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Gegenwart und Zukunft Snowboarderinnen Jörg und Hofmeister holen Silber und Bronze

Auf die Raceboarder können sich die deutschen Snowboarder verlassen. Wie vor vier Jahren in Sotschi holen die Damen in einem Wettkampf zwei Medaillen. Für Selina Jörg ist es der Höhepunkt ihrer Karriere - Hofmeister dagegen will in Zukunft noch einen drauf setzen.

25.02.2018 10:18
Von Kristina Puck, dpa
Snowboarderinnen
Selina Jörg (l, Silber) jubelt mit Siegerin Ester Ledecka (M) aus Tschechien und Ramona Theresia Hofmeister (Bronze). Foto: -

Für Selina Jörg war es der krönende Abschluss ihrer olympischen Karriere, für Ramona Hofmeister der imponierende Auftakt einer womöglich glorreichen Zukunft.

Mit Silber und Bronze im Parallel-Riesenslalom von Pyeongchang feierten die beiden Snowboarderinnen ihren jeweils größten Erfolg, holten die beiden einzigen deutschen Medaillen für ihren Verband - und feierten. Im deutschen Haus führte Hofmeister eine Polonaise an, Jörg tanzte befreit auf der Bühne.

Für die 30-Jährige war der Coup in ihrem voraussichtlich letzten olympischen Rennen nach vierten Plätzen bei Olympia 2010 und der Weltmeisterschaft 2015 eine besondere Genugtuung. „Die Silbermedaille ist wie Gold für mich“, sagte die Sonthofenerin. „Mir fällt so ein Druck von den Schultern, weil ich es geschafft habe, den Fluch der vierten Plätze endlich zu besiegen.“

Nur die tschechische Dominatorin Ledecka, die nach Gold im Super-G mit ihrem zweiten Olympiasieg Geschichte schrieb, weil sie als Erste olympische Medaillen im Ski alpin und im Snowboard gewann, konnten die beiden Deutschen nicht toppen. Doch am letzten Wettkampftag im Phoenix Snowpark bescherten sie Snowboard Germany doch noch die angestrebten zwei Medaillen. Schon in Sotschi 2014 waren zum Finale im damals noch olympischen Parallel-Slalom zwei deutsche Damen zu Podestplätzen gefahren.

Jörg hatte schon vor dem Rennen an einem Abend gerührt und den Tränen nahe in ihrem Bett gelegen. Ihre Snowboard-Freundin Amelie Kober, zweimalige Medaillengewinnerin bei Olympia und nach einer Verletzung nicht für Pyeongchang qualifiziert, hatte ihr aus der Heimat eine Nachricht geschrieben, wie sehr sie einen Podiumsplatz verdient habe, und wie sehr sie die Daumen drücke. „Ich dachte mir: Boah, ich muss es jetzt einfach irgendwie schaffen“, schilderte Jörg. Vor acht Jahren hatte sie ein Sturz im kleinen Finale noch Bronze gekostet.

Die beiden Medaillengewinnerinnen stehen für die zwei Generationen im deutschen Raceboarder-Team, die sich in diesem Winter angetrieben und einen Konkurrenzkampf um die Olympia-Tickets geliefert haben. Bei den nächsten Winterspielen in Peking 2022 mit dann 34 Jahren will Jörg voraussichtlich nicht mehr antreten, Hofmeister dürfte dann die nächste Chance auf Gold bekommen. Nach einem Weltcupsieg und drei weiteren Podestplätzen in dieser Saison im Parallel-Riesenslalom war sie für Olympia noch stärker eingeschätzt worden als Jörg.

In Zukunft will die Bischofswiesenerin die Dominanz der momentan überragenden Ledecka angreifen. „Wenn die Ester weiß, vor wem sie den Hut ziehen muss, dann ist das die Ramona. Die Ramona weiß genau, wie man sie packen kann“, sagte Hanns-Michael Hölz, Präsident des Snowboard Verband Deutschlands. „Deswegen freue ich mich auf die nächsten Weltmeisterschaften und die nächsten Olympischen Spiele, weil die Ramona das noch alles wunderbar vor sich hat.“

Als Einzige hatte die 21-Jährige die Tschechin in diesem Winter besiegen können, musste sich der Doppel-Olympiasiegerin im Halbfinale am Samstag aber ebenso geschlagen geben wie Jörg im Finale. „Die Farbe ist mir gerade egal“, sagte Hofmeister zwar, nachdem sie im kleinen Finale um Bronze Alina Sawarsina vom Team der Olympischen Athleten aus Russland keine Chance gelassen hatte. Sie meinte aber auch: „Ich hätte sie auch gerne, die Goldmedaille.“

(Von Kristina Puck, dpa)
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