Lade Inhalte...

Dzsenifer Marozsan Das Powergirl mit den Fußballgenen

Jahrhunderttalent Dzsenifer Marozsan soll in der nächsten Saison für frischen Wind beim 1. FFC Frankfurt sorgen.

14.04.2009 00:04
MATTHIAS KITTMANN
U19 Germany v U19 Italy - Women International Friendly
Dzsenifer Marozsan wagt den Sprung aus dem Saarland in das Starensemble des FFC. Foto: Getty

Sie gilt als Jahrhunderttalent, als die Beste seit Birgit Prinz im vergleichbaren Alter. Eine Menge Vorschusslorbeeren für einen Teenager, der in wenigen Tagen gerade mal 17 Jahre alt wird. Und ab der kommenden Saison beim 1. FFC Frankfurt Fußball spielt. Vergangene Woche war der Wechsel von Dzsenifer Marozsan bekannt gegeben worden, gestern konnte sie sich mit ihrem bisherigen Klub 1. FC Saarbrücken schon einmal ein Bild von ihrer künftigen Heimat machen, als sie im Zweitliga-Spitzenspiel auf den FFC II traf. Marozsans erster Eindruck vom schwachen Auftritt des Bundesligateams beim 2:2 gegen Essen: "Naja, so Spiele gibt es eben."

Der Power-Teenager, der in insgesamt 29 Juniorenländerspielen 28 Tore erzielt hat, bleibt angesichts der auf sie einprasselnden Lobeshymen erstaunlich bodenständig. Auf die Frage, ob ihr das Schulterklopfen nicht zu Kopfe steigt, antwortet sie verlegen: "Könnte, tut es aber nicht."

Vater spielte mit Detari

Die athletische Offensivspielerin bringt alles mit, was es braucht, um den Sprung nach oben zu schaffen. Das beginnt mit den Genen. Vater Janos spielte mit dem ehemaligen Eintracht-Star Lajos Detari zusammen in der ungarischen Nationalmannschaft. 1996 wechselte er zum 1. FC Saarbrücken und blieb dort. Das Töchterchen war vom Fußball infiziert, konnte zunächst aber nur heimlich spielen. "Meine Mama wollte nicht, dass ich mit aufgeschlagenen Knien nach Hause kommen." So hängte sie sich an den fünf Jahre älteren Bruder David, "der hat mich am Anfang aber nur unwillig auf den Bolzplatz mitgenommen". Bis der große Bruder merkte, dass die kleine Schwester richtig etwas drauf hat. Dann wurde die Straßenfußballerin zu einem Verbandslehrgang eingeladen, weil sich das Talent der begnadeten Kickerin im kleinen Saarland herumgesprochen hatte. Nun gab auch die Mutter den Widerstand auf.

Längst sind die Eltern Dzsenifers größte Fans. Und haben ihr geraten, das Angebot des FFC anzunehmen. "Ich war mir gar nicht so sicher, ob ich wechseln sollte." Nicht nur, weil der Auszug von zu Hause für jeden Teenager ein großer Schritt ist. Sondern auch, weil sie die sportliche Nestwärme beim 1. FC Saarbrücken verlässt, wo die Spielerinnen noch elf Freundinnen sind. In Frankfurt trifft sie auf Stars wie Prinz oder Nadine Angerer, die sie nur aus dem Fernsehen kennt.

Aber Dzsenifer Marozsan ahnt auch, dass sie den Sprung wagen muss. Eine Spielerin mit dem Talent - "sie ist die herausragende Spielerin im Juniorenbereich", so Bundestrainerin Silvia Neid - muss sich auch im Training mit den Besten messen und daran wachsen. So, wie es Birgit Prinz getan hat. Bei allen spekulativen Parallelen habe die beiden eines gemeinsam: Beide haben schon mit 15 und einer Sondergenehmigung in der Bundesliga gespielt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen