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Bewegende Olympia-Momente Jamaika-Bob, Maier-Crash und ein Todesfall

Olympia lebt von seinen Geschichten. Davon gab es in den vergangenen 30 Jahren mehr als genug: Kuriositäten, Sensationen, aber auch Tragödien prägten die Spiele.

05.02.2018 12:30
Von Patrick Reichardt, dpa
„Cool Runnings“
Das Team des jamaikanischen Vierer-Bobs startet während der Olympischen Winterspiele in Calgary im Eiskanal. Foto: Rüdiger Schrader

Verheerende Stürze und Abflüge, Tränen in der Loipe oder der glücklichste Moment des Sportlerlebens: Die Olympischen Spiele sind die Zeit, auf die Sportler in aller Welt vier Jahre hinarbeiten. Umso größer fallen Jubel, Enttäuschung oder Drama aus, wenn Unerwartetes passiert.

Die Deutsche Presse-Agentur hat kuriose und bleibende Momente der Winterspiele zusammengestellt.

COOL RUNNINGS: Ein Bob aus Jamaika verblüffte 1988 die Spiele von Calgary. Die Idee hatten zwei Amerikaner, die ein Seifenkistenrennen als Inspiration für „Cool Runnings“ nahmen. Die Geschichte des jamaikanischen Bobs wurde später verfilmt. Auch in Pyeongchang gehen Jamaikaner im Eiskanal an den Start: Sowohl im Bob als auch im Skeleton sind die Nationalfarben schwarz, gelb und grün vertreten.

MAIERS NAGANO-SENSATION: 40 Meter segelte Hermann Maier in Nagano durch die Luft, bevor er schmerzhaft im Schnee zu Fall kam. „Er macht an Salto“, rief der österreichische Kommentator nach dem schweren und spektakulären Sturz Maiers in der Olympia-Abfahrt. Der „Herminator“ kam mit leichten Verletzungen davon und gewann später sensationell zwei Goldmedaillen in Riesenslalom und Super-G.

TRAGISCHER RODEL-STURZ: Die Spiele von Vancouver 2010 hatten ihre Tragödie schon vor der Eröffnung. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili war im Training über die Kurvenumrandung hinausgetragen worden und tödlich verunglückt. Bei der Eröffnungsfeier hielt die olympische Familie für einen Moment inne und gedachte dem Georgier mit einer Schweigeminute. Für die folgenden Rodel-Wettkämpfe wurde der Anlauf verkürzt und das Eisprofil verändert.

BIATHLON-VERZWEIFLUNG: Für die 19 Jahre alte Olympia-Debütantin Franziska Preuß endete die Staffel 2014 in Sotschi mit einer riesigen Enttäuschung. Preuß stürzte schon nach 600 Meter, dabei zerbrach einer ihrer Skistöcke. Am Schießstand musste die Bayerin ihre Waffe vom Schnee befreien und handelte sich weiteren Rückstand ein, sodass die DSV-Jägerinnen nur Rang elf mit fast vier Minuten Rückstand belegten. Preuß weinte bitterlich.

DER LETZTE WIRD DER ERSTE SEIN: Einer der kuriosesten Olympiasieger der Geschichter ist der Australien Steven Bradbury. Der Shorttracker eroberte 2002 in Salt Lake City durch ungewöhnlichste Umstände Gold. Das Viertelfinale beendete er auf Platz drei, wurde aber „advanced“, weil der Kanadier Marc Gagnon disqualifiziert wurde. Im Halbfinale war er klar abgeschlagen Letzter, ehe sich drei vor ihm liegende Läufer im Kampf um den letzten Halbfinalplatz rangelten und stürzten. So fuhr Bradbury als Zweiter in den Endkampf. Auch im Finale war dem Mann aus Sydney das „Sturzglück“ hold. In der letzten Kurve des Rennens stürzte ein Konkurrent und riss alle weiteren Kurzbahn-Eissprinter um. Außer dem schon deutlich abgeschlagenen Bradbury, der so Sensations-Gold in Empfang nehmen konnte.

AKROBATIK BEIM BOB-ANSCHIEBER: Akrobatik statt Blamage, Gold statt Blech. Mit einer artistischen Einlage rettete Anschieber Kevin Kuske seinem Pilot André Lange die Chance auf Gold in Turin 2006. Kuske kam beim Zweierbob zunächst nicht in den Schlitten, schaffte es aber mit einer akrobratischen Bewegung doch noch und rettete dem Duo damit auch die Chance auf den Olympiasieg, der in der Folge gelang.

(Von Patrick Reichardt, dpa)
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