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Hoffenheim Trostlose Bilanz von Babbel

Markus Babbel hat seit Amtsantritt in Hoffenheim aus 22 Spielen lediglich 22 Punkte geholt. Der Trainer verantwortet damit eine noch trostlosere Ausbeute als seine Vorgänger in Hoffenheim. Das Grundübel in Zuzenhausen liegt aber woanders. Ein Kommentar.

28.10.2012 19:12
Jan Christian Müller
Markus Babbel Foto: Bongarts/Getty Images

Markus Babbel hat seit Amtsantritt in Hoffenheim aus 22 Spielen lediglich 22 Punkte geholt. Der Trainer verantwortet damit eine noch trostlosere Ausbeute als seine Vorgänger in Hoffenheim. Das Grundübel in Zuzenhausen liegt aber woanders. Ein Kommentar.

Am wenigsten konnte Tim Wiese dafür, dass er beim 0:3 in Mainz in seinem fünften Bundesligaspiel dieser Saison als noch siegloser Torwart von 1899 Hoffenheim bereits die Gegentreffer Nummer 15, 16 und 17 kassierte. Dazu gab es das 0:4 im Pokal bei jenem Berliner AK, der in der Regionalliga Nordost in neun Spielen schüchterne sieben Tore geschafft hat. Wenn der 30-Jährige in Mainz nicht mehrere Großchancen vereitelt hätte, wäre die Zwischenbilanz des Schreckens noch schlechter.

Nach mehr als einem Viertel der Saison ist es erlaubt, erste seriöse Schlüsse zu ziehen. Markus Babbel hatte dem Kader gestandene Männer wie Wiese, Matthieu Delpierre und Chris zugeführt, um der gegnerischen Angriffswucht mental und körperlich besser gewachsen zu sein. Die Personalrochade unterfütterte er mit der kühnen Vorgabe Europa League, weil er glaubte, so sei es möglich, den Klub aus einer gewissen Lethargie zu reißen. Babbel sagte, er könne sich mit dem Niemandsland niemals anfreunden.

Die Sicherheit fehlt

Das ist ihm ironischerweise insoweit gelungen, als seine Mannschaft nur drei Tore und null Punkte besser ist als der Relegationsplatz ? vom Niemandsland kann also keine Rede sein. Babbel hat seit Amtsantritt im Februar aus 22 Spielen lediglich 22 Punkte geholt und verantwortet damit eine noch trostlosere Ausbeute als seine Vorgänger Marco Pezzaiuoli und Holger Stanislawski. Seine Verpflichtungen haben sich bislang als zu verletzungsanfällig und zu instabil erwiesen, um der Mannschaft auch nur einen Anflug von Sicherheit zu vermitteln.

Die Zielstellung Europa ist vom neuen Sportdirektor Andreas Müller schon wieder kassiert worden („realistisch erst in ein bis zwei Jahren möglich“), was mehr Interpretationen zulässt als irgendwelche Treuebekundungen. Babbel erweckt zudem nicht den Eindruck, als habe er eine Idee, wie er der Wankelmütigkeit der Mannschaft, an der schon Holger Stanislawski verzweifelte, Herr werden könne.

Natürlich dämmert aber auch den bis auf den eilig verpflichteten Müller allesamt fußballfernen Verantwortlichen, dass auch ein neuer Trainer dem Grundübel schwerlich beikommen dürfte. Die Profis vermitteln ja nicht erst seit Samstag den Eindruck, als hätten sie sich in der Komfortzone im Glaspalast Zuzenhausen in einer Art eingerichtet, die den Kraftaufwand für erfolgreichen Fußball gerade so bemisst, nur das Nötigste zu tun, um sich konturlos in der Klasse zu halten. In diesem Zustand wird 1899 Hoffenheim dort aber gar nicht benötigt.

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