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FFC Frankfurt Gemeinsam stärker?

Auf absehbare Zeit steht die Überlegung an, dass die Eintracht und der 1. FFC Frankfurt sich im Frauenfußball vereinen.

Der Verein Eintracht Frankfurt wirbt am Sonntag mit freiem Eintritt. Jeder kann ins Riederwaldstadion kommen, wenn es für die Fußballerinnen gegen den SV Weinberg (Sonntag 14 Uhr) um den Aufstieg in die Zweite Frauen-Bundesliga geht. „Mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga Süd haben wir den größten Erfolg des Frauenfußballs in der Vereinsgeschichte erreicht. Unsere Mannschaft möchte auch in der Aufstiegsrunde erfolgreich sein“, sagt Ottmar Ulrich, der Abteilungsleiter Fußball. Es muss ein Sieg her, dann wäre der Durchmarsch perfekt – und die Fußballerinnen der Eintracht auf einem ordentlichen Niveau angekommen. In diesem Sommer nämlich entsteht erst der eingleisige Unterbau für die Frauen-Bundesliga.

Ulrich sprach bereits zu Jahresanfang davon, die Eintracht habe „durchaus das Potenzial“ Hessens Nummer zwei im Frauenfußball zu werden – hinter dem 1. FFC Frankfurt, der am Sonntag sein letztes Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Bayern austrägt. Im Stadion am Brentanobad wollen die Münchnerinnen letzte Zweifel am Einzug in die Champions League ausräumen. Wer sich also für Frauenfußball interessiert, hat die Qual der Wahl: Der Eintracht am Riederwald die Daumen drücken? Den FFC in Rödelheim erleben?

Doch die Trennung muss nicht für immer bleiben. Wenn sich der leistungsorientierte Frauenfußball unter dem Dach von Eintracht Frankfurt vereinen würde. National wie international geht der Trend seit Jahren in diese Richtung. Sieben von zwölf Vereinen der Bundesliga sind derart strukturiert: Neben dem Doublesieger VfL Wolfsburg und dem FC Bayern noch der SC Freiburg, TSG Hoffenheim, 1. FC Köln, MSV Duisburg und Werder Bremen. Es ist zwangsläufig eine Überlegung wert, wie sich reine Frauenvereine wie Turbine Potsdam, den 1. FFC oder SGS Essen in Zukunft aufstellen.

Noch keine Verhandlungen

Formal ist die Übergabe der Lizenz kein Problem. Aber will der FFC das überhaupt? Der Verein mit seinen 430 Mitgliedern feiert im August sein 20-jähriges Bestehen. Gründer und Manager Siegfried Dietrich gibt sich bei dem Thema auf FR-Anfrage maximal zurückhaltend. Sagen will er eigentlich gar nichts. Nur so viel: „Wir versuchen uns auch in Zukunft bestmöglich aufzustellen.“ Auch aus dem Eintracht-Vorstand gibt es keinen Kommentar zu dem Thema. Nach FR-Informationen hat es nur lose Gespräche gegeben. Konkret verhandelt wurde nicht, auch ist nichts in den Eintracht-Gremien vorgestellt worden. Das Thema ist sensibel: Von einer zarten Pflanze, die nicht zertreten werden darf, ist die Rede.

Dietrich ist lebenslanges Mitglied bei der Eintracht. Der 61-Jährige weilte am Pokal-Wochenende nicht beim Frauen-Finale in Köln, sondern war nach Berlin gereist, um sich das Männerendspiel anzusehen. Bei der Pokalparty in der Hauptstadt war auch Dietrich geladen. Aus seiner Sicht sei das kein Fingerzeig gewesen. „Ich bin wie im Vorjahr nach Berlin gereist, weil auch meine Sponsoren dort waren und meine Tochter Geburtstag hatte.“ Unter seiner Regie ging 1998 die SG Praunheim in den neu gegründeten FFC Frankfurt über. Der Verein entwickelte sich zur starken Marke. Als siebenfacher Meister, neunfacher Pokalsieger und viermaliger Europapokalsieger setzte der Klub Maßstäbe – und gewann noch 2015 die Champions League in Berlin gegen Paris.

Selbst wenn die Fete am Römer damals viel kleiner als just bei Eintracht ausfiel: Auch der Frauenfußball wird als Aushängeschild für die Stadt begriffen. Neugeborene mit weiblichem Geschlecht bekommen in Frankfurt einen FFC-Strampler geschenkt.

Titel in weiter Ferne

Der Verein ist gut vermarktet: Dietrich hält über seine Agentur Sidi-Sportmanagement die Rechte und steht für den Verein mit einer Garantiesumme gerade. Der Etat von 1,6 Millionen wird über Sponsoren, Verbandszuwendungen und Zuschauereinnahmen gegenfinanziert. Der Macher weiß: Sein mühsam erwirtschaftetes Budget reicht nicht mehr, um Titel einzuheimsen. Wolfsburg und die Bayern stemmen den doppelten bis dreifachen Etat. Diese Saison wird der FFC wohl auf Platz sechs abschließen. Die Umbruchphase, heißt es, werde auch nächste Saison anhalten. Ein Trendsetter aus der Vergangenheit ringt ein bisschen selbst um seine passende Rolle für die Zukunft.

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