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Maximilian Arnold Ein bisschen Schweinsteiger

Maximilian Arnold ist der unumstrittene Leader im Team der deutschen U21-Nationalmannschaft. Der Wolfsburger hat in den vergangenen Jahren eine famose Entwicklung gemacht.

30.06.2017 14:41
Maximilian Arnold
Anführer der deutschen U21-Nationalmannschaft: Maximilian Arnold Foto: dpa

Der Vergleich mit Bastian Schweinsteiger ging Maximilian Arnold dann doch zu weit. „Von Bastian bin ich noch ein Stück entfernt. Er ist eine Legende für mich“, sagte der Kapitän der deutschen U21-Fußballer, als er bei der EM in Polen auf den neun Jahre älteren Weltmeister angesprochen wurde. Dabei zeigte der 23-jährige Arnold als laufstarker Abräumer und gewiefter Spielmacher ganz ähnliche Qualitäten wie Schweinsteiger.

Nicht ohne Grund machte DFB-Trainer Stefan Kuntz den Mittelfeldspieler zu seinem EM-Kapitän. „Er ist ein Anführer auf und neben dem Platz, er hat mein volles Vertrauen“, sagt Kuntz über Arnold, der auch im EM-Endspiel gegen Spanien (Freitag, 20.45 Uhr/ZDF) diese Rolle übernehmen soll.

In Polen zahlte der Wolfsburger seinem Trainer das Vertrauen bislang stets mit guten Leistungen zurück: Arnold übernahm die Chefrolle auf dem Platz und mischte sich auch ein, wenn einer seiner Mitspieler angegangen wurde - wie etwa Niklas Stark im Gruppenspiel gegen Italien (0:1).

„Wenn man sieht, wie die Italiener Nik ins Tor schubsen, dann weiß ich nicht, ob das zum Fußball gehört. Da wollte ich Präsenz zeigen. Vielleicht hätten sie ein paar mehr Nudeln essen sollen, dann wären sie stehen geblieben“, sagt Arnold zu der beispielhaften Szene, in der er sich ins Getümmel warf.

„Wenn jemand gegen unseren Spieler geht, versuche ich da zu sein und zu zeigen, dass ich hier stehe“, so Arnold.

Arnold ist einer von nur drei Spielern, die schon bei der EM 2015 dabei waren, die anderen sind Max Meyer und Serge Gnabry. In Tschechien spielte Arnold unter Horst Hrubesch jedoch keine einzige Sekunde, heute ist er unverzichtbar. „Vor zwei Jahren war ich unter dem Radar, jetzt bin ich Kapitän. Das hat sich von null auf hundert entwickelt, und ich genieße das“, sagt Arnold.

Als U21-Kapitän tritt er in die Fußstapfen so illusterer Vorgänger wie Sami Khedira (2009), Lewis Holtby (2013) und Kevin Volland (2015). „Das letzte Mal Kapitän war ich in der U17 in Wolfsburg, das ist schon ein bisschen her. Das macht mich schon stolz“, sagt Arnold, der das Amt als „absolute Ehre" bezeichnet. Besonders genieße er die Platzwahl, die sei „immer ganz lustig.“

Im Zweifel geht Arnold auch über seine Grenzen hinaus. Erst noch die Relegation mit Wolfsburg, jetzt fünf Spiele in 13 Tagen, eigentlich müsste er längst urlaubsreif sein. Nicht so Maximilian Arnold. „Da merkt man, was der Körper alles imstande zu leisten ist. Außerdem hatte ich Felix Magath als Trainer. Da lernt man, über Grenzen zu gehen“, sagt er und grinst.

Hier gibt es eine kleine Parallele: Den Trainer Magath hatte auch ein gewisser Bastian Schweinsteiger in den Anfängen seiner Karriere erlebt.

Noch nicht ganz klar ist, ob Arnold auch kommende Saison für den VfL spielt. Vor der EM hatte es Spekulationen um einen Wechsel gegeben, Arnold verschob das Thema auf die Zeit nach dem Turnier.

„Wenn man jetzt sagt: Ich wechsele nie und dann passiert doch etwas, steht man als unehrliche Haut da“, sagte er damals.

Es bleibt also spannend. (sid/FR)

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