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Kommentar Böser, böser Max Kruse

Nach der leicht aus dem Ruder gelaufenen Geburstagsfeier tritt Reformpädagoge Joachim Löw auf den Plan und degradiert den Bundes-Schnösel zum Bundes-Schmuddelkind. Dabei ist es mit der Erziehung beim DFB eigentlich nicht weit her.

Schlimmer Finger, dieser Max Kruse, und dann ist er auch noch tätowiert. Foto: dpa

Diese Scheinheiligkeit ist weltmeisterlich. Da stopfen die Vereine schon 18-jährigen halbwegs begabten Fußballprofis die Taschen mit Millionen Euro voll, und später wundern sich Trainer und Funktionäre, wenn die Bubis dann mit einem Ferrari beim Training vorfahren. Ja, wo sollen sie denn hin mit der Kohle?

Max Kruse, der gerade durch einen heuchlerischen Doppelpass zwischen seinem Verein, dem VfL Wolfsburg, und dem Deutschen Fußball-Bund zum Bundes-Schnösel schlechthin gekürt wurde, hat für sich entschieden, die für seinen Lebensunterhalt überflüssige Geldmenge am Pokertisch zu versemmeln, möglicherweise zu vermehren. Dabei hat der „Spieler“ die vereinsinterne Sperrstunde um ein paar Minuten überzogen, denn hellwach war Kruse anschließend offensichtlich nicht. Der Dussel hat 75 000 Euro in einem Taxi liegen lassen. Fürs nicht ausgeschlafen zum Training Erscheinen hat Kruse einen Rüffel und auch eine Strafe verdient. Verdient hat er nicht, als Wildsau durchs Dorf getrieben zu werden.

Doch es kam noch schlimmer. Der Nationalspieler hat Geburtstag gefeiert. Doch das dürfen auch Nationalspieler, allerdings nur zu Hause, wenn beim Ausblasen der Kerzen auch ein Feuerlöscher bereitsteht. Aber Kruse – heilige Maria, steh ihm bei – feierte seine Party in einer Disco. Dort hatte der 28-Jährige plötzlich die Schnauze voll davon, ständig von einer Frau fotografiert zu werden. Ich gratuliere zu dem Mut, der Reporterin ihre „Beute“ entrissen zu haben, und schäme mich für diese Art Journalismus.

Nach der leicht aus dem Ruder gelaufenen Feier trat dann der Reformpädagoge Joachim Löw auf den Plan und degradierte den Bundes-Schnösel zum Bundes-Schmuddelkind. Mit so einem wollen die braven Weltmeister nicht spielen. Nun ist es mit der Erziehung beim DFB nicht weit her: Marco Reus fuhr jahrelang ohne Führerschein, Kevin Großkreutz konnte an der falschen Stelle das Wasser nicht halten und der DFB-Oberlehrer selbst war so auf den Fußball konzentriert, dass er mal viel zu schnell durchs „Schland“ fuhr und seinen Lappen für ein halbes Jahr los ist.

Das Trio kam mit einem öffentlich ausgesprochenen Dudu davon. Der DFB, wir reden jetzt nicht von der ganz großen Affäre, hat als Beifahrer seines wichtigsten Sponsors in Südtirol einen Touristen halb totgefahren. Fragen nach Moral und einer Anklage haben die beiden Schwerreichen mit Geld zugeschüttet.

Und Max Kruse? Sollte mal seine Freunde und Freundinnen auf ihre Integrität hin abklopfen. Sieht ganz danach aus, als wolle ihn jemand ans Messer liefern.

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