26. Februar 20172°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

Darmstadt 98 Mehr Präsenz gefordert

Der SV Darmstadt 98 muss lernen, in den entscheidenden Phasen cooler aufzutreten. Den Abstiegskampf aber scheinen die Lilien inzwischen anzunehmen.

03.12.2012 09:19
Von Sebastian Rieth
Stefan Hickl (FSV Frankfurt II) ist bei den Lilien im Gepräch. Foto: imago sportfotodienst

Vielleicht hatte Jürgen Seeberger schon so eine leise Vorahnung beschlichen. Der Trainer des SV Darmstadt 98 hüpfte wie ein Rumpelstilzchen an der Seitenauslinie entlang und rollte einmal sogar, um Verwirrung zu stiften, einen Ersatzball aufs Spielfeld. Dabei ging es ihm vor allem darum, in der hektischen Schlussphase der Drittligapartie bei der Spielvereinigung Unterhaching ein wenig Zeit zu schinden und die 2:1-Führung noch irgendwie über die Runden zu retten. „Dafür“, gestand er später, „hätte ich fast alles getan.“

Seeberger auf die Tribüne

Der Schiedsrichter spielte aber nicht mit, sondern schickte den schimpfenden Heißsporn zur Abkühlung auf die Tribüne. „Darauf bin ich nicht wirklich stolz“, sagte Seeberger und musste von seinem exklusiven Sitzschalenplatz mit ansehen, wie seine Mannschaft zum zweiten Mal hintereinander den ersten Auswärtssieg der Saison noch leichtfertig aus den Händen gab. Die beiden Treffer von Preston Zimmerman reichten nicht zum Sieg, weil der Hachinger Florian Niederlechner in der Nachspielzeit noch der Ausgleich gelang. Zwar scheinen die Lilien den Abstiegskampf so langsam anzunehmen, in den entscheidenden Phasen eines Spiels sind sie aber nicht präsent genug. Dann fehlt die letzte Konsequenz, ein zielstrebiger Konter als Entlastung oder einfach mal der plump nach vorne geschlagene Ball. „Wir müssen diese hektischen Situationen etwas mehr lieben lernen, cooler bleiben und die richtigen Entscheidungen treffen“, fordert Seeberger, der am Freitagabend auf den erkrankten Spielmacher Elton da Costa verzichten musste.

Nuancen fehlen

Immerhin bewies seine Mannschaft Moral, steckte den zwischenzeitlichen Ausgleich durch einen „Witzelfmeter“ weg und ging erneut in Führung. Am Ende fehlen Nuancen – und überlebenswichtige Punkte. Wer auf des Gegners Platz keine Siege einfährt, der wird sich nur schwer in der dritten Liga halten können. „Das setzt uns zu Hause noch mehr unter Druck“, sagte Seeberger. Dabei ist der 47-Jährige derzeit sichtlich um Entspannung bemüht. Am Mittwochabend spendierte er bei ekeligem Wetter den wenigen Trainingskiebitzen einen Glühwein.
Die Lilien werden versuchen, die beiden letzten Partien des Jahres gegen Babelsberg und in Münster irgendwie zu überstehen und sich ohne allzu großen Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze in die Winterpause zu retten. Dann sollen zwei gestandene Spieler kommen, wobei der vereinslose Abwehrspieler Stefan Hickl (zuletzt FSV Frankfurt II) bereits getestet wird. Zudem sollen im Trainingslager in der Türkei die Weichen zum Klassenerhalt des Tabellenletzten gestellt werden. „Davon bin ich überzeugt“, so Seeberger. (ser.)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum