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Darmstadt 98 Aytac Sulu verlässt die Lilien

Der Winter steht beim SV Darmstadt 98 ganz im Zeichen des Abschieds. Nun kündigt auch Kapitän Aytac Sulu an, den Zweitligisten zu verlassen.

Aytac Sulu
Aytac Sulu wird künftig nicht mehr im blauen Lilien-Trikot spielen. Foto: dpa

Beim SV Darmstadt 98 steht der Winter ganz im Zeichen des Abschieds. Im Dezember begannen Bagger, die legendäre wie brüchige Gegengerade des Böllenfalltorstadions Stück für Stück aufzufressen, es ist eine Zäsur in der Geschichte des Klubs und ein Aufbruch in eine bessere Zukunft mit modernem Stadion. Am Freitagmittag dann vermeldete der Zweitligist überraschend das nächste Ende einer Ära: Kapitän und Abwehrchef Aytac Sulu verlässt den Verein auf eigenen Wunsch, und zwar sofort. Die 33-jährige Darmstädter Identifikationsfigur reiste nicht mit ins spanischen Wintertrainingslager, um mit die letzten Formalitäten seinem zukünftigen Arbeitgeber zu klären. Wohin es Sulu zieht, ist noch nicht bekannt. Türkische Medien hatten bereits um Weihnachten herum berichtet, dass der Erstligist Erzurumspor, Tabellen-16., an Sulu interessiert ist. Laut "Bild"-Zeitung ist es der Drittligist Samsunspor.

„Für mich hat sich kurzfristig die Chance ergeben, mir noch mal den Wunsch nach einer neuen sportlichen Aufgabe erfüllen zu können“, ließ der in Heidelberg geborene Deutsch-Türke mitteilen: „Ich danke dem Verein, dass er meinem Wunsch entsprochen hat und mir diesen Schritt ermöglicht. Diese Entscheidung ist natürlich mit sehr viel Wehmut verbunden. Ich habe hier in Darmstadt unfassbare sechs Jahre mit vielen tollen Momenten und sportlichen Erfolgen erlebt.“ Sulu war im Januar 2013 aus Österreich vom SCR Altach zum damaligen Drittligisten SV 98 gekommen. Anschließend prägte er die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte entscheidend mit. Er war dabei, als die Lilien sensationell in die Bundesliga aufstiegen, er war dabei, als im ersten Jahr der Klassenerhalt gelang, und eine gut sichtbare Narbe, direkt über dem Auge, zeugt davon, dass er mehr war als nur einer von vielen: Ein Anführer nämlich, der für sein Team den Kopf hinhält, im wahrsten Sinne des Wortes.

Trainer Dirk Schuster, langjähriger Wegbegleiter Sulus in Darmstadt, und Präsident Rüdiger Fritsch bedauerten den Abschied. „Er hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur als sportliche Größe, sondern auch als absoluter Leader, Identifikationsfigur und Sympathieträger hervorgetan“, sagte Fritsch. Deshalb sei man dem Wunsch des Spielers nachgekommen – „auch wenn es uns schmerzt.“

Wie sehr der Transfer am Ende sportlich schmerzt, wird die kommende Rückrunde zeigen. Zuletzt schien Sulu dem Zweitligatempo nur noch mit Mühe folgen zu können, wenn überhaupt. Der Defensive vermochte er auf Dauer nicht mehr die nötige Stabilität zu verleihen. Mit 33 Gegentoren hat der Tabellen-13. die dritthöchste Zahl an Gegentoren aller Zweitligisten.

Neuzugänge hat der SVD bislang nur für Mittelfeld und Angriff getätigt. Vom FC Zürich kommt Victor Palsson, 27, der Isländer ist ein Mann fürs defensive Mittelfeld. Angreifer Sören Bertram, 27, wechselt aus Aue nach Darmstadt. Keiner von ihnen soll Aytac Sulu ersetzen.

Geht ja eh nicht.

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