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Nations League Auch Frankreich mit 0:0 zufrieden

Frankreich ist die sechste Nation in Serie, die ihr erstes Spiel nach einem WM-Triumph nicht gewinnt. Das stört Coach Deschamps nicht.

07.09.2018 12:58
Équipe Tricolore
Die Spieler der Équipe Tricolore verabschieden in München von ihren Fans. Foto: dpa

Didier Deschamps hatte sichtlich gute Laune. Das 0:0 von München wertete der französische Weltmeister-Trainer als Erfolg, daran änderten die ausgebliebenen Tore und eine Schlussphase mit reichlich Zittern nichts.

Nach dem Schlusspfiff umarmte er seinen Kollegen Joachim Löw, mit dessen Assistenten Andreas Köpke plauderte der Coach noch ein Weilchen. „Wir haben das Beste draus gemacht“, resümierte Deschamps nach einer Partie, die für die Équipe Tricolore physisch wie auch mental kompliziert war. Der wichtige Auswärtspunkt in der neuen Nations League versüßte den Fußballern um Jungstar Kylian Mbappé den Abend und stimmte auf die Party am Wochenende ein.

Feiern im eigenen Stadion

Dem ersten Pflichtspiel nach dem WM-Triumph in Russland folgt am Sonntag (20.45 Uhr) das Heimdebüt mit den zwei Sternen auf der Brust: In Saint-Denis erwarten die Franzosen gegen die Niederlande 80.000 euphorische Fans, von denen sie sich ausgiebig feiern lassen wollen - anders als noch im Juli, als eine Mini-Parade von nur zwölf Minuten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées für Unmut gesorgt hatte.

Im Stade de France vor den Toren von Paris wollen sich die Anhänger von ihren Weltmeistern noch einmal erinnern lassen an die glorreichen WM-Wochen. Schon das Match in München am Donnerstagabend machte deutlich: Deschamps hält an seinem Erfolgsplan fest. Wie schon in Russland konzentrierten sich die Franzosen - die mit Ausnahme des verletzten Torwarts Hugo Lloris in der WM-Final-Aufstellung antraten - auf eine kompakte Defensive und suchten ihr Glück im Umschaltspiel.

Vor allem Mbappé wirbelte und zeigte sein Potenzial, war an allen gefährlichen Aktionen beteiligt und stete Gefahr für das DFB-Team. „Das Wunderkind aus Bondy ist nicht mehr bloß ein Hochbegabter“, schrieb die Zeitung „Le Parisien“. „Der Pariser Stürmer hat sich wieder einmal als die treibende Kraft im französischen Angriffsspiel entpuppt.“ Neben dem Jungstar überragte dessen PSG-Teamkollege Alphonse Areola, der bei seinem Länderspieldebüt mit vielen Paraden das Remis festhielt. „Zum Glück war er da“, titelte das Sportblatt „L'Équipe“. „Ich bin sehr zufrieden“, lobte Deschamps.

Dass die Franzosen eine kuriose Sieglos-Serie fortsetzten und der sechste Weltmeister nacheinander sind, der sein erstes Spiel nach dem WM-Finalerfolg nicht gewinnen konnte, war ihnen egal. „Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, und auch mental war das hart“, berichtete Mittelfeldspieler Paul Pogba. Die WM sei noch so präsent, sagte der Star von Manchester United, „man geht voller Emotion aus dem Turnier raus, dann geht es wieder mit dem Club los, mit einem anderen Wettbewerb. Gedanklich ist es schwer, wieder neu anzufangen.“

Auch die spielerischen Defizite von der WM sind noch da, neben schnellen Angriffen über Mbappé und Antoine Griezmann fiel der Elf gegen zunächst noch beeindruckte, später aber immer mutigere Deutsche wenig ein. „Das Spiel war mühsam, wir hatten nicht viel Zeit, uns vorzubereiten“, sagte Deschamps. Anders als oft in der Vergangenheit war bei den emotionalen Franzosen nicht die Einstellung das Problem, sondern schlicht die Physis. „Uns ist die Kraft ausgegangen“, meinte Deschamps und äußerte nach einer kurzen Sommerpause und kurzen Vorbereitungen seiner Schützlinge vollstes Verständnis.

„Ich weiß, dass wir auf den Geschmack gekommen sind, aber ein 0:0 in Deutschland ist ein gutes Ergebnis für uns“, sagte er. Dem Aperitif soll nun am Sonntag im eigenen Stadion das große Schlemmen folgen. (dpa)

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