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Nadeschda Sergejewa Zweiter russischer Dopingfall bei Olympia

Die Bobpilotin Nadeschda Sergejewa räumt einen Dopingverstoß ein - und das vor der Exekutivsitzung des Internationalen Olympischen Komitees, auf der über ein mögliches Ende des Russland-Banns debattiert werden sollte.

24.02.2018 08:32
Nadeschda Sergejewa
In Sergejewas A-Probe war die verbotene Substanz Trimetazidin gefunden worden. Foto: dpa

Der zweite russische Dopingfall während der Olympischen Winterspiele ist perfekt - und kommt für die stolze Sportnation zur Unzeit. Unmittelbar vor der Exekutivsitzung des Internationalen Olympischen Komitees, auf der über ein mögliches Ende des Russland-Banns debattiert werden sollte, sorgte die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofes am Samstag für Klarheit. Demnach hat Bobpilotin Nadeschda Sergejewa einen Dopingverstoß eingeräumt. Die Athletin ist von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang disqualifiziert worden.

In ihrer A-Probe war die verbotene Substanz Trimetazidin gefunden worden. Der zwölfte Platz von Sergejewa im Zweierbob wurde annulliert. Sie muss ihre Akkreditierung zurückgeben und das olympische Dorf verlassen. Für den Zeitraum der Winterspiele ist sie suspendiert, anschließend wird der Fall zwischen dem Bob-Weltverband IBSF und der Athletin vor dem CAS weiterverhandelt.

Zuvor hatte der russische Curler Alexander Kruschelnizki seine Bronzemedaille aus dem Mixed-Wettbewerb zurückgeben müssen. Nach dem Doping-Skandal von Sotschi 2014 ist in Pyeongchang nur das Team Olympischer Athleten aus Russland unter neutraler Flagge am Start.
„Der Fall wird sorgfältig untersucht, Mitarbeiter der Welt-Anti-Doping-Agentur stehen in engem Kontakt mit unseren Medizinern“, sagte Sergej Schurkin, der Bob-Trainer der Russinen, laut Nachrichtenagentur Tass. „Alle versuchen herauszubekommen, was zu der Regelverletzung geführt hat. Bei Nadeschda wurden hier zwei Dopingtests durchgeführt: Am 13. Februar war alles normal, aber am 18. wurde eine kleine Menge der verbotenen Substanz entdeckt. Es ist sehr seltsam, alle sind schockiert.“

Die Entscheidung darüber, ob die russischen Olympia-Athleten mit ihrer Fahne am Sonntag (12.00 Uhr MEZ) zur Schlussfeier der Winterspiele einlaufen dürfen, zieht sich hin.

„Wahrscheinlich fällt die Entscheidung nicht heute“, sagte Mark Adams, der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Samstag. Seit dem Nachmittag (Ortszeit) berät das IOC-Exekutivkomitee im Internationalen Sendezentrum in Pyeongchang über die Ergebnisse einer Kommission unter Vorsitz von Nicole Hoevertsz von den Niederländische Antillen.
Die Hoevertsz-Kommission untersucht während der Spiele, ob die russischen Athleten „die Buchstaben und den Geist“ eines Verhaltenskodex befolgen, den das IOC ihnen im Zuge des Manipulationsskandals der Winterspiele 2014 in Sotschi auferlegt hat.

Am Sonntag um 01.00 Uhr MEZ (09.00 Uhr Ortszeit) tritt die IOC-Session zusammen. Grundsätzlich liegt die Entscheidung über die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland bei der Exekutive, wahrscheinlich holt diese sich aber noch die Rückendeckung der Session.

IOC-Präsident Thomas Bach hat seine Abschluss-Pressekonferenz am Sonntag von 4.00 auf 6.00 Uhr MEZ verschoben. Auch das ist ein Hinweis darauf, dass sich der Entscheidungsprozess hinzieht und unter den IOC-Mitgliedern viel Rede- und Abstimmungsbedarf besteht. (dpa)

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