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DFB-Pokal FSV-Hertha Raus mit Applaus

Der FSV Frankfurt verliert im DFB-Pokal erst in der Verlängerung denkbar unglücklich gegen Hertha BSC und scheidet aus.

Untröstlich: Felipe Pires (r.) trauert, Tomas Orals Worte helfen nicht. Foto: pressehaus/heinen

Der Frust war Tomas Oral ins Gesicht gemeißelt. 120 Minuten lang spielte sein FSV Frankfurt auf höchstem Niveau, „wir waren die bessere Mannschaft“, analysierte Oral treffend. Zum Sieg reichte es für den Zweitligisten gegen Hertha BSC aber nicht. Statt verdient in die dritte Runde des DFB-Pokals einzuziehen „stehen wir jetzt mit leeren Händen da“, sagte Oral nach der unglücklichen 1:2-Niederlage.

Der FSV verabschiedete sich erhobenen Hauptes aus dem laufenden Wettbewerb. „Wir haben sehr viel investiert“, sagte der starke Innenverteidiger Florian Ballas, „aber dafür können wir uns jetzt leider auch nichts kaufen.“ Dafür gab es Lob von allen Seiten. „Die bessere Mannschaft hat heute verloren“, urteilte FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger, und selbst Hertha-Coach Pal Dardai lobte die Frankfurter für das Gezeigte: „Respekt, der FSV war sehr gut organisierst. Ein wirklich schwieriger Gegner.“

Letzten Endes entschied ein Foulelfmeter über Sieg und Niederlage. Fanol Perdedaj fuhr seinen Fuß gegen Salomon Kalou aus. Der Ivorer ließ sich anschließend die Chance vom Kreidepunkt nicht nehmen und schob den Ball zum 2:1-Siegtreffer (99.) für die glücklichen Berliner ein.
FSV-Kapitän Manuel Konrad sprach später von „120 Minuten Vollgasfußball“. Von der ersten Minute an agierte der Tabellenneunte der zweiten Liga auf Augenhöhe mit dem Tabellenfünften der Bundesliga. Ein Klassenunterschied war eigentlich nie auszumachen. Da war eine große Portion

Selbstbewusstsein mit im Spiel. Der 3:2-Sieg des Fußballsportvereins am vergangenen Freitag gegen den VfL Bochum wirkte offensichtlich nach. Mehr noch: „Das war unser bestes Saisonspiel“, sagte Krüger .
Oral ließ diesmal ein 4-1-4-1 spielen, ließ Alexander Huber und Lukas Gugganig draußen. Für sie verteidigten Perdedaj rechts und der in der Liga noch gesperrte Joan Oumari neben Ballas im Zentrum. Die Frankfurter Abwehrreihe komplettierte links der Iraner Ehsan Haji Safi. Da war kaum mal ein Durchkommen für die an diesem Abend erschreckend harmlosen Berliner, für die Kalou (8.) die einzige Chance vor dem Wechsel vergab.

FSV-Führung hält nicht lange

Mit etwas Glück wäre der FSV vor der Pause sogar in Führung gegangen. Nach einem feinen Zuspiel von Shawn Barry schoss Safi die Kugel jedoch am langen Pfosten vorbei ins Toraus. „Das hätte es sein können“, haderte FSV Geschäftsführer Clemens Krüger in der Pause. Kaum zurück auf seinem Platz, durfte der gebürtige Berliner dann doch noch jubeln: Ein abgefälschter Distanzschuss von Perdedaj war Timm Golley direkt vor die Füße gefallen; der 24 Jahre alte Rechtsaußen fackelte nicht lange und drosch den Ball vorbei an Rune Jarstein zum 1:0 (47.) ins linke Ecke. Noch sehenswerter als das Tor selbst war allerdings der anschließende Flick-Flack mit abschließendem Salto des langen Blonden.

„Leider haben wir die Führung nicht lange gehalten“, haderte später Oral mit dem viel zu schnellen Ausgleich „aus dem Nichts“. Kalou (56.) war im Fünfer völlig freistehend zum Kopfball gekommen. Trotz des 1:1-Ausgleichs blieb der FSV spielbestimmend. Das änderte sich auch in der Verlängerung nicht, in der sich die Gastgeber eine Fülle guter Chancen herausspielten. Nur der verdiente Ausgleich wollte einfach nicht fallen. „Wir haben heute Charakter gezeigt und den deutlichen Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigt“, sagte Konrad und verschwand in die Kabine. „Wenn wir so weiter machen“, fügte Perdedaj an, „haben wir noch eine gute Saison vor uns.“ Am nächsten Samstag steht in der Liga bereits die nächste Bewährungsprobe gegen Stefan Effenbergs Paderborner an.

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