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Lilien Umbrüche an allen Ecken und Enden

Darmstadt darf weiter am Böllenfalltor spielen – aber in welcher Liga?

Fussball 2.Bundesliga, SV Darmstadt 98 Trainingslager in San Pedro del Pinatar
Trainer Schuster (rechts) schaut auch bei Aytac Sulu genau hin. Foto: Huebner/Ulrich

Die beste Nachricht der Woche ereilte den SV Darmstadt am Donnerstag. Während die Profis des südhessischen Zweitligisten noch bis Samstag im spanischen Trainingslager für den Rest der Saison schuften, veröffentlichte der Klub eine Meldung, die über die kommenden 16 Spieltage hinausgeht: Die Lilien dürfen weiter in ihrem Stadion am Böllenfalltor spielen.

Die Darmstädter teilten mit, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) sie nach Prüfung der vorgelegten Unterlagen darüber informiert habe, dass die Auflagen für die Infrastruktur erfüllt worden seien. Insbesondere der Masterplan, der einen umfassenden Umbau der Arena vorsieht, sei von der DFL akzeptiert worden. Der Plan, der zum 31. Oktober des vergangenen Jahres eingereicht wurde, sieht vor, dass in den kommenden Wochen mit dem Bau eines Funktionsgebäudes auf dem Stadiongelände begonnen wird. Vom Sommer an sind der Umbau und die Überdachung der Gegengerade vorgesehen, danach soll die Errichtung einer modernen Haupttribüne folgen.

Dafür, dass diese Pläne ab der kommenden Saison nicht für einen Drittligisten gelten, arbeiten Trainer Dirk Schuster und seine Mannen derweil im beschaulichen San Pedro del Pinatar an der Südostküste Spaniens. Nach seinem Comeback Mitte Dezember, einem 1:1 in Fürth, durch das sich die Lilien geradeso auf dem Platz 16 in die Winterpause schleppten, kündigte eine Rückrundenvorbereitung an, die zwar kurz werde, dafür aber umso härter. Aytac Sulu wusste da schon, was auf ihn zukam.

„Wir haben hier einige Trainingseinheiten, die in den roten Bereich gehen und darüber hinaus“, bestätigte der Mannschaftskapitän der FR unter der Woche in einem Telefongespräch: „Aber das ist ja auch ein schönes Gefühl, wenn man den Tag so abgearbeitet hat, dass man froh ist, wenn man abends die Kissen sieht.“ Die Zielvorgaben für den Abstiegskampf sind klar: „Wir wollen wieder kompakter agieren. Unser Angriffsspiel war ja in Ordnung in der Vorrunde, aber defensiv standen wir nicht stabil. Das war das Manko“, findet der 32-jährige Deutsch-Türke, seit 2013 Innenverteidiger am Böllenfalltor.

Neuer Sechser gesucht

Sulu erlebt gerade den x-ten Umbruch in diesem Verein, der längst auch ein bisschen sein Verein ist – „diesmal ist es aber nur ein kleiner, denke ich“. Gekommen ist gerade Baris Atik, für die Offensive, nachdem sich Jamie Maclaren nach Edinburgh verabschiedet hat bis zum Saisonende. Atik, 23, ist für ein halbes Jahr von der TSG Hoffenheim ausgeliehen und soll den Angriff mit Dribblings erleuchten. Außerdem fahndet Schuster, der die Scoutingabteilung nach der Trennung von Chefscout Alexander Klitzpera wieder nach seinem Geschmack gestaltet, nach einem Mann fürs zentrale Mittelfeld. Gojko Kacar (30, FC Augsburg) und Eugen Polanski (31, TSG Hoffenheim) sollen Kandidaten sein.

Ein neuer Sechser tut ja not, jetzt, da Hamit Altintop wieder weg ist, zurückgegangen in die Türkei nach einem Jahr in Darmstadt, der Familie wegen, der Frau und den beiden kleinen Kinder. Sulu pflegte im Team den engsten Kontakt zum 35-Jährigen, der mit dem körperbetonten Zweitliga-Fußball Probleme hatte, und er wusste deshalb um Altintops innerliches Ringen.

„Sein Abschied hat mich zum Schluss nicht so überrascht. Ich kannte seine Situation, wir haben häufig miteinander gesprochen“, erläutert Sulu. „Fußballerisch und menschlich ist es schade, dass er weg ist. Ich hätte mir gewünscht, er wäre mit seiner Familie noch geblieben. Aber ich verstehe seine Gründe und respektiere sie. Hamit hat sich ja auch nicht einfach mir nichts dir nichts verzogen. Ich weiß, dass es ihm sehr schwer gefallen ist, diese Entscheidung zu treffen, weil er eigentlich der Typ ist, der die Dinge durchzieht.“

So müssen Oberlilie Sulu und die anderen das Ding Klassenerhalt ohne Altintop durchziehen. In knapp zwei Wochen (Mittwoch, 24.01.) startet das Unterfangen gegen den Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern. Im guten, alten Stadion am Böllenfalltor.

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