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WM-Kommentar Wie wär's mit Zeitstrafen?

Großes Kino bei der WM. Die Akteure versuchen sich mehr oder weniger erfolgreich als Schauspieler. Eine kleine Atempause könnte Abhilfe schaffen. Ein Kommentar.

World Cup - Group B - Iran vs Portugal
Ohne meckern geht' nicht. Foto: rtr

Schiriiii. Nur Ball!!!! Wie oft wird dieser Satz auf den Fußballplätzen von der Bundesliga bis zur Kreisklasse gebrüllt? Man braucht sich nur mal ein WM-Spiel anschauen und sich dann den Spaß machen, die Schreie mitzuzählen – und mit 1000 multiplizieren. Pi mal Daumen wird das schon stimmen. Der Ball wird zwar bei einem Tritt auf den Fuß, einer Grätsche oder sonstigem Körpereinsatz nicht einmal berührt, doch stört das die Kicker kaum. Obwohl dutzende Kameras die peinliche Wahrheit einfangen. Das Lamentierten und Schauspielern, aber auch die fiesen Fouls sind bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft extrem. 

Bei den Dienstagabendspielen zwischen Spanien und Marokko sowie Portugal und Iran war der Nervfaktor besonders hoch. Ein kleiner Auszug: Ricardo Quaresma fällt bei einem kleinen Wischer ins Gesicht auf den Boden, als hätte er einen Faustschlag von einem Schwergewichtsboxer abbekommen. Der iranische Trainer Carlos Queiroz dackelt beleidigt in den Innenraum, weil das klare Foulspiel an Ronaldo vom Schiedsrichter am Bildschirm überprüft wird. Später versucht sich der Superstar der Portugiesen höchstpersönlich als Schlägertyp. 

Imaginäre Bildschirme

Besonders nervtötend: Permanent laufen die Spieler auf Schiedsrichter oder vierten Offiziellen zu und malen aufgeregt einen imaginären Bildschirm wenige Zentimeter vors Gesicht. Kleiner Tipp: Falls etwas war, sind vier! Videoassistenten im Studio und schauen sich die Szenen ohnehin an.

Rudelbildungen mit fünf, sechs Spielern sind vollkommen unnötig. Doch was dagegen tun? Eine Möglichkeit wäre die Einführung von Zeitstrafen, um das Gejammer und Gemecker einzudämmen. Wenn die ersten Spieler für fünf oder zehn Minuten draußen schmoren müssten, könnte ein kleiner Lernprozess in Gang gesetzt werden. Anders werden es die Kicker wohl nie verstehen. Ob sie es jedoch jemals kapieren, dass ein getroffenes Bein, nicht Ball gespielt ist, auch wenn sich logischerweise dadurch die Richtung ändert, ist dagegen wohl ein hoffnungsloses Unterfangen.

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