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Duisburg - FSV Ohne Rechenspiele zum Tabellenführer

Gino Lettieri will sich mit Drittligist FSV Frankfurt auch beim MSV Duisburg gut präsentieren.

Wenn jemand um die Heimstärke des MSV Duisburg Bescheid weiß, dann er. Gino Lettieri war es schließlich, der die Zebras in der Saison 2014/15 als Trainer zum Aufstieg in die zweite Bundesliga führte – vor heimischer Kulisse verloren die Ruhrgebietler damals nicht ein einziges Spiel. „Duisburg zu Hause, das ist das Klein-Dortmund der Dritten Liga“, sagt Lettieri. „Es muss für jeden Fußballer geil sein, dort zu spielen.“ Von einem Zuschauerschnitt von 13451, wie ihn der MSV in der aktuellen Spielzeit genießt, kann Lettieris aktueller Arbeitgeber, der FSV Frankfurt, nur träumen.

Am Samstag (14 Uhr) müssen die Bornheimer zum souveränen Tabellenführer, der wie 2015 erneut vor dem Aufstieg in Liga zwei steht. Für die ambitionierten Gastgeber geht es um alles, für die insolventen Gäste eigentlich um nichts mehr. Dennoch schwebt Lettieri alles andere als ein entspannter Betriebsausflug in die alte Heimat vor. „Ich will mir nicht nachsagen lassen, dass wir den MSV zum Meister gemacht haben“, betont der 50-Jährige. Klar, es sei schön, mal wieder nach Duisburg zu kommen, so Lettieri. „Aber am Wochenende zählt trotzdem nur das Spiel. Entscheidend ist, dass wir die drei Punkte holen.“

Der Deutsch-Italiener ist redlich bemüht, bei seiner Mannschaft keinen Schlendrian aufkommen zu lassen, auch wenn die Bornheimer in der Dritten Liga keine Zukunft haben. Eine Lizenz werden die Hessen ohnehin nicht erhalten, da ihnen bei der Planung für die kommende Spielzeit eine Million Euro fehlt, am Samstag könnte sich der Klassenerhalt dann auch rechnerisch erledigt haben. Zieht man die neun Punkte ab, die der Deutsche Fußballbund dem FSV in einigen Wochen als Strafe für den Insolvenzantrag aufbrummen wird, haben die Schwarz-Blauen 13 Zähler Rückstand aufs rettende Ufer. Mit einer Niederlage in Duisburg wären die in den vier danach noch verbleibenden Partien nicht mehr aufzuholen.

Fragezeichen bei Juni-Gehältern


Lettieri will sich mit derartigen Rechenspielen aber gar nicht aufhalten. Den Klassenerhalt hat er längst abgehakt. „Was wir nicht verhindern können, darüber brauchen wir uns keine Gedanken machen“, sagt der Coach. „Jetzt müssen wir einfach versuchen, das Beste draus zu machen.“ Konkret heißt das: von Spiel zu Spiel schauen, so viele Punkte wie möglich holen, sich bis zum Schluss anständig präsentieren.

Nicht gerade förderlich für die Motivation der Spieler könnte die Tatsache sein, dass der FSV aktuell nicht weiß, ob er den letzten Gehaltslauf der aktuellen Spielzeit stemmen kann. Das dreimonatige Insolvenzgeld, das der Klub von der Bundesagentur für Arbeit erhält, hilft bei den Zahlungen am 15. April, 15. Mai und 15. Juni. Sämtliche Verträge laufen üblicherweise bis Ende Juni, die Gehälter für diesen Monat werden beim FSV aber am 15. Juli überwiesen. Woher das Geld kommen soll, müssen sich die Verantwortlichen nun überlegen.

Voriges Wochenende, beim ordentlichen 1:1 gegen den VfL Osnabrück, zeigten die Spieler zumindest, dass sie den Kopf noch nicht in den Sand gesteckt haben. Auch für die Partie in Duisburg verspricht Lettieri: „Wir werden alles geben, was in uns steckt.“

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