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Lilien „Dramaqueen Darmstadt“

Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch über das Saisonfinale in der zweiten Liga und die Vertragsverlängerung mit Trainer Schuster.

Rüdiger Fritsch
Behält das große Ganze im Griff in Darmstadt: Rüdiger Fritsch. Foto: imago

Herr Fritsch, zwei Spieltage noch in der Zweiten Bundesliga, und der SV Darmstadt 98 steckt als Vorletzter weiter dick drin im Abstiegskampf. Wie oft haben Sie zuletzt den Tabellenrechner bemüht?
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde gar nicht. Natürlich überprüft man hin und wieder mal, welche Ergebnisse zu welchen Konstellationen führen könnten am letzten Spieltag. Aber letztlich doch relativ wenig. Wir hatten in den vergangenen Wochen ja einen Prozess des stetigen Heranarbeitens, heranrobben hat unser Trainer es genannt. Und das konnte ich dann doch gerade noch geistig nachvollziehen, ohne Hilfe des Tabellenrechners. (lacht) 

Der 3:1-Sieg vergangene Woche gegen Union Berlin hatte mal nichts mit robben zu tun, eher mit einem Zwischensprint. Zur Pause stand es 3:0 für die Lilien. Wussten Sie da überhaupt wohin mit sich, nach all den ultraknappen Spielen der letzten Zeit?
Es war tatsächlich ungewohnt. Und sehr schön. Danach hatten wir uns schon seit Längerem gesehnt, mal wieder einen Spielverlauf zu haben, bei dem man etwas ruhiger aufs Spielfeld gucken kann. Ich habe zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Kaffee getrunken in der zweiten Halbzeit. (lacht) Grundsätzlich wissen wir aber, dass der Sieg auch nur ein Beitrag zum gesamten Rettungsplan ist. 

Und doch ein ziemlich wichtiger. Vor dem Spiel am Sonntag in Regensburg (15.30 Uhr) sind fünf Teams in unmittelbarer Schlagweite zum SVD. Eine Ausgangslage, die Sie vor drei, vier Wochen so unterschrieben hätten?
Definitiv. Wir sind jetzt mittendrin und nicht nur dabei. Wir schauen nicht nur von außen zu, wie das gefühlt vor ein paar Wochen noch der Fall war. Und jetzt wird auch der Wert der sechs Unentschieden deutlich, die wir in den vergangenen neun Spielen bei drei Siegen geholt haben. Natürlich hat man sich da hinterher ab und zu vielleicht mal geärgert, weil wir ja häufig auch nah dran waren an Siegen. Aber dank dieser Punkte sind wir weiter voll im Rennen um den Klassenerhalt. Und das zeigt eben auch, dass die sportliche Entwicklung grundsätzlich positiv ist seit Wochen. 

Es deutet sich mal wieder ein Drama an, wie so oft bei den Lilien in den vergangenen Jahren. Ist die Anspannung diesmal dennoch so groß wie nie? 
Dramaqueen Darmstadt – das kann man so sehen. Tatsächlich unterscheidet sich die Situation dahingehend von den Vorjahren, dass sie eher negativ behaftet ist. Wir hatten in der Vergangenheit zwei Aufstiege und einen sensationellen Klassenerhalt in der 1. Liga. Und auch ein Bundesligaabstieg war nichts dramatisch Schlimmes für Darmstadt 98. Aber unser Ziel war und ist, dass wir uns im Profifußball etablieren. Da würde ein Drittligaabstieg im Moment natürlich überhaupt nicht reinpassen, weshalb wir uns auch mit aller Macht dagegen stemmen. 

Unabhängig davon, in welcher Liga die Lilien in der nächsten Saison spielen, haben Cheftrainer Dirk Schuster und seine Assistenten Sascha Frantz und Frank Steinmetz ihre Verträge am Donnerstag bis 2020 verlängert. Wie wichtig ist das, gerade vor dem Hintergrunde eines drohenden Drittligaszenarios?
Im Kader würde es sicherlich zu einem Umbruch kommen im Abstiegsfall. Umso wichtiger ist es, Kontinuität zu haben im Bereich der sportlichen Leitung und dass uns der Sachverstand des Trainerteams erhalten bleibt. Und wir nicht auch noch auf dieser Stabsstelle eine offene Flanke hätten. Deshalb sind wir sehr froh, dass Dirk Schuster als wichtige Säule und sein Team an Bord bleiben. Wir sind sehr zufrieden, wie sich die Mannschaft in den vergangenen Wochen entwickelt hat.

Welches Signal erhoffen Sie sich von der Vertragsverlängerung?
In erster Linie ist es uns wichtig, dass wir Planungssicherheit und Kontinuität geschaffen haben, unabhängig vom Saisonausgang. Das Trainerteam ist mit totalem Herzblut bei der Sache, widmet sich komplett der großen Aufgabe bei den Lilien. Die Zusammenarbeit macht großen Spaß, darüber hinaus hat das Trainerteam der Mannschaft ein Konzept verpasst, mit dem sie Erfolg hat. Aufgrund all dieser Faktoren wollen wir den gemeinsam eingeschlagenen Weg auch in Zukunft fortführen. 

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