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Interview mit Friedhelm Funkel "Das ist nicht gerechtfertigt"

Im Interview mit der FR erzählt der beim VfL Bochum beurlaubte Friedhelm Funkel, weshalb ihm die Trennung zusetzt und warum der schwache Start der Bochumer absehbar war.

14.09.2011 13:05
"Wir waren einen Wimpernschlag vor der Bundesliga." - Friedhelm Funkel Foto: Bongarts/Getty Images

Im Interview mit der FR erzählt der beim VfL Bochum beurlaubte Friedhelm Funkel, weshalb ihm die Trennung zusetzt und warum der schwache Start der Bochumer absehbar war.

Friedhelm Funkel hat es in Bochum erwischt - allen Lippenbekenntnisse zum Trotz. Vier Niederlagen in Folge und der Sturz auf den vorletzten Tabellenplatz ließen die Verantwortlichen handeln. Sehr zum Leidwesen des 57-Jährigen, der riesig enttäuscht ist, aber doch sehr gefasst wirkte. Die FR erwischte den früheren Eintracht-Trainer in seinem Büro in Bochum, das er gerade ausräumte.

Herr Funkel, man traut sich ja kaum zu fragen, wie es Ihnen geht.

Wieso? Mir geht es gut. Alles okay.

Ja, aber die Beurlaubung...

...passiert halt, so ist das Geschäft. Und so ist das, wenn ein Verein nicht die notwendige Geduld aufbringt. Ich bin schon sehr enttäuscht. Sehen Sie: Manche Dinge zeichnen sich ab, aber diese Trennung nicht. Wir hatten die Zusage, dass wir auf jeden Fall die beiden Heimspiele noch kriegen, um die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Und ich bin mir sicher, dass wir das geschafft hätten.

Sie sagen, dass es überraschend kam. Aber bei vier Niederlagen hintereinander und dem Sturz auf dem vorletzten Platz müssen Sie doch damit gerechnet haben.

Nein, wie gesagt: Wir waren überzeugt davon, in den Heimspielen den Umschwung zu schaffen. Diese Möglichkeit ist uns genommen. Das sehe ich schon kritisch. Ich sehe diese Freistellung als nicht gerechtfertigt. Es gibt ja Stationen, da machte die Trennung Sinn: In Frankfurt damals, auch in Berlin. Oder seinerzeit in Uerdingen. Da war das nachvollziehbar, aber jetzt? Nein, verstehe ich nicht. Ich akzeptiere die Entscheidung, aber ich muss sie ja nicht gutheißen.

Zählen denn Meriten der Vergangenheit gar nichts?

Ganz offensichtlich nicht. Wir waren einen Wimpernschlag vor der Bundesliga. Die Mannschaft hat Sensationelles geleistet in der Rückrunde der vergangenen Saison. Da ist es dann nicht ganz so einfach, sich sofort wieder auf eine neue Herausforderung, eine neue Saison, einzulassen. Da ist man gedanklich nicht gleich voll da. Das ist doch normal. Mir war klar, dass wir einen schweren Start haben würden. Aber das Verhältnis zur Mannschaft ist absolut intakt. Und Sie müssen mal sehen, was wir geleistet haben. Wir haben die Kosten reduziert, viele junge Spieler eingebaut, die keiner kannte und die teilweise für die zweite Mannschaft eingeplant waren: Mirkan Aydin , Kevin Vogt oder Matthias Ostrzolek etwa. Aber das zählt dann alles nicht mehr.

Welche Rolle spielte der Wechsel auf dem Managerposten von Thomas Ernst hin zu Jens Todt. War das der ausschlaggebende Punkt für die Entlassung?

Dazu werde ich mich nicht äußern.

Und jetzt? Geht es direkt weiter nach Aachen?

Ach, Quatsch. Ich räume gerade mein Büro aus, dann fahre ich nach Hause. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Das Interview führte Ingo Durstewitz

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