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Hoffenheim gegen Gladbach Ein Befreiungsschlag sieht anders aus

Hoffenheim ist im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Marco Kurz weiter unsicher. Gegen Borussia Mönchengladbach gelingt kein Befreiungsschlag.

21.01.2013 10:15
Tobias Schächter
So sehr Hoffenheims Kevin Volland und Gladbachs Alvaro Dominguez Soto auch kämpften: Der Ball wollte nicht ins Tor. Foto: dpa

Hoffenheim ist im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Marco Kurz weiter unsicher. Gegen Borussia Mönchengladbach gelingt kein Befreiungsschlag.

Sinsheim „Chris, ich bin Spieler“, sagte der Fußballprofi aus Brasilien noch einmal ruhig, nur um auf noch mehr Zweifel beim Zerberus in den Katakomben des Sinsheimer Stadions zu stoßen. Chris hatte sein Ticket auf der Tribüne vergessen, wo er das 0:0 seiner Kollegen von 1899 Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach verfolgt hatte. Der Gang in die Kabine erwies sich für das 34 Jahre alte Mannschaftsratsmitglied mit der langen Krankenakte dann als schwierig, der Sicherheitsbeamte hatte von diesem Chris offenbar noch nie etwas gehört, geschweige denn dessen Gesicht gesehen. Erst als ein alter TSG-Betreuer schwor, dass dieser Mann tatsächlich dieser Chris von der TSG sei, gab der Türsteher klein bei. Chris hat seit seinem überraschenden Wechsel vom VfL Wolfsburg in dieser Saison für Hoffenheim noch keine Sekunde in einem Pflichtspiel gekickt. So richtig klar ist niemandem, warum ihn der ehemalige Trainer Markus Babbel verpflichtet hat. Aber Chris ist nicht das einzige Rätsel im Kader der TSG, der zeitweilige Manager und Trainer Babbel hat dem Klub und seinem seit Mitte Dezember amtierenden Nachfolger Marco Kurz eine Großbaustelle hinterlassen.

Remis bedeutet Tritt auf der Stelle

Das torlose Remis gegen harmlose Gladbacher war zu Kurz’ Debüt kein deutliches Signal an das enttäuschte Publikum und an die Konkurrenz. Ein wirklicher Befreiungsschlag im Abstiegskampf sieht anders aus. „Das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, sagte Kurz.

Salihovic fällt verletzt aus

Kurz muss auf unbestimmte Zeit auf Mittelfeldspieler Sejad Salihovic verzichten. Der Bosnier zog sich einen Riss des Außenmeniskus im rechten Knie zu. Das erhöht den Druck auf Manager Andreas Müller, auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Die einzige Neuverpflichtung des Winters, der Flügelspieler Luis Advincula aus Peru, fehlte am Samstag. Das Risiko, mit der gleichen Besetzung die Rückrunde zu spielen, die in der Vorrunde nur zwölf Pünktlein sammelte, will bei der TSG niemand eingehen. Aber bislang holte sich Manager Andreas Müller nur Absagen von angedachten, deutschsprachigen Zugängen (Pogatetz, Santana, Kirchhoff). Der Standort Hoffenheim hat nach der chaotischen Vorrunde unter Trainer Markus Babbel offenbar an Attraktivität verloren. Ohne das Ja-Wort von Mäzen Dietmar Hopp für größere Investitionen wird der Kader nur schwer zu verstärken sein. Müller sagt: „Wir haben was im Kopf und werden ausloten, was möglich ist. Aber angesichts unserer prekären Situation ist es schwierig, eine wirkliche Verstärkung an Land zu ziehen.“ Am nächsten Wochenende geht es bei der offensivstarken Frankfurter Eintracht um Punkte. Bei der Eintracht hatte übrigens einst ein gewisser Chris seine beste Zeit. Lang ist’s her.

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