Lade Inhalte...

Klassenerhalt Auf den letzten Tropfen

Darmstadt saugt die „Pulle Glück“ leer und feiert den Klassenerhalt.

Fussball 2.Bundesliga, SV Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue
Einfach nur erleichtert: Aytac Sulu, Daniel Heuer Fernandes und Romain Bregerie bejubeln den Klassenerhalt. Foto: Huebner/Ulrich

Am Ende eines hochemotionalen Nachmittags stand Rüdiger Fritsch in den Katakomben des Böllenfalltor und sah aus, als habe er 1898 Bierduschen kassiert, mindestens. Das weiße Hemd, transparent vor Nässe, klebte an seinem Rücken, „jeder, der was von mir will, muss da einmal dranpacken“, rief der Präsident des SV Darmstadt den Journalisten zu, die sich gerade vor ihm aufbauten mit ihren Aufnahmegeräten. Das war ein Scherz, natürlich, und es war auch kein Bier, der das präsidiale Hemd derart verwüstet hatte, denn das hatte der Lilien-Boss schon ganz alleine hingekriegt in der Saunalandschaft, die auch als Presseraum bekannt ist. „Fieser Angstschweiß, der sich zum Schluss in Freudenschweiß verwandelt hat“, witzelte Fritsch.

Mit 1:0 hatte der SVD am Sonntag gegen Erzgebirge Aue gewonnen, ein Sieg, der den Südhessen am letzten Spieltag einer verrückten Zweitligasaison den Klassenerhalt sicherte. Und durch den sie tatsächlich noch auf Rang zehn sprangen, nach Wochen akuter Abstiegsgefahr, und das war für sich irgendwie so lustig von der Tabelle, dass Fritsch, der smarte Sprücheklopfer, auf ernst umschalten konnte. „Ich habe schon draußen Leute gehört, die gesagt haben, Zehnter, haha, gar nicht so weit weg von unseren Zielen“, erklärte der Jurist: „Aber das ist nicht der richtige Ansatz. Wir sind gut beraten, mit Demut aus so einer Saison rauszugehen und sie genau zu analysieren.“ 

Der Ball ist hinter der Linie

Daran tun die Darmstädter in der Tat sehr gut. „Das Beste an diesem Tag ist, dass wir den Klassenerhalt eingetütet haben“, erklärte Trainer Dirk Schuster, wobei das Beste gleichzeitig das einzig Gute war für sein Mannschaft. Ganz schlecht habe man sich präsentiert, befand der 50-Jährige, „inhaltlich möchte ich mich gar nicht weiter über dieses Spiel äußern, sondern den Mantel des Schweigens darüber werfen.“ 

Inhaltlich war es nämlich so, dass die Lilien eine sehr schlechte Leistung gezeigt hatten gegen die starken Auer, die auf maximal unglückliche Weise in der Relegation landeten. Schon in der vierten Spielminute übersahen Schiedsrichter Sören Storks und sein Gespann, dass der Ball die Torlinie der Darmstädter sehr deutlich überschritten hatte, bevor Romain Brégerie ihn wegdrosch. 

Sehr, sehr eng sei es gewesen, sehr schnell sei alles gegangen in dieser Szene, sagte der Innenverteidiger, während er auf ein Smartphone schaute. Darauf zu sehen das eindeutige Beweisbild, dass der Ball im Tor war. „Manchmal geht das für dich aus, manchmal gegen dich“, sagte der Franzose. „Wir hatten oft genug kein Glück in dieser Saison. In den letzten zwei, drei Spielen haben wir das vielleicht ein bisschen aufgeholt“. Eine Sicht der Dinge, hinter der sich alle Lilien geschlossen versammelten, es war ja noch mal alles gut gegangen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen