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DFB Viel Bewegung im DFB

Verband findet Ex-„Bild“-Boss als Berater und sucht neuen Personalchef.

11 5 2017 Berlin Deutschland GER Cube Tech Fair Kai Diekmann
Soll DFB-Präsident Reinhard Grindel den Weg weisen: der ehemalige Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Kai Diekmann. Foto: Stefan Zeitz Photography (Extern)

Der Globus, der jahrelang als Sinnbild des Sommermärchens vor der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes stand, ist irgendwann geräuschlos entfernt worden. Im Zuge der WM-Affäre, für die das Finanzamt Frankfurt am Main dem DFB 19,2 Millionen Euro Steuernachzahlungen in Rechnung gestellt hat, musste der von Aktionskünstler André Heller entworfene Globus weichen. Zu schwer lastete die Affäre auf dem Verband, als dass das Sinnbild einer rauschenden WM 2006 noch das richtige Symbol für einen vormals stolzen Sportverband gewesen wäre.

Die Nachfolger der noch immer von der offenbar recht gemächlich ermittelnden Frankfurter Staatsanwaltschaft verfolgten Protagonisten von damals tragen schwer an den Folgen. Einer kritischen Öffentlichkeit glaubhaft zu vermitteln, dass alles neu und jetzt viel besser ist beim DFB, gestaltet sich schwierig. Der seit knapp zwei Jahren amtierende Präsident Reinhard Grindel ist enorm fleißig – manche finden, mitunter zu fleißig –, arbeitet sich mit ungebremstem Eifer in komplizierte Themen ein, ist unentwegt unterwegs für Amateure, Uefa und Weltverband, scheut sich dabei nicht, den Fifa-Boss Gianni Infantino auch mal hart anzugehen – und wird in der Branche und in den Medien doch regelmäßig und gewiss nicht immer fair durch den Kakao gezogen.

Externe Hilfe von Kai Diekmann

Um dem künftig flinker und pfiffiger zu begegnen, hat sich Grindel nun externe Hilfe beigeholt. Kein Geringerer als der bis vor einem Jahr als „Bild“-Chefredakteur tätige Kai Diekmann berät den Verbandschef nun mit seiner Agentur „Storymachine“ in dessen Social-Media-Aktivitäten. Diekmann, der 2012/13 ein Jahr lang im Silicon Valley hospitierte, gilt als Experte auf diesem Gebiet. Dem DFB stattete er neulich gar einen persönlichen Besuch ab, um sich vor Ort über die Gegebenheiten zu informieren. Grindel, der auch gesundheitlich etwas angeschlagen ist, wegen eines Ermüdungsbruchs Spezialschuhe tragen muss und zuletzt mehrere Kilo abgenommen hat, erhofft sich mit Diekmanns Hilfe eine Schärfung seines Profils. Aus dem Hause DFB heißt es ausdrücklich, dass mit dieser neuen Zusammenarbeit die Arbeit der Pressestelle keinesfalls in Zweifel gezogen wird. Mediendirektor Ralf Köttker, in Personalunion auch stellvertretender Generalsekretär, und sein vom Abteilungsleiter Kommunikationsmanagement, Stephan Brause, und dem Abteilungsleiter Content Management, Michael Herz, angeführtes Team seien ausreichend ausgelastet.

Vollständig ausgelastet durfte sich auch Personal-, Finanz- und IT-Chef Ulrich Bergmoser in den vergangenen Jahren gefühlt haben. Der 53-Jährige hat den DFB dennoch jetzt verlassen, nachdem der vormalige Unternehmensberater den Verband gemeinsam mit Generalsekretär Friedrich Curtius auf links gedreht und tiefgreifend reformiert hatte. Doch während Curtius bei den meisten Mitarbeitern eine partnerschaftliche Herangehensweise bevorzugt haben dürfte, soll Bergmoser im schmerzhaften Umstrukturierungsprozess polarisierender gewirkt haben.

Schwieriges Verhältnis

Der fachlich unumstrittene Manager, der die vielen Aufgaben während der Reform oft bis tief in den Abend hinein verrichtete, eckte sowohl bei hauptamtlichen Mitarbeitern als auch beim Ehrenamt zunehmend an. Das Verhältnis des höchstrangigen hauptamtlichen Finanzverantwortlichen Bergmoser und des für das wegen der WM-Affäre zuletzt schrumpfende Vermögen haftenden ehrenamtlichen Schatzmeisters Stephan Osnabrügge war belastet. Keine erträglichen Bedingungen für eine gedeihliche Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten. Die Trennung war unausweichlich. Der DFB sucht jetzt einen Nachfolger für Bergmoser. Oder eine Nachfolgerin. Voraussetzung: Fachwissen und Empathie.

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