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DFB-Präsident Reinhard Grindel Und noch ein Fettnäpfchen

1. UpdateHat Reinhard Grindel ein Länderspiel aus Furcht vor den Eintracht-Ultras verlegt? Die Frankfurter Fanszene ist über den DFB-Chef arg irritiert.

Reinhard Grindel
Der Spiegel verweist in seinem Bericht auf einen E-Mail-Wechsel zwischen Grindel und seinem Stellvertreter Koch. Foto: afp

Auch bei der Führung von Eintracht Frankfurt zeigte man sich am Wochenende irritiert über den Verband. Denn in dem Mailwechsel zwischen Grindel und Koch wird deutlich, wie sehr man sich beim DFB über die Frankfurter Proteste gegen die Montagsspiele und vor allem dem Umgang der Eintracht damit geärgert hat. So plädiert Koch dafür, am Spielort Frankfurt festzuhalten – „trotz der Vorkommnisse beim Montagsspiel und trotz der Haltung der Eintracht-Führung“. Weiter schreibt Koch: „Es fällt mir durchaus nicht leicht, diese Haltung Frankfurt gegenüber einzunehmen, denn du weißt, wie ich zu den Vorkommnissen in Frankfurt stehe und selbst eigentlich schon lange (und viel mehr als du) für einen Hardliner-Kurs bin.“ Die Aussage zeigt deutlich, dass der DFB sich eine harte Linie der Eintracht gegenüber ihren Ultras wünscht, was der Verein allerdings weitgehend ablehnt.

Eintracht-Sprecher Jan Strasheim kann den Dialog zwischen Koch und Grindel in diesem Punkt nicht nachvollziehen. Es sei „irritierend und erklärungsbedürftig, dass in den Mails vom Verhalten der Eintracht geschrieben wird“. Für ihn steht dessen ungeachtet fest, dass das Länderspiel nach Sinsheim gegeben wurde, weil die Arena in Frankfurt für eine Partie am Sonntagabend gegen Peru viel zu groß wäre.

So stellte am Samstag auch der DFB über seine Kommunikation den Sachverhalt dar. Man habe sich für die Rhein-Neckar-Arena entschieden, weil diese mit ihren 25 494 Sitzplätzen leichter zu füllen sei als die fast doppelt so große Spielstätte im Frankfurter Stadtwald. „Der entscheidende Punkt war die Überlegung, dass wir zwei Wochen vor der Vergabe der EM 2024 ein volles Stadion garantieren wollten“, beteuerte Koch glaubhaft. Auch Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff betonte im ZDF-Sportstudio: „Es war ein Gedanke dahin, ein ausverkauftes Stadion zu haben.“ 

Der „Spiegel“ wich von seiner Darstellung nicht ab und machte am Sonntag den gesamten E-Mail-Verkehr zwischen Grindel und Koch öffentlich. Demnach warnte der Amateurvertreter sogar davor, dass eine negative Stimmungslage dann aufkomme, „wenn herauskommt, dass wir Frankfurt abgelehnt haben“. Am Sonntagabend wiegelte Grindel ab. Die Entscheidung für Sinsheim habe „überhaupt nichts damit zu tun, dass es Vorbehalte gegen Eintracht Frankfurt gibt“, betonte er. 

Der DFB-Stammsitz soll nun wieder an die Reihe kommen, wenn nach der Auslosung der EM-Qualifikation 2020 die Spielorte für die Heimspiele vergeben werden. „Da wird alles schiedlich-friedlich ablaufen“, sagte der DFB-Boss. Das bislang letzte Länderspiel wurde in Frankfurt am 4. September 2015 gegen Polen (3:1) in der EM-Qualifikation ausgetragen. Seitdem hatte hat die DFB-Auswahl in 17 Heimspielen 15 verschiedene Städte bespielt. Die Ränkespiele im Hintergrund waren dazu bislang nicht überliefert. 

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