehr viel mehr Gelaber über die Heimstärke seiner Mannschaft ertragen müssen, dann etwa, wenn Alexander Huber kurz vor Schluss den Ball nicht ans Außennetz, sondern ins Tor geschossen hätte. Das war nicht so furchtbar schwer. Oder wenn John Verhoek kurz vor der Pause eine seiner zwei Großchancen genutzt hätte. Gerade sein Schuss aus nächster Nähe nach 37 Minuten hätte zwingend zu einem Torjubel in schwarz-blau führen müssen, doch Löwen-Torwart Gabor Kiraly, auch nicht erst seit gestern im Geschäft, wehrte den Ball in größter Not mit dem Kopf ab.

"Ein saudummes Gegentor"

Der wusste doch gar nicht, wie er den gehalten hat“, stöhnte FSV-Sportchef Uwe Stöver. Kiraly war’s relativ egal. Zu diesem Zeitpunkt führten die Münchner mit 1:0 durch Benjamin Lauth, dem ein abgefälschter Ball vor die Füße sprang und der dann, wie Möhlmann sagte, „das gemacht hat, was er am besten kann: Tore schießen“. Für die Platzherren war dieser Rückstand ein Nackenschlag. „Ein saudummes Gegentor“, monierte Yannick Stark.

Die Bornheimer investierten viel in diese Partie gegen die angeschlagenen Löwen, sie waren das klar dominierende Team, sie gewannen 54 Prozent der Zweikämpfe, brachten es auf einen Ballbesitz von 57 Prozent, sie kamen zu 25:8 Torschüssen und zu 41:8 Flanken. Das ist in der Tat eine erstaunliche Zahl, die aber auch dokumentiert, woran das FSV-Spiel krankte: an Ideen, an Esprit, an Kreativität.

Schattig am Hang

Das Spiel der Hessen war zu berechenbar, sie schaufelten eine Unzahl hoher Bälle vor den Kasten der 60er, mal von außen, mal aus dem Halbfeld, mal aus den hinteren Reihen. Doch das Problem an der Geschichte: Die Bälle kamen meist postwendend zurück, weil sich die Frankfurter vorne so gut wie nie durchsetzen konnten. Was Wunder, die beiden Innenverteidiger der Bayern sind echte Kanten: Necat Aygün misst 1,92 Meter, Nebenmann Guillermo Vallori kommt auf nur einen Zentimeter weniger. In deren Gegenwart wird es schnell schattig. Die beiden haben in der Luft alles abgeräumt, was da auf sie zugeflogen kam – und das war einiges.

Der FSV hat zudem zu wenige zweite Bälle gewinnen können. Und auch wenn alle Verantwortlichen die Vielzahl an Chancen hervorhoben, muss man konstatieren: In den gesamten 93 Minuten kamen die Frankfurter zu zwei hochkarätigen Chancen und zwei weiteren recht guten Gelegenheiten. Das kann reichen, um einen Punkt zu entführen, muss es aber nicht. „Wir sind nicht belohnt worden“, fasst Möhlmann zusammen.

Diese vierte Saisonniederlage war keine, die den Fußballsportverein krachend aus der Bahn werfen wird, dafür hat die Mannschaft zu engagiert und couragiert gespielt, dafür hat sie, auch wenn die großen Ideen fehlten, zu vieles richtig gemacht. „Das war kein Rückschlag in unserer Entwicklung“, fand Möhlmann. „Wir hatten nicht die Cleverness und das Glück, und der Torhüter hat nicht zugelassen, dass wir ein Tor schießen.“ Über die Festung Bornheimer Hang wird deshalb erst mal keiner mehr sprechen.

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