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TV-Bilanz Alle zufrieden

ARD, ZDF und Eurosport sehen sich als Gewinner der Spiele. Vor allem digitale Angebote werden genutzt.

25.02.2018 15:05
Pyeongchang 2018 Winter Olympics
Die Spiele sind vorbei. Foto: rtr

Als Laura Dahlmeier und Andreas Wellinger am Tag nach der stimmungsvollen Eröffnungsfeier in Pyeongchang die Goldspur für das deutsche Olympiateam legten, standen auch schon andere Gewinner fest: ARD/ZDF und Rechteinhaber Eurosport, aber vor allem die Zuschauer.

Nie zuvor nutzten die Fans bei Winterspielen hierzulande die medialen Angebote in ihrer ganzen Breite so intensiv – die wichtigste Erkenntnis: Olympia goes digital. „Wir hatten schon am letzten Donnerstag bei den Abrufen in der Mediathek das Niveau der gesamten Spiele von Sotschi 2014 erreicht“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Das ZDF freut sich über die digitalen Kanäle

ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann ergänzte: „Ich bin besonders glücklich darüber, dass neben unseren linearen TV-Angeboten auch der digitale Bereich so gut angenommen worden ist.“ Im Zweiten lagen die Sportabrufzahlen dreimal so hoch wie im täglichen Schnitt 2017. „Die Eiskunstlauf-Kür von Savchenko/Massot beispielsweise ist auf unseren digitalen Plattformen alleine in den ersten 24 Stunden 1,2  Millionen Mal abgerufen worden. Ein Rekordwert“, sagte Fuhrmann.

Für Balkausky steht daher fest: „Der Zuschauer hat gewonnen.“ Dieser hatte die freie Wahl: Ganz seriös im Ersten und Zweiten oder doch lieber mit emotionalen Ausbrüchen wie etwa dem von Sven Hannawald bei Wellingers Triumph von der Normalschanze? Im klassischen TV oder doch später in Ruhe digital abgerufen? Jeder Geschmack wurde bedient – das freute den Konsumenten.

Die Muttergesellschaft Discovery feiert sich dafür, dass sie den Zuschauer bei Übertragungen auf den frei empfangbaren Sendern Eurosport und TLC die „Leidenschaft und Dramatik“ erst richtig hat spüren lassen. Dass Eurosport bei den TV-Quoten meilenweit hinter ARD und ZDF lag, ist für Susanne Aigner-Drews kein Problem, da auch nicht anders erwartet.

„Unser vorrangiges Ziel war es, mehr Menschen als je zuvor über alle Plattformen, linear und digital, live und on demand für die Olympischen Spiele zu begeistern“, teilte die Discovery-Geschäftsführerin mit und betonte, dies sei auch gelungen: „Bis zum Donnerstag hatten wir mit unseren Übertragungen und Inhalten europaweit mehr als 300  Millionen Menschen über unsere eigenen wie auch Partnerplattformen erreicht – das ist ein sehr guter Wert.“

Einzig die Olympiashow „zwanzig18“ am Abend müsse angesichts der geringen Einschaltquoten auf den Prüfstand. „Da hätten wir uns mehr Zuschauer gewünscht“, sagte Aigner-Drews.
Die Millionenzahlen schrieben ARD und ZDF, auch dank des goldenen Starts der deutschen Mannschaft. „Damit wurde bei den Zuschauern das olympische Feuer entfacht“, sagte Balkausky. Beide Sender erzielten vor allem mit Biathlon Marktanteile bis zu knapp 50  Prozent. 7,5  Millionen Zuschauer verfolgten den Lauf von Biathlet Arnd Peiffer zum Sprintgold, der Höchstwert der Tage von Pyeongchang.

Daher dürfte sich bei den Verantwortlichen von ARD und ZDF große Zufriedenheit einstellen. Erst nach langen harten Verhandlungen hatten sie sich von Rechteinhaber Discovery die Sublizenzen für die Spiele von 2018  bis 2024 gesichert, für kolportierte 221,5 Millionen Euro.
„Ich freue mich, dass sich das Risiko, spät einzusteigen und Kompromisse eingehen zu müssen, ausgezahlt hat“, sagte Thomas Fuhrmann. ARD-Mann Balkausky ergänzte: „Das hat sich voll ausgezahlt.“

Mit Vorfreude blicken beide schon auf Tokio 2020. Dann fallen die Einschränkungen für die beiden Sender weg, sie dürfen anders als in Pyeongchang wieder über alle Sportarten berichten. „Und“, so Fuhrmann, „dann wird es digital auch noch mehr Zugriffe geben.“ Der Fan darf sich freuen. (sid)

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