Lade Inhalte...

Mexiko - Kamerun Mexiko trotzt dem Schiedsrichter

Die Schiedsrichter stehen bei der noch der jungen WM in Brasilien weiter im Mittelpunkt. Im Spiel zwischen Mexiko und Kamerun liegt der kolumbianische Schiedsrichter gleich mehrfach daneben und erkennt zwei Tore von Mexiko nicht an. Sein Glück: Mexiko siegt dennoch.

13.06.2014 19:59
Unverständnis: Mexicos Trainer Miguel Herrera im Gespräch mit dem kolumbianischen Schiedsrichter Wilmar Alexander Roldan Perez. Foto: dpa

Zwei reguläre Treffer aberkannt, trotzdem gewonnen: Mexiko hat Volker Finke die Premiere als WM-Trainer verdorben. Mit Kamerun unterlag der frühere Bundesliga-Coach im Dauerregen von Natal hochverdient mit 0:1 (0:0) - Oribe Peralta erzielte in der 61. Minute den Siegtreffer für El Tri. Schiedsrichter Wilmar Roldan aus Kolumbien hatte es zuvor fertiggebracht, gleich zwei Toren des überragenden Mexikaners Giovani dos Santos die Anerkennung zu verweigern.

Im Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien (3:1) hatte bereits eine falsche Elfmeterentscheidung zugunsten der Gastgeber weltweit für Kopfschütteln gesorgt. Mexiko sicherte sich vor 39.216 Zuschauern in der nicht voll besetzten Arena das Dunas durch den Erfolg einstweilen den zweiten Platz in der Gruppe A hinter der Selecao.

Schiri-Schelte von Urs Meier

Ehe Peralta die deutlich überlegenen Mexikaner erlöste, hatten Schiedsrichter Rolden und seine Assistenten gleich zweimal den Durchblick verloren. In der elften Minute wähnten sie dos Santos bei dessen Treffer aus kurzer Distanz zu Unrecht im Abseits.

In der 30. Minute erwischte es den Angreifer, der seit knapp zwei Jahren nicht mehr für sein Land getroffen hatte und die "Erlösung" herbeisehnt, dann erneut. Diesmal traf er per Kopf, aber Roldan pfiff ab.

In der Halbzeitpause kritisierte ZDF-Experte Urs Meier die Leistung von Schiedsrichter Wilmar Roldán aus Kolumbien. "Das war gleiche Höhe, das wäre ein reguläres Tor gewesen", sagte der ehemalige Schiedsrichter zum ersten aberkannten Treffer. Beim zweiten Treffer habe die Kommunikation vom Schiedsrichter zum Assistenten nicht funktioniert: "Der Schiedsrichter hätte erkennen müssen, dass die Kopfball-Verlängerung von einem Kameruner kam. Dann hätte er auch auf Tor entscheiden müssen", sagte Meier.

Die klar überlegenen Mexikaner ließen allerdings trotz der beiden Rückschläge nicht nach. Sie spielten geradliniger und strukturierter und hatten die Mannschaft von Finke mit nur wenigen Ausnahmen im Griff: Für eine davon sorgte Superstar Samuel Eto'o, der nach einer Direktabnahme den Außenpfosten traf (21.). Auf der Gegenseite vergab Mexikos Kapitän Rafael Marquez die Chance auf die korrekte Führung, als er den besser postierten Hector Moreno übersah und den Ball per Kopf nicht im Tor unterbrachte.

Nach der Pause setzte Mexiko die Afrikaner weiter unter Druck - und endlich auch mit dem verdienten Erfolg. Kamerun wirkte statisch, als hätte die verspätete Anreise nach dem Prämienstreit mit dem Verband doch Spuren hinterlassen. Finke stand zumeist wie ein begossener Pudel im Regen an der Seitenlinie und versuchte vergeblich, Einfluss zu nehmen. (sid/zys)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen