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Handball-Talent vom TV Großwallstadt Weltmeister mit Rückenwind

Cornelius Maas gewann vor wenigen Tagen mit der Nationalmannschaft die Junioren-Weltmeisterschaft. Der Handball-Jungprofi vom TV Großwallstadt soll sich nun auch in der Bundesliga durchsetzen.

02.08.2011 22:25
Peter Lohrum
Goldige Junioren: Cornelius Maas (vorne, 2. v. li.) vom TVG. Foto: dapd

Im Jahr 1978 sind Manfred Hofmann, Kurt Klühspies, Manfred Freisler und Claus Hormel mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft Weltmeister geworden.

33 Jahre später hat der TV Großwallstadt einen neuen Weltmeister: Cornelius Maas, 20 Jahre alt, war Stammkraft in der Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Handball-Bundes (DHB), die am Samstag im WM-Finale in Thessaloniki Dänemark deutlich mit 27:18 besiegen konnte. Vier Tore hat Maas zum Erfolg im Endspiel beigetragen, nachher gab es besonderes Lob vom ehemaligen Bundestrainer Horst Bredemeier. Maas habe zu „den vier besten Spielern auf dem Parkett“ gehört, sagte der Vizepräsident des DHB. Maas selbst war ganz aus dem Häuschen ob des klaren Erfolgs. „Ich habe in tausenden Trainingsstunden auf diesen einen Moment hingearbeitet“, schrieb er auf Facebook.

Alternative in der Mitte

Das mit den Trainingsstunden wird so schnell auch kein Ende finden, im Gegenteil. Am Dienstag soll Maas, der in vergangenen Saison mit einem Doppelspielrecht für die Tuspo Obernburg in der zweiten Liga am Ball war, in die Vorbereitung beim TV Großwallstadt einsteigen. Der Rückenwind der Weltmeisterschaft soll ihn jetzt auch in der Bundesliga tragen. „Er weiß, dass er bei uns eine riesige Chance hat“, sagt TVG-Trainer Peter David, der Maas schon in der Jugend in Großwallstadt betreut hat.

Maas kommt in einer Phase zum Traditionsverein, in der auch aus wirtschaftlichen Gründen die Jugendarbeit ganz besonders gefördert werden soll und muss. In der Nationalmannschaft hat er auf der Position Mitte Rückraum gespielt, war dort der Spielmacher. Beim TVG soll er Alternative in der Mitte (hinter dem routinierten Oliver Köhrmann) und auf Halblinks (hinter Nationalspieler Stefan Kneer) werden. „Er kann beide Positionen gut ausfüllen“, sagt David.

Große Hoffnungen in „Nickel“

Mit 1,85 Meter ist Maas für einen Rückraumspieler eher kleingewachsen. Mit vielen Wurfvarianten, guter Technik und der Gabe, ein Spiel lesen zu können, konnte er die körperlichen Nachteile bisher immer wettmachen. Die Bundesliga wird nun eine ganz besondere Herausforderung. „Alle meine Jungs haben das Zeug zum Bundesligaspieler“, hegt der zukünftige Bundestrainer Martin Heuberger keinen Zweifel an der Qualifikation von Maas. In Großwallstadt setzen sie große Hoffnungen in ihren jungen Weltmeister, der von allen nur „Nickel“ genannt wird.

Vor gar nicht so langer Zeit habe Maas noch „ein paar Allüren gehabt“, sagt Manager Uli Wolf, „aber er hat sich im letzten halben Jahr charakterlich stabilisiert und ganz viel dazugelernt.“ Nach dem Gewinn des WM-Titels müsste der junge Mann sicher „etwas eingebremst“ werden, sagt der Manager, „aber das ist für ihn und für uns kein Problem.“

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