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DFB Frauen-Bundesliga Sponsor Eine starke Allianz

Der Deutsche Fußball-Bund verkauft das Namensrecht der Frauen-Bundesliga an seinen Versicherungskonzern. DFB-Boss Wolfgang Niersbach spricht von einem Meilenstein. Der lohnt sich auf die Klubs: Sie kassieren annähernd 100.000 Euro pro Saison.

Nicht nur Topklubs der Frauen-Bundesliga wie der 1.FFC Frankfurt oder der 1.FFC Turbine Potsdam dürften von der neuen Kooperation profitieren. Foto: dpa

Vier grelle Scheinwerfer richteten sich auf das gläserne Podium im Saal Bruno Schmitz des Congress Center Rosengarten direkt am Mannheimer Wasserturm, als Wolfgang Niersbach und Bernd Heinemann sich am Donnerstagnachmittag noch einmal symbolisch die Hände schüttelten. Sodann zeichneten der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Vorstandsmitglied Markenmanagement der Allianz ein Vertragswerk ab, das mit einem vierjährigen Vorlauf  zustande gekommen ist, um  die Frauen-Bundesliga auf eine neue Entwicklungsstufe zu hieven.

Die „starke Allianz“ (O-Ton Niersbach) umfasst ab der nächsten Saison die höchste Frauen-Spielklasse, an der der Versicherungskonzern das Namensrecht erwirbt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München firmiert bislang als offizieller Versicherer des Verbands und als größter Sponsor der Frauen-Nationalmannschaft.

9 Millionen Euro für den DFB

Die nächste Partnerschaft gilt gleich bis 2019 und soll dem DFB nach Information dieser Zeitung über die Vertragsdauer rund neun Millionen Euro einbringen. Der DFB-Boss sprach  von einem „Meilenstein“. Niersbach: „Diesen Schritt sind wir noch nirgendwo anders eingegangen. Wir hätten bei einem kurzfristigen Engagement nicht eingewilligt. Der Betrag wird weitgehend den Vereinen zufließen.“

Jeder Klub kann pro Saison umgerechnet mit rund 100.000 Euro Sponsorengeld zusätzlich rechnen, muss dafür aber auch einige Bandenflächen und einen Trikotärmel als Plattform bereitstellen. Zudem sind weitere umfangreiche Werbemaßnahmen geplant. Der DFB stellt eigens einen Mitarbeiter in seiner Marketingabteilung ein, um die „Aktivierungsmaßnahmen zu unterstützen“, wie es im Branchenjargon heißt. Die fußballaffine Allianz-Konzern, der zuletzt auch Namensrechte an neuen Fußballstadien  in Nizza und Sao Paulo und kürzlich Anteile an der FC Bayern AG erworben hat, sieht nach Aussage von Heinemann „eine fantastische Plattform für Marketingaktivitäten.“ Eine eigene Facebook-Seite wird nur der Anfang sein.

Auch die am Vormittag in einem Workshop informierten Vereinsvertreter zeigten sich hochzufrieden: Die Einnahmen werden in der zwölf Klubs umfassenden Spielklasse zu gleichen Anteilen verteilt und ermöglichen vor allem jenen Vertretern, hinter denen kein Lizenzverein steht, eine größere Planungssicherheit. „Die solidarische Verteilung der Werbeerlöse wird mit dazu beitragen, dass sich die zwölf ‚Liga-Filialen‘ im Gleichschritt weiterentwickeln“, sagte Siegfried Dietrich, Manager beim 1. FFC Frankfurt.

Dietrich warnt vor steigenden Gehältern

Der Branchenkrösus kann bereits auf eine bestehende Kooperation mit der Allianz verweisen. Dietrich hätte dem Deal auch zugestimmt, wenn noch Allianz-Konkurrent Generali der FFC-Hauptsponsor gewesen wäre, „hier geht es um die wirtschaftliche Stabilität der gesamten Liga“.

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg sprach von einem „wichtigen Signal eines Weltkonzerns.“ Jeder Frauen-Bundesligist hat ab der nächsten Saison also fast 280.000 Euro – 180.000 Euro aus den TV-Verträgen, 100.000 Euro vom Liga-Sponsor – sicher, um seinen Spielbetrieb zu finanzieren. Dazu kommen temporäre Zusatzeinnahmen durch die seit dieser Spielzeit angebotenen Live-Übertragungen der Samstag-Spiele beim Spartensender Eurosport.

Der durchschnittliche Etat der Erstligisten lag zuletzt bei rund 900.000 Euro, davon gingen 60 Prozent für die Personalkosten drauf. „Ich wünsche mir, dass mit den Mehreinnahmen die Strukturen verbessert und nicht die Gehälter erhöht werden“, erklärte Dietrich mit einem durchaus mahnenden Unterton.

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