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1. FFC Frankfurt 1. FFC Frankfurt mit holpriger Vorbereitung

Der 1. FFC Frankfurt hat neun Wochen Vorbereitung, die aber ist durch den Terminkalender zerrupft wie nie.

Verena Aschauer
Neu beim FFC: Die Österreicherin Verena Aschauer Foto: imago

An manchen Tagen hat Niko Arnautis, der Trainer des 1. FFC Frankfurt, gerade einmal 13 Feldspielerinnen auf dem Trainingsplatz stehen. Beim Test gegen den TSV Schott Mainz musste er sogar ausgewechselte Spielerinnen wieder einwechseln. Nicht die besten Voraussetzungen bei einer Vorbereitung von neun Wochen auf die neue Saison der Frauen-Bundesliga. Eine deutsche A-Nationalspielerin stellt das einstige Aushängeschild zwar nicht mehr, doch dafür ist der Verein, der sich der Verjüngung und Talentförderung verschrieben hat, bei den Juniorinnen-Turnieren auf Topniveau neuerdings stark vertreten: Erst fehlten der Schweizer Neuzugang Géraldine Reuteler sowie die ins All-Star-Team gewählte Lisa Ebert wegen der U19-EM, aktuell weilen gleich vier Spielerinnen bei der U20-WM. Denn in der Bretagne stellt der FFC mit Janina Hechler, Sophia Kleinherne, Tanja Pawollek und Neuzugang Laura Freigang den größten Vereinsblock im U20-Team.

Und Ende August beginnt die Fifa-Abstellungsperiode für die letzten WM-Qualifikationsspiele. Dann werden unter anderem die beiden österreichischen Neuzugänge Verena Aschauer und Laura Feiersinger fehlen. Das erste Mal den kompletten Kader beisammen hat Arnautis erst kurz vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am zweiten Septemberwochenende. Die Liga geht dann gleich mit dem Auswärtsspiel beim Doublesieger VfL Wolfsburg (16. September) los. Eine fast unlösbare Aufgabe zum Saisonstart.

Bin dahin wirkt die Vorbereitungszeit zerrupft wie ein alter Flickenteppich. „Natürlich ist das nicht optimal, aber wir können es nicht ändern und machen das Beste draus“, sagt der FFC-Coach. „Wir werden als Team zusammenwachsen, auch wenn das etwas länger dauern könnte.“ Der Vorteil: „Je kleiner die Gruppe, desto intensiver das Training. Alle ziehen voll mit.“

Von den Neuzugängen ist Arnautis überzeugt: Sie seien „menschlich einwandfreie Charaktere“. Man müsse aber Reuteler und Marilena Widmer noch Zeit geben, „bis sie voll ankommen in der Bundesliga“. Die beiden jungen Schweizerinnen würden „den FFC fußballerisch weiterbringen“. Zusammen mit Freigang erhofft Arnautis sich „mehr Durchschlagskraft“ im Sturm.

FFC will flexibler werden

Die geringe Torausbeute war ein Manko in der vergangenen Saison. Auch Theresa Panfil, die zwischen Reha- und Mannschaftstraining pendelt, zählt eigentlich zu den Neuzugängen. Nach fast dreijähriger Verletzungspause und mehrfachen Knie-OPs soll die U20-Weltmeisterin von 2014 schonend auf ein Comeback hinarbeiten. Weitere Neuzugänge wird es eher nicht geben. Lediglich eine neue Torfrau könnte nach der Verletzung von Cara Bösl, die rund zwei Monate ausfällt, noch verpflichtet werden.

In der kommenden Spielzeit will der FFC flexibler werden. Dreh- und Angelpunkt bleibt die Niederländerin Jackie Groenen. Die Europameisterin wird ihren Vertrag bis 2019 erfüllen, schaute sich aber schon um, wie es für sie nächsten Sommer weitergeht. Die 23-Jährige weilte zu Verhandlungen bei Juventus Turin, aber auch Champions-League-Sieger Olympique Lyon soll interessiert sein.

Jüngster Kader der Liga

Nach der historisch schlechtesten Bundesligasaison geht der FFC mit dem jüngsten Kader der Liga (Schnitt 21 Jahre) an den Start. Arnautis glaubt: „Wir haben eine coole und interessante Truppe diese Saison.“ Auch wenn die vorderen Plätze utopisch sind, formt er eine Mannschaft, die sich weiterentwickeln könnte. Und man kann es auch positiv sehen, nach dem Abgang von Kathrin Hendrich (Bayern München) keine deutsche A-Nationalspielerin mehr zu haben: Arnautis muss niemanden zum DFB-Trainingslager Ende August abstellen, wenn sich die Frauen-Nationalmannschaft auf das entscheidende WM-Qualifikationsspiel auf Island (1. September) vorbereitet.

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