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Kommentar zu Philipp Lahm Ohne Klasse

Mit seiner Einmischung in den viel diskutiertem Bruch zwischen Michael Ballack und Bundestrainer Joachim Löw macht Philipp Lahm einen Fehler. Der Kapitän der Nationalmannschaft sollte besser schweigen.

04.08.2011 22:20
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Markus Lotter

Mal abgesehen von den wenigen Momenten, in denen uns Frauen-WM-Kommentatorin Nia Künzer mit philipplahmähnlichen Gesten, Gesichtsmerkmalen (insbesondere die Augenbrauen) und Gegacker aus dem Fernsehsofa schreckte, war das wirklich ein verdammt guter, nahezu philipplahmfreier Fußballsommer.

Kein in seiner sportlichen Entwicklung stagnierender Außenverteidiger, der mit unangenehmer Strebsamkeit ohne Unterlass seine Meinung in die Öffentlichkeit trägt. Kein Kapitän des Branchenführers FC Bayern München, der sich vor den Kameras und Mikrofonen dieser Welt – so wie es ihm gefällt und so wie er es braucht – in Position bringt. Nein, Frauen haben Fußball gespielt und uns in den Mixed Zonen der WM-Stadien nicht mit persönlicher Außenpolitik genervt, sondern mit erfrischenden Aussagen begeistert.

Ein mehr oder weniger netter Rat

Mit einer Meldung, die uns am Mittwoch erreichte, ist dieser wunderbare Sommer leider vorzeitig zu Ende gegangen. Denn Philipp Lahm hat sich, dieses Mal in seiner Funktion als Spielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, zu Wort gemeldet und seinem von ihm aus dem Amt gedrängten Vorgänger Michael Ballack via Boulevard-Interview einen mehr oder weniger netten Rat gegeben. Lahm hoffe, so war zu erfahren, dass sich Michael Ballack nach dessen viel diskutiertem Bruch mit Bundestrainer Joachim Löw doch noch dazu „entschließt, ein Abschiedsspiel anzunehmen. Das wäre ein schönes und würdiges Ende für seine Nationalelf-Karriere“. Es sei ja so schade, „dass es nun auf diese Art zu Ende gegangen ist“. Es versteht sich, dass Lahm in der Sache „Herrn Löw“ glaubt. Löw habe ihm im Mai das Gleiche gesagt, „wie er (Herr Löw, Anm. d. Red.) es nun in der Öffentlichkeit getan hat“.

Will man diese Aussagen noch einigermaßen wohlwollend bewerten, schreibt man: Das ist frech. Ist man von diesen Aussagen in Erinnerung an die Vorgänge bei der Weltmeisterschaft 2010 hingegen einfach nur angewidert, schreibt man: Das gehört sich nicht.

Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schweige und trage mit Klasse und Anstand die Binde.

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