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3:4 gegen Nürnberg Das alte Leid der Lilien

Vorne gut, hinten schwach: Der SV Darmstadt verliert am Montagabend mit 3:4 gegen den 1.FC Nürnberg und verharrt damit im Mittelfeld der zweiten Liga.

Darmstadt 98 - 1. FC Nürnberg
Die Lilien bejubeln das zwischenzeitliche 1:0, am Ende jubelten aber die Gäste aus Nürnberg. Foto: dpa

Den Reset-Knopf habe man in der Länderspielpause gedrückt, erzählte der Darmstädter Trainer Torsten Frings vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Grundsätzlich war das natürlich eine gute Idee, was beim Computer häufig funktioniert, kann man ja auch mal bei einer Fußballmannschaft versuchen, bei der zuletzt die Abläufe ruckelten. Manchmal ploppen die Fehlermeldungen aber auch nach dem Neustart wieder auf – wie bei den Lilien am Montagabend. Mit 3:4 (1:1) unterlagen die Südhessen den Franken, in einem mal wieder atemberaubenden Spiel am Böllenfalltor. Es war die zweite Niederlage in Folge für die Darmstädter, die im Mittelfeld der zweiten Liga verharren.

Bevor das Spiel in ein ekstatisches Sportfest ausuferte, stand es im Zeichen des Wiedersehens. Bei den Darmstädtern spielte ja der ehemalige Nürnberger Tobias Kempe, bei den Nürnbergern der ehemalige Darmstädter Hanno Behrens, als Mannschaftskapitän. Darüber hinaus war es das erste Montagabendspiel am heimischen Böllenfalltor für die Lilien seit ziemlich exakt drei Jahren, und der Gegner hieß im Oktober 2014 ebenfalls 1. FC Nürnberg. Großer Unterschied: Damals gewann der SVD mit 3:0.

Auch die beiden Trainer waren sich in diesem Jahr bereits begegnet, unter speziellen Umständen. Als FCN-Coach Michael Köllner im vergangenen Sommerurlaub auf der griechischen Insel Kos die Sauna seines Hotels betrat, schwitzte dort bereits Torsten Frings, der Übungsleiter der Lilien.

Führung Stark, Ausgleich Teuchert

Grund zum Schwitzen hatte am Montag zunächst nur der Trainer der Franken, denn die 9er begannen gut – und erfolgreich. Yannick Stark traf im Nachgang einer Ecke zum 1:0 (6.), nachdem Innenverteidiger Patrick Bangaard den Ball cool per Kopf vorgelegt hatte. Bangaard war einer der sechs Spieler gewesen, die von Frings‘ großer Reset-Aktion profitierten und ins Team rotierten. Aber am Beispiel des dänischen U21-Nationalspieler wurde bald klar, dass auch dieses Spiel nicht ohne Fehlermeldungen bleiben würde für die Darmstädter. Bei einem langen Ball der Gäste stand er nicht gut, und weil sich Joel Mall, der den am Finger verletzten Daniel Heuer Fernandes im Lilien-Tor vertrat, beim Rauslaufen verirrt hatte, erlupfte Cedric Teuchert dem „Club“ den zu diesem Zeitpunkt glücklichen Ausgleich (23.).

Die Lilien hätten dieses Spiel schnell wieder auf ihre Seite zerren können, Chancen waren ja da, vor und nach der Pause. Aber Tobias Kempe traf den Pfosten (27.), Stark schoss ein Mal über und ein Mal neben das Tor (33., 47.), und auch Felix Platte fehlte das Abschlussglück (49.).

Hoffungen nach Eigentor

Die Schieflage, in welche die Darmstädter Mannschaft in den zurückliegenden Wochen geraten war, hatte die Länderspielpause jedenfalls überstanden. Spielerisch sah es mal wieder gut aus, was die Lilien zeigten, aber hinten boten sie den Gästen großzügig das zweite und dritte Tor an. Mikael Ishak (51.) und erneut Teuchert (58.) nahmen dankend an, wobei die Lilien-Defensive in Person Bangaards wieder nicht sehr glücklich aussah. Gleichgewichtsstörungen zwischen Angriff und Abwehr sind inzwischen ja ein bekanntes Leid der Lilien.

Die schlechte Chancenverwertung, die Fehler in der Defensive, das alles rächte sich, und auch mit den viel gerühmten Lilien-Tugenden ließ sich da nicht mehr viel machen. Zwar traf Platte nach einer Ecke zum 2:3 (72.), aber in die wuchernden Comeback-Fantasien der Fans platzierte Tim Leibold direkt das vierte Gäste-Tor. Löwens Eigentor nährte (87.) nochmals die Hoffnungen, die schließlich jäh erstarben.

Schon am Freitag geht es für die kriselnden Darmstädter weiter, beim Tabellenführer Fortuna Düsseldorf. Da bleibt Torsten Frings höchstens Zeit, den Task-Manager zu öffnen.

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