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Union Berlin - Darmstadt 98 Darmstadt 98 hilft kräftig mit

Darmstadt 98 verliert in Berlin nach kapitalen Schnitzern mit 1:3, hakt das aber schnell ab - es wartet das wichtige Spiel gegen Ingolstadt.

1. FC Union Berlin - Darmstadt 98
Zu weit weg: Lilien-Profi Marcel Franke (r.) fälscht beim 2:0 von Sebastian Andersson noch ab. Foto: dpa

Fabian Holland hatte die Ursache für die Niederlage seines SV Darmstadt 98 beim 1. FC Union schnell ausgemacht. Der erfahrene Linksverteidiger des Fußball-Zweitligisten sagte nicht viel über das 1:3 (0:2) an der Alten Försterei in Berlin, dafür war seine Analyse deutlich: „Das waren zwei dumme Gegentore“. Punkt. Nun können Gegentore, wenn man es genau nimmt, ja nicht dumm sein. Sie fallen einfach. Mal überraschend, mal absehbar sind sie dann halt da. Was Holland, der seit 2015 das Lilien-Dress überstreift, mit seiner knappen Rückschau auf die Partie sagen wollte, ist aber natürlich klar: Die ersten beiden Gegentore der Lilien waren absolut vermeidbar und hätten bei konsequenterer Abwehrarbeit nicht fallen müssen, ja eigentlich auch nicht dürfen.

Aber von vorn: Nachdem die Darmstädter bereits nach 60 Sekunden einen Warnschuss in Person vom gerade noch rechtzeitig fit gewordenen Serdar Dursun abgelassen hatten, ging danach nicht mehr viel. Union, in dieser Saison noch ungeschlagener  Tabellendritter, war die bessere Mannschaft. Kämpferisch, spielerisch, in allem eigentlich. Und dennoch mussten die Gäste aus dem Hessenland im ersten Abschnitt kräftig mithelfen, damit die Berliner ein 2:0 mit in die Kabine nahmen. Nach 28 Minuten zum Beispiel stand der spätere Torschütze Sebastian Andersson einen knappen Meter im Abseits, eigentlich. Denn der Darmstädter Torhüter Daniel Heuer Fernandes wollte sich Platz in seinem Fünfmeterraum schaffen und schubste den direkt vor ihm platzierten Angreifer zwei Meter ins Feld zurück. Zwei Sekunden später netzte Andersson ein, freistehend aus kurzer Distanz, unhaltbar für Heuer Fernandes. Und auch nicht im Abseits stehend. 

Oder nach 42 Minuten, da unterlief dem ohnehin schwachen Tobias Kempe seine schwächste Aktion des Spiels. Bei einer halbhohen Hereingabe der Gastgeber trat der Darmstädter am Ball vorbei, sodass dieser genau in den Lauf von Andersson trudelte. Der Schwede im Sturm der Berliner ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte die Kugel wuchtig unter die Latte – 2:0, die Vorentscheidung. „Wir haben das Spiel eindeutig in der ersten Halbzeit verloren“, sagte der Darmstädter Trainer Dirk Schuster, „wir haben uns zwei Fehler geleistet, dann ist es schwer, es wieder geradezubiegen.“ 

„Ein herber Dämpfer“

Immerhin: Die Lilien probierten es. Sie kamen zumindest etwas verbessert aus der Kabine, nahmen nun die Zweikämpfe energischer an, spätestens rund um den Berliner Strafraum war dann aber Schluss. Und hinten halfen sie weiter kräftig mit, bugsierten den Ball nun sogar selbst über die eigene Torlinie. In der 65. Minute war das, als Aytac Sulu, der auch noch seine fünfte Gelbe Karte der Saison kassierte und damit am kommenden Samstag im wichtigen Spiel gegen den FC Ingolstadt fehlen wird, nach einem Kopfball von Marvin Friedrich sein Bein hinhielt und ins eigene Netz traf. Das Spiel war gelaufen. Einen „herben Dämpfer“ nannte das Trainer Schuster, dessen elf Kicker auf dem Rasen zwar noch einmal durch das sechste Saisontor von Dursun herankamen (65.), die aber nie mehr wirklich an einem Punktgewinn schnupperten. Zu schwach war die eigene Leistung, zu überlegen der Aufstiegsaspirant. Dirk Schuster brachte es auf den Punkt: „Wir haben gegen eine Spitzenmannschaft verloren, haben aber auch nicht so agiert, wie wir das wollten.“

Die Niederlage in Berlin war für die Hessen bereits die dritte nacheinander. Auswärts sind sie mit gerade mal vier Pünktchen aus sieben Spielen das zweitschlechteste Team der Liga. Und mit insgesamt 17 Zählern ist zwar weiter ein passables Polster auf die Abstiegszone vorhanden, gegen Ingolstadt sollte dann aber doch mal wieder gepunktet werden. Entsprechend hakte auch Lilien-Profi Holland die Niederlage ziemlich schnell ab und blickte lieber voraus: „Nächste Woche müssen wir alles reinhauen, denn es wird eine Schlacht geben.“ Genau genommen sind Fußballspiele natürlich nicht mit einer Schlacht zu vergleichen, aber gut. Jeder wusste, was Fabian Holland damit sagen wollte.

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