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FFC Frankfurt Die Strahlkraft lässt nach

Ein Klassiker im Viertelfinale des DFB-Pokals: 1. FFC gegen Turbine Potsdam.

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Umworben: FFC-Spielerin Kathrin Hendrich. Foto: Sven Leifer (imago)

Es gab Zeiten, da bestand das deutsche Fußballnationalteam der Frauen fast nur aus Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt und von Turbine Potsdam. Das ist schon lange nicht mehr so. Beim SheBelieves-Cup stellten die einstigen Schwergewichte des Frauenfußballs nur noch vier Spielerinnen: Kathrin Hendrich (FFC) sowie Johanna Elsig, Tabea Kemme und Svenja Huth (Potsdam). Für beide Rivalen liegen die Erfolge mittlerweile schon länger zurück.

Heute Abend steigt der Klassiker im DFB-Pokalviertelfinale (18.30 Uhr/Sport1), und für FFC-Manager Siegfried Dietrich hat die Konstellation nichts vom früheren Reiz eingebüßt: „Allein durch die bundesweite TV-Präsenz ist die Strahlkraft hoch. Ein Highlight in der Vergangenheit, wie auch ein aktuelles Highlight.“ Der Pokal bietet vor allem mit dem Finale in Köln (19. Mai) die Möglichkeit, sich auf großer Bühne zu präsentieren.

Dass beide Teams in der Bundesliga nur noch Vierter bzw. Fünfter sind, sei keine Überraschung: „Die Kader des VfL Wolfsburg und FC Bayern sind qualitativ klar besser“, sagt Dietrich. Tatsächlich haben sich beiden finanzkräftigen Vereine allein in der Winterpause mal wieder hochkarätige Neuzugänge leisten können. So verstärkten sich die Münchner mit der französischen Nationalmannschaftskapitänin Laura Georges. Ein Transfer in einer Größenordnung, die für den 1. FFC Frankfurt heutzutage nicht mehr vorstellbar ist. Beim FFC laufen mehr als zehn Verträge aus.

Ein großer Umbruch ist nicht geplant. Man sei in „guten Gesprächen“, die meisten Leistungsträgerinnen würden gehalten werden, sagt Dietrich. Viele Identifikationsfiguren hat Frankfurt allerdings nicht mehr, einige könnten den Verein verlassen. Darunter auch Defensivallrounderin Hendrich. Der Verbleib der 2014 nach Frankfurt gewechselten 25-Jährigen gilt alles andere als sicher. Gut möglich, dass sich die Topteams für die 24-fache Nationalspielerin interessieren. Ein Wechsel könnte ein Novum darstellen: Der FFC wäre dann womöglich ohne eine einzige deutsche Nationalspielerin.

Neue Wege beschritten

Für Dietrich ist es „nicht das Maß aller Dinge“, wie viele deutsche A-Nationalspielerinnen man stelle, sondern „wie gut die FFC-Mannschaft zusammenspielt“. Den Weg, junge Talente zu entwickeln, sieht Dietrich weiter als den richtigen: „Ich sehe mich bestärkt, weil einige junge Spielerinnen schon jetzt die Qualität zeigen.“

Einen Weg, den Turbine-Trainer Matthias Rudolph begrüßt. „Es ist erfreulich zu betrachten, dass Frankfurt jetzt auch den Weg eingeschlagen hat, eigene, junge Spielerinnen zu fördern. Das tut dem deutschen Frauenfußball gut“, sagt der 35-Jährige der FR. Auch in Potsdam wird es weitreichende Veränderungen geben: Im Februar löste Turbine den Vertrag mit der Australierin Elise Kellond-Knight auf, zeitgleich verkündeten Kemme und Kapitänin Lia Wälti, den Klub am Saisonende nach zwölf beziehungsweise drei Jahren zu verlassen. Beide werden wohl ins Ausland wechseln. Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz sagt: „Lia und Tabea sind zwei Gesichter, die die Mannschaft in den vergangenen Jahren geprägt haben.“ Rudolph misst dem Umstand weniger Bedeutung bei: „Abgänge gibt es überall. Wir haben noch Zeit, uns umzuschauen oder die Lücken aus eigenen Reihen zu schließen. Es ist ein normaler Prozess.“

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