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Manuel Neuer und Thomas Müller Mehr geben, weniger nehmen

Manuel Neuer und Thomas Müller mahnen mehr Demut vor dem Bundesadler an - und der notorische Uli Hoeneß bereut mal wieder nichts.

Manuel Neuer
Gut verpackt: Manuel im Bayern-Camp. Foto: rtr

Klartext als Katharsis: Manuel Neuer hatte sich schon unmittelbar nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Kabinentrakt am deutlichsten den Frust von der geschundenen Seele gesprochen. Er habe „in keinem der Spiele hat man eine deutsche Mannschaft gesehen, vor der man Angst oder Respekt haben musste“, rügte der Kapitän in kapitaler Deutlichkeit, „selbst wenn wir weitergekommen wären, hätte doch jeder gerne gegen uns gespielt.“

Seitdem hat man vom Torwart nur ein paar Instagram-Fotos übermittelt bekommen. Nun hat sich der 32-Jährige im Trainingslager des FC Bayern in Rottach-Egern geäußert. Und zwar noch deutlicher als vor fünf Wochen nach dem demütigenden 0:2 gegen Südkorea im Bauch der Arena von Kasan. Aus Neuers aktuellen Anmerkungen wird deutlich, dass er große Defizite in der Personalauswahl und Einstellung erkannt hat. Ziel müsse es sein, „wieder die Spieler da zu haben, die auch wirklich stolz sind, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen und alles dafür geben, für das eigene Land zu spielen, damit man wieder in die Erfolgsspur kommt“. Diese Hingabe hatte der Kapitän offenkundig bei mehreren Spielkameraden vermisst. Auch Thomas Müller äußerte sich Freitag ähnlich: „Für uns Spieler gilt auf alle Fälle, dass wir dahin zurückkehren müssen, ein bisschen mehr zu dienen.“ Mehr geben, weniger nehmen.

Ohne einen konkreten Zusammenhang dazu herzustellen, ging Neuer auf Distanz zu Mesut Özil: Die Gründe für einen Rücktritt müsse „man für sich selbst suchen, und die hat er dann auch gefunden“. Im Mannschaftskreis sei „immer versucht“ worden, „alle Spieler zu integrieren, damit jeder mit einem guten Gefühl in die Spiele geht“.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß äußerte sich fast zeitgleich bei einer CSU-Veranstaltung im nur sechs Kilometer vom Bayern-Trainingscamp entfernt gelegenen Bad Wiessee in bewährt zugespitzter Form. „Hätten unsere Nationalspieler weniger gedaddelt, hätten sie nachts besser geschlafen und nicht während des Spiels.“ Auch zur leidigen Özil-Thematik gab Hoeneß seine Sicht der Dinge preis: Beim DFB habe man sich „von Medien und Umfeld eine politische Diskussion aufdrängen lassen“. Der Spieler habe „mit dem Erdogan-Foto einen Fehler gemacht. Er hätte sich entschuldigen müssen und gut wäre es gewesen“. Seine harschen Worte aus der vergangenen Woche gen Özil („Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt“) bereut er keinesfalls und verwehrt sich dagegen, dass ihm in diesem Zusammenhang Fremdenfeindlichkeit unterstellt würde: „Ich habe meine private Meinung zu seiner sportlichen Leistungsfähigkeit gesagt. Ich habe nie darüber nachgedacht, ob er türkische Wurzeln hat, wo er geboren wurde oder an was er glaubt.“

Unter der Woche hatte sich Ex-Nationalspieler Matthias Sammer im „Kicker“-Interview geäußert: „Wir müssen wieder die Qualität und die Mentalität, siegreich sein zu wollen, in den Mittelpunkt stellen. Was aktuell geboten wird, ist nicht ausreichend.“ Sammer schlägt ein Expertengremium vor, in dem neben dem Bundestrainer Männer wie Horst Hrubesch, Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Hans-Joachim Watzke, Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld, Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann sowie bei Bedarf auch gern er selbst sitzen.

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