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WM-Experte ARD-Sportkoordinator kritisiert Philipp Lahm

2. UpdateMit seiner deutlichen Kritik an Bundestrainer Joachim Löw hatte der Ex-Nationalspieler für Aufsehen gesorgt. Nun gerät er für seine Tätigkeit als WM-Experte selbst in die Kritik.

18.07.2018 06:36
Philipp Lahm
Lahm hatte sich auch in der ARD für eine Änderung des Führungsstils von Bundestrainer Löw ausgesprochen. Foto: afp

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hat Philipp Lahm für seine Experten-Tätigkeit während der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland kritisiert. „Philipp Lahm in unserem Team zu haben war aufgrund seiner Erfahrung sicher sehr belebend“, sagt Balkausky dem Magazin „Sport Bild“ (Mittwoch). „Manchmal hätten wir uns aber noch mehr von diesem Erfahrungsschatz und noch deutlichere Einschätzungen gewünscht“, sagte Sportkoordinator des öffentlich-rechtlichen Senders.

Mit seiner deutlichen Kritik auch an Bundestrainer Joachim Löw im sozialen Netzwerk LinkedIn hatte Lahm nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt.

Lahm, Nationalmannschafts-Kapitän beim WM-Triumph vor vier Jahren in Brasilien, hatte sich auch in der ARD für eine Änderung des Führungsstils von Bundestrainer Löw ausgesprochen. „Ich denke, dass man mit der neuen Generation und den neuen Leuten nach so einem Ereignis die Ansprache auch verändern sollte“, hatte der 34 Jahre alte frühere Fußballer des FC Bayern München am vergangenen Samstag in einer TV-Sendung festgestellt. Außerdem machte er ein Problem mit der jüngeren Profi-Generation aus, die sich nicht mehr für das Gesamtgefüge verantwortlich fühle.

Rudi Völler nimmt Joachim Löw in Schutz

„Wir werden mit Philipp Lahm sicherlich noch einmal grundsätzlich über unsere gemeinsamen Sendungen sprechen. Bislang gab es dazu allerdings noch keine Möglichkeit“, sagte Balkausky. 

Ob es eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geben wird, ist offen. „Wie wir uns in Zukunft aufstellen, werden wir im Anschluss an die WM in Ruhe und gemeinsam mit den ARD-Sportchefs besprechen und entscheiden“, sagte Balkausky. Der Sportkoordinator äußerte aber auch ein gewisses Verständnis für Lahm. Es helfe „ein wenig Abstand zu den Geschehnissen auch bei der Bewertung einer Lage“, sagte er, „und diese Zeit des Nachdenkens hat sicherlich auch Philipp Lahm geholfen, manche Dinge jetzt klarer formulieren zu können also noch vor zwei Wochen“.

Derweil hat Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler Kritiker Lahm in der Debatte um den Führungsstil von Joachim Löw widersprochen und den Bundestrainer in Schutz genommen. „Jogi Löw muss sich gar nicht ändern. Er weiß, wie er die Mannschaft zu führen hat“, sagte Völler der Sport Bild.

Löw habe es „auf seine Art und Weise über Jahre hinweg sehr gut gemacht“, betonte der frühere Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Außerdem könne Löw selbst entscheiden, welche Spieler er einlade. „Deshalb braucht Jogi seine Ansprache auch nicht zu verändern. Er wird die Spieler auf seine Art reizen.“

Weiter sagte Völler: „Es ist mir zu oberflächlich zu sagen, dass wir wegen eines bestimmten Führungsstils oder einer falschen Ansprache ausgeschieden sind.“ Löw werde aus dem WM-Debakel „die richtigen Schlüsse ziehen“. Dass er weiter mache, sei richtig. „Durch die Kritik muss er jetzt durch. Der Gegenwind zieht aber vorbei. Jogi muss und wird erneut Antworten finden.“

Die Spieler-Qualität für den Neuaufbau sei „auf jeden Fall vorhanden“, meinte Völler, auch noch in der U21. „Erst danach reißt es ein wenig ab. Da müssen wir gut aufpassen und in den Vereinen gegensteuern. Aber für die nächsten Jahre mache ich mir eigentlich noch keine Sorgen.“

Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff verteidigte Völler. „Die beiden können einem ja fast leidtun. So oder so konnten sie es nicht allen recht machen, egal was sie entscheiden würden“, sagte er über deren Umgang mit der Erdogan-Affäre. (dpa/sid)

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