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Die Höhle des Löw Knifflige Suche

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft in zwölf Monaten in Russland ist die Expertise von Manager Oliver Bierhoff und dessen Organisationschef Georg Behlau gefragt, das richtige Teamquartier zu finden.

Confederations Cup
Selfie mit Sebastian Rudy (r) vor der Hotelanlage des Radisson Blu in Sotschi. Foto: Christian Charisius (dpa)

Der Airbus der Lufthansa war am Sonntagabend bereits über dem Schwarzen Meer angelangt, als er wieder umdrehen musste. Denn nur bei einem Aus der Nationalmannschaft hätte die Maschine tags darauf in aller Früh zum Rückflug bereitstehen müssen. Wegen des Slots und der Ruhezeiten des Bordpersonals war es nötig gewesen, sicherheitshalber schon vor Spielbeginn des letzten Vorrundenspiels gegen Kamerun in Frankfurt in die Luft zu gehen. Nun wird der Rückflug frühestens am Sonntagabend von Moskau oder am Montagmorgen aus St. Petersburg stattfinden. Je nachdem, ob und wie die von Joachim Löw als „Perspektivteam“ ausgerufene Truppe die kurzfristige Perspektive Halbfinale gegen Mexiko meistert.

Die minutiösen Reiseplanungen mit der Lufthansa zeigen schon, dass beim DFB keine Minute wertvoller Urlaubszeit vergeudet werden soll. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft in zwölf Monaten in Russland ist nun vor allem die Expertise von Manager Oliver Bierhoff und dessen Organisationschef Georg Behlau gefragt, das richtige Teamquartier zu finden. In Brasilien haben die beiden den Mut gehabt, ein Himmelfahrtskommando namens Campo Bahia zu einem fröhlichen Ende zu bringen.

Fehler der Vergangenheit vermeiden

Die Entscheidung, bei der EM 2016 das Lager am Genfer See aufzuschlagen, war weniger glücklich. Dort herrschte keineswegs französische „Savoir-vivre“-Atmosphäre, die Wege zum Flughafen und zu den Spielorten waren unnötig lang. Das hat seinerzeit ebenso auf die Stimmung gedrückt wie acht Jahre zuvor ein kilometerlanger Tunnel zwischen Herberge und Trainingsplatz im Tessin sowie Vorrundenspielen auf der anderen Seite der Alpen in Österreich.

Solche Fehler wollen sie beim DFB in Russland unbedingt vermeiden, dafür ist eine WM viel zu wichtig. Bierhoff hatte Sotschi deshalb anfangs gar nicht auf seiner Agenda. Zu weit südlich gelegen, zu lange Flugzeiten bis ins Landesinnere. Aber jetzt zeigen sich auch viele Vorteile: extrem kurze Wege zum Trainingsplatz und Flughafen, ein weiter Blick aufs Schwarze Meer hinaus. Relative Anonymität im derzeit rein russischen Urlaubsdomizil.

Bierhoff hat eine hübsche Villenanlage, der des Campo Bahia in Brasilien nicht unähnlich, inspiziert. Schön gelegen, aufwendig ausgestattet. Aber so nah an der belebten Strandpromenade, dass der Manager zu viel Unruhe befürchtet, „erst recht, wenn hier die Fanmeile entstehen sollte“. Er tendiert deshalb zum Großraum Moskau. Vielleicht nicht so schön, aber dafür zweckmäßiger. Die Suche dürfte noch knifflig werden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Confederations Cup

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