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Arminia Bielefeld - FSV Frankfurt FSV stolpert über sich selbst

Der FSV Frankfurt bleibt auch im zweiten Spiel der zweiten Fußball-Bundesliga ohne Tor, holt gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld aber zumindest einen Punkt.

Kein Sieger: Sebastian Schuppan (links) im Duell mit FSV-Spieler Besar Halimi. Foto: dpa

Am Ende wollte Tomas Oral gar nicht mehr hinschauen. Der Trainer des FSV Frankfurt schlug die Hände vors Gesicht. Fassungslos musste er mitansehen, wie Yann Rolim über den halben Platz gerannt war. Den Kopf nach unten – und ab durch die Mitte. Ohne Auge für seine Nebenleute. Zu schlechter Letzt stolperte der junge Brasilianer gar über die eigenen Füße.

Das war symptomatisch für den Auftritt des FSV am Freitagabend bei Arminia Bielefeld. Nach vorne lief nicht viel, fast gar nix. Nach zwei Pflichtspielen in Liga zwei warten die Bornheimer deshalb weiter auf ihr erstes Tor. Immerhin: Mit dem 0:0 beim Aufsteiger sammelte der FSV seinen ersten Punkt ein. „Deshalb können wir unterm Strich auch zufrieden sein“, urteilte Geschäftsführer Clemens Krüger. Oral sprach von einem „gerechten Unentschieden“.

Es war zum Teil schon harte Kost, die die 17.207 Zuschauer zu verdauen hatten. Bereits die ersten 45 Minuten waren zum Vergessen. Beide Mannschaften genügten den Ansprüchen einer zweiten Liga nicht. Hätte das Thermometer nicht weniger als 20 Grad angezeigt, man hätte das Gezeigte als Sommerfußball abtun können. „Durchwachsen“ nannte Oral das Gesehene, „nicht zufriedenstellend“ empfand es sein Bielefelder Kollege Norbert Meier. Beides stimmte.

Standen die Bornheimer trotz einiger Unkonzentriertheiten von Joan Oumari noch recht sicher in der Defensive, so ließ das Spiel nach vorne viele Wünsche offen. Das war wenig bis nichts. „Da ist wirklich noch viel Luft nach oben“, monierte Kapitän Manuel Konrad.

Der gegen Leipzig noch gelobte und technisch unzweifelhaft hochbegabte neue Spielmacher Besar Halimi konnte sich und seine Nebenleute kaum einmal positiv in Szene setzten. Edmond Kapllani, zu Beginn einzige nominelle Spitze, musste allzu oft auf die Flügel ausweichen - fehlte dann aber im Strafraum. Da passte nicht viel zusammen. „Wir haben die Bälle viel zu früh wieder weggeschenkt“, sage Konrad.

Nach einer guten halben Stunde reagierte Oral, brachte Denis Epstein für den indisponierten Mario Engels. Der durfte sich durchaus als Bauernopfer fühlen. „Ich war allgemein mit der Offensive nicht zufrieden“, gestand Oral.

Gugganig trifft Lattenkreuz

Mit etwas Glück hätte der FSV durchaus auch einen Dreier aus Bielefeld entführen können. Lukas Gugganig, der lange österreichische Innenverteidiger, nagelte den Ball kurz nach der Pause per Freistoß aus rund 25 Metern ans Lattenkreuz. Es war der einzige wirkliche Aha-Moment in den 90 Minuten. „Wir hatten sicherlich die besseren Chancen“, sagte Krüger und dachte dabei wohl auch an die 84. Minute, als Epstein aus der Distanz den Bielefelder Torhüter Wolfgang Hesl zu einer reaktionsschnellen Parade zwang.

Unterm Strich aber hatten die Bielefelder spielerisch eindeutig mehr vom Spiel. Allerdings agierten auch sie vor des Gegners Tor nicht minder kopflos wie ihre Kollegen aus Hessen. Denn auch Meier und seine Aufstiegskicker warten aufs erste Tor in der noch jungen Saison.

Dass die ostwestfälische Offensive eine Woche nach der Nullnummer auf St. Pauli erneut leer ausging, lag aber auch an der neuen Nummer eins im Tor des FSV: André Weis war gestern Abend unzweifelhaft der beste Mann auf dem Platz. Allzu oft musste der Neuzugang vom FC Ingolstadt zwar nicht eingreifen, wenn er aber gebraucht wurde, war der 25 Jahre alte Keeper zur Stelle. „Das war überragend“, lobte Oral den Nachfolger von Patric Klandt. Zumindest dessen Abgang nach Freiburg hat der neu formierte FSV Frankfurt gut kompensiert haben.

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