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Futsal Vierter Titel für Hamburg Panthers

Vor den Augen von DFB-Interimspräsident Rainer Koch wiederholen die Hamburg Panthers ihren Triumph vom Vorjahr und besiegen den FC Liria Berlin im Finale um die deutsche Futsal-Meisterschaft. Die Nationalmannschaft reist für fünf Tage zum Lehrgang nach Georgien, während der DFB Versäumnisse bei der Förderung der Hallensportart einräumt.

10.04.2016 12:53
Timur Tinç
Mohamed Labiadh (l.) von den Panthers setzt sich gegen Walid Temiaa durch. Foto: imago/Manngold

Eine halbe Stunde nach der Schlusssirene stand Mohammad Labiadh immer noch auf dem Parkett der Hamburger CU Arena und knipste Erinnerungsfotos. Die Meisterschale fest in der Hand, die tunesische Flagge über die Schultern gehängt feierte er am Samstagabend mit seinen Freunden auf der Tribüne die deutsche Futsal-Meisterschaft der Hamburg Panthers. Und der 26-Jährige hatte mit zwei Treffern einen großen Anteil am 4:2 (2:0)-Sieg seines Teams gegen den FC Liria Berlin vor 1432 Zuschauern. "Das ist emotional überragend", sagte Labiadh über das ganze Gesicht strahlend, "aber es ist so ein bisschen Routine geworden." Es war der vierte Titel im fünften Jahr seit der Gründung des Vereins.

"Das muss uns erst mal jemand nachmachen", fand  Gründer und Spielertrainer Onur Ulusoy. Sein Team sei in jedem Spiel überlegen gewesen. In einem guten, aber nicht hochklassigen Finale war der Rekordmeister das reifere, das taktisch bessere Team. Labiadh (10., 26.), Saboor Khalili (14.) und Ulusoy (23.) trafen für die Hansestädter. Sabit Alimanovic (22., 32.) für den FC Liria. "Wir haben uns in diesem Jahr stetig weiterentwickelt", analysierte Ulusoy.

Zwischenziel: Gründung einer Bundesliga

Genau das hat auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit der vom Fußball-Weltverband Fifa einzig anerkannten Hallenvariante des Fußballs vor. "Wir sind als größter Verband der Welt schon lange in der Pflicht gewesen, uns dieser Variante des Fußballs anzunähern", gab DFB-Interimspräsident Rainer Koch zu, der den Hamburgern die Meisterschale überreichte. Erst im Dezember hatte der DFB beschlossen, eine Nationalmannschaft zu gründen - und damit als einer der letzten in Europa. Während in allen Ländern mit dem sprungreduzierten Ball und ohne Banden gespielt wird, gibt es in Deutschland immer noch vereinzelt Widerstand dagegen. "Wir können es uns angesichts der demografischen Entwicklung nicht leisten, auf fußballinteressierte Mädchen und Jungen zu verzichten", so Koch. "Wir müssen mit Futsal in die Grundschulen rein."

Darüber hinaus will der DFB die Futsal-Strukturen fördern, die in vielen Landesverbänden unterschiedlich ausgeprägt sind. "Wir müssen die Ligen besser etablieren", fordert Koch. Das Zwischenziel müsse eine Bundesliga sein. Ab kommender Saison kommt eine vierte Regionalliga dazu. Koch schränkt aber ein: "Wir können gar nicht so viel Geld aufbringen, wie notwendig wäre, um im Land überall Vereine zu gründen." Futsal werde erst einmal Amateursport bleiben. In vielen Städten müssen die Futsal-Klubs um Hallenzeiten kämpfen, einige Vereine müssen deshalb ihren Spielbetrieb

Standortbestimmung in Georgien

Immerhin hat der DFB mit der Gründung der Nationalmannschaft nun einen Anreiz geschaffen. "Endlich", lautet der Kommentar von Durim Elezi dazu. Der Kapitän vom unterlegen Berliner Klub Liria wird mit 15 weiteren Kickern vom 13. bis zum 18. April nach Tiflis zu einem gemeinsamen Lehrgang mit der georgischen Auswahl fliegen. Eine erste Standortbestimmung mit inoffiziellem Charakter. "Wir haben viele gute Futsaler in Deutschland", sagt der 25-Jährige. Allerdings spielen alle noch nebenbei Fußball - von der Regionalliga bis zur Bezirksliga.

"Ich habe wegen dem Futsal schon sehr viele Probleme im Verein bekommen", berichtet Labiadh, der beim HSV Barmbek-Uhlenhorst in der Oberliga Hamburg spielt. Er entscheide sich trotzdem öfter für den Futsal. Am Samstag war sein Ausflug in die Halle mal wieder von Erfolg gekrönt.

Das Finale gibt es in voller Länder im Restream unter tv.dfb.de nochmal zu sehen.

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