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WM-Favorit patzt Enttäuschung bei Brasilianern - Zuber rettet Schweiz 1:1

Auch Brasilien musste sich mit einem mäßigen Auftakt begnügen. Neymar blieb noch vieles schuldig und der Hoffenheimer Zuber rettete der Schweiz einen wichtigen Punkt.

02.08.2018 13:27
Von Eric Dobias und Morten Ritter, dpa
Bedient
Neymar war nach dem 1:1 seiner Brasilianer gegen die Schweiz bedient. Foto: Marius Becker

Superstar Neymar trottete enttäuscht vom Feld. Der teuerste Fußballer der Welt hat zum WM-Start noch nicht den erwarteten Glanz verbreitet und Rekord-Champion Brasilien beim 1:1 (1:0) gegen die Schweiz nicht zum erhofften Sieg führen können.

Auch ein Traumtor von Philippe Coutinho in der 20. Minute reichte der Seleção vor 43.109 Zuschauern in Rostow am Don nicht für einen erfolgreichen Auftakt bei der Jagd nach dem sechsten WM-Triumph. Steven Zuber vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim sorgte mit seinem Ausgleichstor in der 50. Minute für lange Gesichter beim Favoriten.

„So ist eine WM. Auftaktspiele sind immer schwierig, leider haben wir den Sieg nicht eingefahren. Jetzt müssen wir uns auf die nächsten beiden Spiele konzentrieren“, sagte Coutinho im ZDF.

Der fünfmalige Weltmeister, der bei einer Endrunde seit 20 Jahren kein Vorrundenspiel verloren hat, konnte seine derzeit bestmögliche Formation aufbieten. Neymar, der nach seinem Mittelfußbruch erst vor zwei Wochen sein Comeback feiern konnte und sehr verhalten agierte, fieberte seinem 86. Länderspiel sehnsüchtig entgegen und verkündete vor dem Anpfiff via Instagram: „Der große Tag ist gekommen. Ich habe viele Rückschläge weggesteckt und bin sehr dankbar, jetzt hier zu sein.“

Mit Willian, Coutinho und Gabriel Jesus bildete der 26-Jährige die Offensivreihe der Südamerikaner, die sich durch Paulinho die erste Chance erarbeiteten, doch der Brasilianer scheiterte an Torhüter Yann Sommer. Der Torhüter von Borussia Mönchengladbach ist einer von neun Schweizer Startelfspielern, die aktuelle oder ehemalige Bundesligaspieler sind. Lediglich Blerim Dzemaili, der schon in der 3. Minute eine Tormöglichkeit für den Außenseiter hatte, und Kapitän Stephan Lichtsteiner waren nie in der deutschen Liga aktiv.

Die Brasilianer zeigten zu Beginn ihre Klasse und kamen durch einen sehenswerten 18-Meter-Schuss von Coutinho zu frühen 1:0-Führung, die von den zahlreichen brasilianischen Fans in der vollen Rostow Arena ausgiebig bejubelt wurde. Thiago Silva vergab in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf eine weitere gute Torgelegenheit. Neymar konnte allerdings kaum Akzente setzen und war offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Die sehr rustikalen Schweizer hatten der hohen Spielkunst des Titelfavoriten wenig entgegenzusetzen, konnten aber gute Werte bei Ballbesitz und Passquote vorweisen. Der Ausgleich fiel dennoch überraschend und nach einer Standardsituation. Einen Eckball des ehemaligen Bayern-Spielers Xherdan Shaqiri konnte Hoffenheims Zuber mit dem Kopf zum 1:1 verwandeln. „Wir haben es wirklich gut gemacht. Generell liessen uns die Brasilianer nicht viel Zeit zum durchschnaufen. Die Reife einer Mannschaft zeigt sich aber auch darin, dass eine Mannschaft das wegstecken kann und diese kritische Phase überwindet“, meinte Sommer.

Brasilien suchte in der Schlussphase die Entscheidung, zeigte sich aber im Abschluss nicht konsequent genug. Neymar und Roberto Firmino scheiterten am guten Schweizer Torhüter, und so mussten sich die Südamerikaner wie die anderen Titelfavoriten des Turniers am Ende mit einem bescheidenen Auftaktspiel begnügen.

(Von Eric Dobias und Morten Ritter, dpa)

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