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Offenbach Eine Universität für Tennistalente

Die Profis Alexander Waske und Rainer Schüttler wollen mit einer Tennis-Akademie in Offenbach dem Nachwuchs auf die Sprünge helfen. Beide wollen sich so oft als möglich am Trainingsbetrieb beteiligen. Von Dominik Hechler

23.06.2010 09:06
Dominik Hechler
Tennis-Profi Rainer Schüttler möchte dem Nachwuchs mit einer Akademie in Offenbach auf die Sprünge helfen. Foto: dpa

Alexander Waske breitet die Arme aus, zuckt mit den Schultern und wirft dem kleinen Mädchen auf der anderen Seite des Tennisplatzes einen kritischen Blick zu. "Was war das denn eben für ein Ball?", fragt der Profi. "Du musst immer hochkonzentriert bleiben und dich vor allem gut bewegen." Vivienne nickt. Die Nachwuchsspielerin weiß, dass sie Waske mit halben Sachen nicht beeindrucken kann. Der 35-Jährige verlangt immer 100 Prozent Einsatz.

Den Anspruch hat Waske nicht nur an sich selbst, sondern auch an alle Spieler, die in der sogenannten Tennis University trainieren werden, die der Doppelspezialist gemeinsam mit seinem ehemaligen Davis-Cup-Kollegen Rainer Schüttler gegründet hat.

Weltweit anerkannte Trainer

"Unser absoluter Anspruch ist Profitennis. Da ist es egal, ob einer zwölf oder 16 Jahre alt ist", erklärt Waske, der genauso wie Schüttler in der Akademie auch als Trainer zur Verfügung stehen wird. "Wenn wir beide nicht auf der Profitour unterwegs sein sollten, werden wir voll am Trainingsbetrieb beteiligt sein." Waske und Schüttler ist es aber auch gelungen, neben einem festen Trainerteam weltweit anerkannte Coaches wie Jan Stoces oder Jan Velthuis für ihre Idee zu gewinnen. Stoces trainierte zuletzt unter anderem Benjamin Becker und Schüttler selbst, Velthuis betreute Spieler wie den diesjährigen French-Open-Halbfinalisten Jürgen Melzer. Für die richtige Athletik der Tennisspieler soll der Argentinier Bernado Carberol sorgen. Der machte schon dem French-Open-Sieger von 2004, Gastón Gaudio, schnelle Beine.

"Natürlich werden gerade diese Trainer nicht das ganze Jahr vor Ort sein können, weil wir ja auch wollen, dass sie unsere Spieler auf der Profitour begleiten", so Waske. "Der Draht zur Tour soll einfach nicht verloren gehen."

Standort der internationalen Akademie, an der Spieler aus aller Welt trainieren sollen, ist die Anlage des Hessischen Tennis-Verbandes (HTV) in Offenbach. Waske und Schüttler haben mit dem Landesverband einen Vertrag über drei Jahre abgeschlossen. Der Trainingsbetrieb soll ganzjährig durchgeführt werden. Dabei lohnt sich das Projekt für den HTV nicht nur finanziell, sondern auch sportlich. Denn wie Waske klarstellt, stehen auch den hessischen Nachwuchshoffnungen die Türen der Akademie offen. "Aber die Spieler müssen unseren Ansprüchen genügen", betont der 35-Jährige, "wir sind nicht dazu da, die Motivation eines Spielers von 60 auf 70 Prozent, sondern von 90 auf 100 Prozent zu heben."

Waske und Schüttler haben sich außerdem auf die Fahne geschrieben, den Jugendlichen, die Profi werden wollen, beim Übergang von der Schule ins sportliche Berufsleben zu helfen. "Wir möchten den Spielern zeigen, woran sie arbeiten müssen, wenn sie mit Tennis ihr Geld verdienen wollen", sagt Waske, der selbst nach langer Verletzungspause an einem Comeback arbeitet.

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