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Ilkay Gündogan Gündogans Neustart

Nach den wohl wichtigsten 24 Minuten seiner Karriere stand für Ilkay Gündogan eine befreiende Erkenntnis: Er gehört wieder dazu.

07.09.2018 11:26
Deutschland - Frankreich
„Ich fahre mit einem Lächeln nach Hause“: Ilkay Gündogan. Foto: dpa

Ilkay Gündogan lief nach seinem gelungenen Neustart mit nur wenigen Misstönen erleichtert zum Bereich der Familien und Freunde der deutschen Nationalmannschaft. Auf seinem Weg wurde der 27-Jährige von DFB-Boss Reinhard Grindel und Liga-Präsident Reinhard Rauball herzlich umarmt und beglückwünscht. Das 0:0 in München gegen Weltmeister Frankreich war für Gündogan nach überstandener Erdogan-Affäre ein großer Schritt zurück zur Normalität.

„Ich fahre mit einem Lächeln nach Hause“, sagte er nach dem Nations-League-Auftakt. Angst habe er nicht gehabt, aber „ich war nervös, als ich mich fertig gemacht habe“, sagte er zu den Momenten vor seiner Einwechslung (66.). Seine Hände spielten dabei mit seinem Trikot, als würde Gündogan die Anspannung dieses wegweisenden Augenblicks noch einmal durchleben.

Warmer Applaus, nur wenige Pfiffe

Eine gewisse Sorge vor einem zweiten Leverkusen, einer Wiederholung des bitterbösen Pfeifkonzerts gegen ihn am 8. Juni, war nicht unbegründet. Auch in der Allianz Arena gab es Pfiffe, allerdings gingen diese im warmen Applaus der überwältigenden Mehrheit der 67 485 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena unter. Der Zuspruch habe ihn „gefreut“, sagte Gündogan. Er bedankte sich direkt, indem er dem Publikum ebenfalls applaudierte.

Dann, sagte er, „habe ich mich voll darauf konzentriert zu spielen“. Das gelang ihm gut, der Mittelfeldspieler von Manchester City war in der starken Schlussphase ein belebendes Element – ganz wie von Joachim Löw erhofft. „Wir sehen ihn als sehr, sehr wichtigen Spieler für uns“, sagte der Bundestrainer, der hofft, dass Gündogan „jetzt den Durchbruch bei uns schafft“.

Der Anfang ist gemacht. Auch Grindel und Rauball, meinte Gündogan, hätten „einen zufriedenen Eindruck gemacht“. Mit dem DFB-Boss hatte sich Gündogan vor diesem wegweisenden Auftritt noch einmal besprochen. „Wir hatten einen guten Austausch“, sagte Gündogan über das Treffen am Dienstagabend und betonte, „nie Probleme“ mit dem Verbandschef gehabt zu haben. Anders als Kumpel Mesut Özil, der Grindel bei seinem Rücktritt scharf attackiert hatte.

Grindel habe „noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er froh ist, dass ich weitermache“, sagte Gündogan. Er selbst sei „nach wie vor stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein“.
Bei seinen Kollegen stand dies nie in Frage. Gündogan erhielt intern viel Zuspruch. „Ilkay ist genauso ein Mitglied unserer Mannschaft wie jeder andere“, sagte Thomas Müller, „er hat ein gutes Spiel gemacht.“ Leon Goretzka betonte, sich bei seiner Auswechslung für Gündogan „bewusst beeilt“ zu haben, „weil ich auch nicht sicher war, wie das Publikum reagiert“.

Dass es vereinzelte Pfiffe gab, empfand Goretzka als normal, eine ähnliche Erfahrung habe er auf Schalke gemacht, nachdem sein Wechsel zum FC Bayern bekannt geworden war. Grundsätzlich aber, hob er hervor, „hat man Ily wieder akzeptiert. Ich denke, damit kann man das Thema jetzt abhaken.“ (sid)

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