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Darmstadt 98 Fußball in Johnnys Namen

Die Lilien spielen ab sofort im „Jonathan-Heimes-Stadion“ - und würdigen damit ihren Fan, der im März 2016 einer Krebserkrankung erlag.

Der sportliche Aufschwung der Darmstädter in den zurückliegenden Jahren, von der Regionalliga in die Bundesliga, ist auch eng mit dem Namen Jonathan Heimes verbunden. Foto: imago/Jan Huebner

Es sind ganz bestimmt keine Worthülsen, wenn man beim SV Darmstadt 98 behauptet, „aus Tradition anders“ zu sein, wie es auf dem Mannschaftsbus und den Fahnen vor dem Stadion am Böllenfalltor geschrieben steht. Das beweist der Verein gemeinsam mit seinem Umfeld dieser Tage mal wieder. Am Montag teilten die Lilien mit, seine Heimspiele in der Saison 2016/2017 im „Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor“ auszutragen – das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck verzichtet für eine Spielzeit auf seine 2014 erworbenen Namensrechte, „um das Lebenswerk von Jonathan Heimes zu würdigen und die gemeinnützige Gesellschaft ‚Du musst Kämpfen‘ zugunsten krebskranker Kinder zu unterstützen“, heißt es in der Verlautbarung des SV 98. Lilien-Fan Heimes war im März 2016 einer Krebserkrankung erlegen.

Mannschaftskapitän Aytac Sulu zeigte sich begeistert von der Aktion: „Das ist schon eine Motivationshilfe für uns. Wir wollen erneut die Liga halten, bei dieser Aufgabe wird uns die Verbindung mit Johnny zusätzlich pushen.“

Der sportliche Aufschwung der Darmstädter in den zurückliegenden Jahren, von der Regionalliga in die Bundesliga, ist auch eng mit dem Namen Jonathan Heimes verbunden. Mit dem Verkauf von Armbändchen mit der Botschaft „Du musst kämpfen! Es ist noch nichts verloren.“, begann Heimes, bei dem 2004 im Alter von 14 Jahren ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert wurde, Geld für krebskranke Kinder zu sammeln. Zusammen mit Jugendfreundin und Tennisprofi Andrea Petkovic gründete er Anfang 2015 unter gleichem Namen eine entsprechende Initiative. Mehr als 300 000 Euro kamen so zusammen für den guten Zweck.

2014, vor dem Rückspiel um den Aufstieg in die zweite Bundesliga in Bielefeld, erzählte der damalige Lilien-Trainer Dirk Schuster seiner Mannschaft von Heimes Schicksal. Um ihr zu zeigen, dass Aufgeben keine Alternative ist. Darmstadt gewann sensationell 4:2, stieg auf, schaffte sogar den Durchmarsch in die erste Bundesliga, und seither war „Johnny“ nicht nur Symbol für den Darmstädter Weg, sondern stets auch Vorbild, Freund und Inspiration der Spieler.

„Jonathan war einer der starken Begleiter des Darmstädter Erfolgs“, erklärte Präsident Rüdiger Fritsch. „Trotz seiner Erkrankung hat Jonathan der Mannschaft immer wieder viel Energie gegeben.“ Der Lilien-Hauptsponsor Software AG schließt sich der Aktion an und räumt zum ersten Todestag Heimes‘ den Platz auf der Brust der Darmstädter Trikots: „Du musst kämpfen“, wird dort dann stehen.

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