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Rücktritt Mesut Özil Ankara lobt Özil

In der Türkei wird Mesut Özils Rücktritt als „Tor gegen das Virus des Faschismus“ gelobt. Türkische Minister gratulieren dem Fußballspieler nach umstrittener Erklärung.

23.07.2018 10:16
Arsenal's Mesut Ozil arrives in Singapore
Mesut Özil bei der Ankunft im Trainingslager in Singapur. Foto: rtr

Die türkische Regierung hat mit großer Zustimmung auf den Rücktritt Mesut Özils aus der deutschen Fußballnationalmannschaft reagiert. Özil habe mit seinem Ausstieg ein „wunderschönes Tor gegen das Virus des Faschismus“ geschossen, lobte Justizminister Abdulhamit Gül den Mittelfeldspieler des FC Arsenal am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Özil hatte sich am Sonntag zu seinem umstrittenen Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Mai geäußert und anschließend erklärt, er trete aus der deutschen Nationalmannschaft aus.

Sportminister Mehmet Kasapoglu nennt Özil „Bruder“

Özil prangerte in seiner Erklärung einen weit verbreiteten Rassismus gegen ihn als Deutschtürken an und erhob insbesondere schwere Vorwürfe gegen DFB-Chef Reinhard Grindel. „Schweren Herzens und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr auf internationaler Ebene für Deutschland spielen, da ich dieses Gefühl des Rassismus und der Respektlosigkeit habe“, schrieb der Fußballspieler.

Der türkische Sportminister Mehmet Kasapoglu twitterte ein Foto des lächelnden Özil mit Erdogan und schrieb dazu: „Wir unterstützen aufrichtig die ehrenhafte Haltung, die unser Bruder Özil gezeigt hat.“

In Deutschland löste Özils Erklärung eine Diskussion über Rassismus aus. „Es ist ein Alarmzeichen, wenn sich ein großer, deutscher Fußballer wie Mesut Özil in seinem Land wegen Rassismus nicht mehr gewollt und vom DFB nicht repräsentiert fühlt“, schrieb Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Kritik kam aus der Union: „Die Einladung eines Autokraten auszuschlagen wäre nicht respektlos gewesen. Es hätte Haltung gezeigt“, sagte NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) mit Blick auf das Treffen mit Erdogan. (AFP)

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