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1. FFC Frankfurt Auf dem richtigen Weg

Der 1. FFC Frankfurt überzeugt nach Turbulenzen im Herbst und überrascht zwischenzeitlich die Konkurrenz.

FFC Frankfurt
Der Rückhalt des 1. FCC: Torhüterin Bryane Heaberlin. Foto: imago

Mit markigen Worten kommentierte Siegfried Dietrich den Paukenschlag kurz vor Heiligabend. „Stars von gestern entwickeln Stars von morgen“, sagte der Manager des 1. FFC Frankfurt zu der Maßnahme, die ehemalige Nationalspielerin Kim Kulig, assistiert von Kerstin Garefrekes, im neuen Jahr als Trainerin für die zweite Mannschaft zu gewinnen. Der 27-Jährigen werden definitiv auch höhere Aufgaben irgendwann zugetraut, zumal sie bei der Frauen-Nationalmannschaft während der EM in den Niederlanden bereits im Scouting eingesetzt war. Derzeit hat der weiterhin in der Neuausrichtung befindliche Frauen-Bundesligist auf der Trainerposition keinen Nachbesserungsbedarf. Neun Pflichtspiele (sieben davon auswärts), sechs Siege, nur zwei Niederlagen und dazu im DFB-Pokal überwintert: Das ist die gute Bilanz von Coach Niko Arnautis. „Wir haben sportlich alle Ziele erreicht und den einen oder anderen überrascht“, sagt der 37-Jährige.

Die Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und Bayern München relativierten den zwischenzeitlichen Höhenflug zwar, doch Platz fünf entspricht dem gegenwärtigen Leistungsstand. Aber erneut dürfte der siebenfache Meister nichts mit dem Titelkampf und mit jenen beiden ersten Rängen zu tun haben, die zur Qualifikation für die zunehmend wichtigere Women’s Champions League berechtigen. Inzwischen sind es neun Punkte zur Tabellenspitze, ein Nachholspiel gegen die SGS Essen (11. Februar) steht noch aus. Immerhin: Nach einem 3:0 beim SC Freiburg horchte die Konkurrenz überrascht auf – der FFC wieder erstarkt? „Ein gutes Signal. Das zeigt, dass wir den richtigen Trainer haben“, erklärt Dietrich.

Dabei hatte die Saison nicht besonders gut begonnen. Nach einem 1:2 gegen den SC Sand am dritten Spieltag wurde es turbulent, Trainer Matt Ross nach Gesprächen zwischen dem Mannschaftsrat entlassen. Es stellt sich die Frage, ob ein Schnitt vor Saisonbeginn nicht sinnvoller gewesen wäre. Dietrich widerspricht: „Es war genau der richtige Zeitpunkt.“ Nur einen Tag später übernahm Arnautis. Woche für Woche klappte die Zusammenarbeit besser, man erkannte eine klare Spielidee, „seitdem gibt es einen neuen Spirit“, sagt Dietrich. Der Coach spricht rückblickend von einer „sehr intensiven Anfangszeit“ und ist froh, im Winter eine komplette Vorbereitung Zeit zu haben.

Große Baustellen gibt es nicht. Bryane Heaberlin zur Nummer eins zu machen, war noch Ross‘ Entscheidung, der ab 2018 beim schwedischen Erstligisten Vittsjö GIK einen Job gefunden hat. Die US-Torfrau spielte bislang eine starke Saison und rettete jede Menge Punkte. Nicht umsonst haben die Frankfurterinnen die beste Defensive der Liga vorzuweisen. In der Offensive wirkt der FFC zwar variabler, aber Chancen müssen besser verwertet und genauere Pässe gespielt werden. Zuständig dafür ist Jackie Groenen.

Die niederländische Europameisterin ist Dreh- und Angelpunkt im FFC-Spiel. Doch zuletzt wirkte die 23-Jährige überspielt und sollte in der Rückrunde darauf achten, einfacher in ihren Aktionen zu werden. Gegen Wolfsburg und Bayern gaben die Hessen keinen einzigen Torschuss ab – ein Armutszeugnis. Nur 15 Treffer sind zu wenig. Arnautis räumt ein: „Wir müssen insgesamt variabler werden, mehr Torchancen kreieren und öfter treffen.“ In der Rückrunde solle sein Team mutiger „nach vorne verteidigen“.

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