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Manchester City Balotelli hat ausgespielt

Nach erneutem Platzverweis fliegt Mario Balotelli aus dem Kader von Manchester City. Der Skandalprofi soll den Klub im Sommer verlassen. Vertrauen genießt Balotelli, der sich zuletzt mit einer Prostituierten eingelassen haben soll, beim italienischen Nationaltrainer. Noch.

10.04.2012 09:27
Das war´s dann: Mario Balotelli fliegt vom Platz. Foto: dapd

Nach erneutem Platzverweis fliegt Mario Balotelli aus dem Kader von Manchester City. Der Skandalprofi soll den Klub im Sommer verlassen. Vertrauen genießt Balotelli, der sich zuletzt mit einer Prostituierten eingelassen haben soll, beim italienischen Nationaltrainer. Noch.

Langweilig wird es mit Mario Balotelli nicht. Im Hauptberuf ist der hoch veranlagte 21-jährige eigentlich Stürmer bei Manchester City. Quasi "nebenbei" füllt Balotelli mit zunehmender Regelmäßigkeit die Seiten der Boulevard-Medien, wo er sich bereits das Etikett "Skandalstürmer" verdient hat. Kaum eine Woche vergeht dabei ohne neuerlichen Eklat um Balotelli: Feuerwehreinsatz in seinem Apartment, Gaga-Auftritt bei einer Pressekonferenz, Tätlichkeit gegen einen Mitspieler oder Tête-à-tête mit einer Prostituierten kurz nachdem die eigene Freundin von Hochzeit redet - Balotelli sorgt für Schlagzeilen.

In der neuesten Episode mischt auch sein Trainer Roberto Mancini mit. Nach der 0:1-Niederlage beim FC Arsenal platzte dem Coach der Kragen.

Balotelli als Wiederholungstäter

In ungewohnter Deutlichkeit attackierte Mancini seinen treffsicheren Stürmer (17 Tore in 31 Spielen) und machte deutlich, dass Balotelli in Manchester auf dem Abstellgleis steht. "Ich habe meine Arbeit mit ihm beendet", sagte Mancini und wurde noch deutlicher: Balotelli werde nicht mehr für Manchester City spielen, "im Sommer werde ich versuchen, ihn zu verkaufen."

Grund für die harschen Worte von Mancini war das Verhalten von Balotelli auf dem Platz. Der italienische Skandalstürmer flog nicht nur zum zweiten Mal in dieser Saison mit Gelb-Rot vom Platz, er hatte sich zuvor auch eine Tätlichkeit gegen Arsenal-Spieler Alexandre Song geleistet, die der Schiedsrichter nicht geahndet hatte. Weil Balotelli Wiederholungstäter ist, gilt als wahrscheinlich, dass der englische Verband ihn nun für mehrere Wochen sperren wird. Sein Trainer scheint das sogar herbeizusehnen. "Ich hoffe, er wird bestraft", sagte Mancini.

Mancini giftet, Prandelli verteidigt

Mehr Geduld mit Balotelli hat Cesare Prandelli. Der Trainer der italienischen Nationalmannschaft hatte kürzlich zwar Balotelli angezählt und angedeutet, dass er den Angreifer aus dem EM-Kader streichen könnte, sollte dieser sein Verhalten nicht ändern.

Für den Platzverweis gegen Arsenal sieht Prandelli aber keinen Grund zu Konsequenzen. "Ich denke nicht, dass er in dieser Situation unseren Ethikkodex verletzt hat. Ich werde seine Lage, was die Mannschaft für die EURO angeht, in Ruhe bewerten. Aber ich wiederhole: Seinen Platzverweis bekam er wegen eines Fouls, das zum Fußball gehört", sagte Prandelli gegenüber Eurosport.

Klubtrainer Mancini wählte da andere Worte. Er giftetet gegen Balotelli: „Er verschwendet sein Talent und seine Qualität als Spieler“. Schon auf dem Platz lagen die Nerven blank: Nach dem Platzverweis für Balotelli lieferte sich Mancini ein gestenreiches Wortgefecht mit seinem Landsmann.

Die britischen Medien finden nach der Niederlage, die für Manchester City einen herben Rückschlag im Titelkampf bedeutet, harsche Worte. „Citys Titeltraum liegt nach krachender Niederlage in Trümmern“, schrieb der Daily Mail. „Balotelli explodiert und Citys Meisterhoffnungen lösen sich im Rauch auf“, titelte der Independent.

Gleichwohl wird die Abrechnung von Mancini mit Balotelli kritisch beäugt. „Roberto Mancini wird einen hohen Preis dafür zahlen müssen, dass er so viel Geld für Balotelli verschwendet hat“, schrieb der Kolumnist Richard Williams in der Zeitung The Guardian. Manchester City hatte Balotelli 2010 von Inter Mailand für umgerechnet 29 Millionen Euro geholt. Bereits in Italien hatte Balotelli für Wirbel gesorgt. (zys mit dapd)

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